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| 18:29 Uhr

Fußball
Energie testet Taktik – Krieschow sucht Stürmer

Philipp Knechtel (r.) und Energie Cottbus setzten sich am Mittwochabend beim VfB Krieschow mit 3:0 (1:0) durch.
Philipp Knechtel (r.) und Energie Cottbus setzten sich am Mittwochabend beim VfB Krieschow mit 3:0 (1:0) durch. FOTO: Steffen Beyer
Cottbus. Aufsteiger Energie Cottbus probiert sich derzeit an der Dreierkette für die 3. Liga. Der VfB Krieschow hat ganz andere Sorgen: Er muss Ersatz für seinen Torjäger beschaffen. Von Frank Noack

Die beiden ranghöchsten Teams der Region haben genau das gemacht, was man in einem Testspiel während der Saisonvorbereitung so macht: eben testen. Mit 3:0 (1:0) setzte sich Drittliga-Aufsteiger FC Energie Cottbus am Mittwochabend beim VfB Krieschow durch – der Test-Fokus war jedoch für beide Mannschaften ganz unterschiedlich. Während die Gastgeber wegen des langfristigen Ausfalls von Torjäger Andy Hebler auf der Suche nach der neuen Besetzung des Sturmzentrums für die kommende Oberliga-Saison sind, testete der FCE diesmal die Dreierkette als ­taktisches Mittel in der Abwehr.

Das Fazit dieser 90 Testspiel-­Minuten im Sportpark von Krieschow ist wenig überraschend: Die Cottbuser Dreierkette kam gegen den Fünftligisten nur selten unter Druck – ein echter Härtetest steht also noch aus. Und auch die Tatsache, dass es für den VfB ohne Hebler richtig schwer wird, ist auch keine wirkliche Überraschung. Immerhin hatte der am Kreuzband verletzte Stürmer in der vergangenen Saison insgesamt 32 Treffer erzielt und war damit Torschützenkönig der Oberliga Süd.

Energie testete die Dreierkette mit zwei verschiedenen Formationen. In der ersten Halbzeit durften Max Grundmann, Marc Stein und Malte Karbstein ran; nach der Pause kamen Alexander Startsev, Philipp Knechtel und José-Junior Matuwila zum Einsatz. „Wir müssen weiter daran arbeiten, dass es auch in der 3. Liga funktioniert. Aber letztlich hängt es sowieso vom Gegner ab, ob wir mit Dreier- oder mit Viererkette spielen“, erklärt Trainer Claus-Dieter Wollitz. „In jedem Fall sind wir damit für den Gegner schwerer auszurechnen“, ergänzt Abwehrspieler José-Junior Matuwila.

Es war der zweite Test der Dreierkette nach dem 2:0-Sieg gegen Dukla Prag am vergangenen Sonntag in Finsterwalde. Dort praktizierte Energie dieses System allerdings nur in der letzten halben Stunde.

In der zurückliegenden Regionalliga-Saison setzte der FCE auf die Viererkette und schaffte mit diesem System die Meisterschaft, den Aufstieg in die 3. Liga sowie den Sieg im Brandenburger Landespokal. Eine Etage höher geht es nun darum, die Flexibilität zu verbessern, damit auch die Mission Klassenerhalt ein Erfolg wird.

Dieser taktische Test nimmt sich im Vergleich zu den Personal­sorgen des VfB Krieschow wie ein Luxusproblem aus. Denn der langfristige Ausfall von Torjäger Andy Hebler ist ein Schock für den Oberligisten. Hebler, der sich den Kreuzbandriss in der Sommerpause zugezogen hat und auch in der Vergangenheit immer wieder mit Verletzungen zu kämpfen hatte, spricht von einer „Katastrophe“. Trainer Toni Lempke räumt ein: „Diese Verletzung schmerzt, sie schmerzt sehr.“

Zumal mit Erich Jeschke (doppelter Bänderriss im Sprunggelenk) und Martin Dahm (Armverletzung) zwei weitere Leistungsträger beim Saisonstart am 4. August im Auswärtsspiel gegen den FC Eilenburg ausfallen werden.


Der Krieschower Torjäger Andy Hebler (l.) verfolgte die Partie als Zuschauer.
Der Krieschower Torjäger Andy Hebler (l.) verfolgte die Partie als Zuschauer. FOTO: Steffen Beyer

Andy Hebler steht wahrscheinlich erst in der Rückrunde wieder zur Verfügung. In drei Wochen wird er operiert, danach folgt die Reha. ­Gegen Energie durfte Neuzugang Leo Felgenträger zwar in der Sturmspitze ran. Der 20-jährige Ex-Cottbuser gilt aber eher als Außenbahnspieler. Hebler fehlt nicht nur als Torschütze, sondern auch als Bollwerk und Kopfballspieler. Trainer Lempke hat bereits angekündigt, dass Krieschow künftig defensiver spielen wird als bisher mit Hebler – um das Risiko zu minimieren.

Zudem ist man auf der Suche nach einem Ersatz für den verletzten ­Hebler. Weil es in der 5. Liga kein Vollprofitum gibt und die Spieler also auch arbeiten gehen, sollte der Spieler am besten aus der Region kommen. „Doch einen solchen Spieler hier zu finden, wird schwierig. Einen Eins-zu-eins-Ersatz für Hebler gibt es ohnehin nicht“, erklärt Lempke. Zumal dieser Spieler ausgerechnet den Torschützen­könig der vergangenen Saison ersetzen soll. In seiner zweiten Oberliga-­Saison wollte sich der VfB nun eigentlich zügig aus der Abstiegszone entfernen. Dieses Unterfangen wird ohne ­Hebler deutlich schwieriger.