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| 11:10 Uhr

Fußball
Energie sucht Pik-Ass für die Abwehr

Marc Stein (r.) fällt mehrere Wochen aus.
Marc Stein (r.) fällt mehrere Wochen aus. FOTO: Steffen Beyer
Cottbus. Die Verletzung von Kapitän Marc Stein bringt Cottbus vor dem Heimspiel gegen VfB Auerbach in akute Personalnot. Die RUNDSCHAU erklärt, welche Optionen der Tabellenführer hat. Von Frank Noack

Selbst ein souveräner ­Tabellenführer wie Energie Cottbus in der Fußball-Regionalliga Nordost kann schon mal in akute Personalnot geraten. Für das erste Heimspiel des neuen Jahres an diesem Samstag gegen den VfB Auerbach (13.30 Uhr, LR-Liveticker) fallen mit Kapitän Marc Stein und José-Junior Matuwila beide etat­mäßigen Innenverteidiger aus. Stein hat sich am Knie verletzt und muss mehrere Wochen pausieren, Matuwila ist wahrscheinlich erneut gesperrt. Die RUNDSCHAU erklärt, wie Energie auf diese Personalnot reagiert.

Wie lange fällt der verletzte Marc Stein aus?

Zugezogen hat sich der 32-jährige Innenverteidiger die Verletzung am Sonntag beim torlosen Remis in der Auswärtspartie gegen Budissa Bautzen bei einem Distanzschuss kurz vor Schluss. Dabei erlitt Stein einen Riss der Quadrizepssehne im Knie. „Der Ausfall wird einige Wochen betragen“, erklärt Trainer Claus-DieterWollitz und ergänzt: „Dieser Ausfall ist sehr ärgerlich, weil Marc Stein ein absoluter Führungsspieler ist.“ Dabei hatte Stein offenbar noch Glück im Unglück. Denn ursprünglich bestand sogar der Verdacht eines Kreuzbandrisses. Trotzdem muss Energie jetzt erst einmal auf seinen Kapitän und Kopf der Defensive verzichten. Stein kam in allen 20 Partien über die volle Distanz zum Einsatz. Auf eine solche Einsatzzeit können neben dem Kapitän nur noch die beiden Außenverteidiger Lasse Schlüter und Andrej Startsev verweisen.

Wann kann José-Junior Matuwila ­wieder mitwirken?

Der zweite etatmäßige Innenverteidiger ist nach seiner umstrittenen roten Karte beim 2:0-Sieg am 28. Januar gegen Chemie Leipzig weiterhin gesperrt – davon geht man bei Energie zumindest aus. Denn: Bislang gibt es keine Informationen durch den Nordostdeutschen Fußball-Verband, wie lange Matuwila pausieren muss. „Deshalb gehe ich nicht davon aus, dass er am Sonntag spielen kann“, betont Wollitz mit Blick auf die Heimpartie gegen Auerbach. „Ich verstehe allerdings auch nicht, was so schwer daran ist, endlich ein Urteil zu fällen.“ Matuwila soll in Leipzig einen am Boden liegenden Gegenspieler bewusst in den Magen getreten haben. So hat es laut Wollitz zumindest Schiedsrichter Steven Greif aus Westhausen in seinem Sonderbericht zu diesem umstrittenen Platzverweis vermerkt. Die Fernsehbilder der Szene, als mehrere Spieler aneinander gerieten, stützen diese Wahrnehmung jedoch nicht. „Gegen alles, was über zwei Spiele Sperre hinausgeht, ­werden wir Einspruch erheben“, kündigt Wollitz an.

Wer spielt am Samstag gegen Auerbach in der Innenverteidigung?

Gesetzt ist der junge Malte Karbstein (20 Jahre), der nach dem Platzverweis von Matuwila ins Team rückte und seine Aufgabe sowohl in Leipzig als auch in Bautzen ordentlich machte. Ansonsten hat Wollitz mit Max Grundmann (19) und dem erst 17-jährigen Leon Schneider nur noch zwei Youngster zur Verfügung. Neben der Erfahrung fehlt ihnen auch der Spielrhythmus. „Grundsätzlich habe ich kein Problem damit, junge Spieler spielen zu lassen. Aber jetzt geht es auch um Spielrhythmus und um Spielsicherheit. Wir sind weit davon entfernt, etwas zu verschenken und wollen gewinnen. Deshalb müssen wir genau ­abwägen, wie wir es für dieses Spiel lösen“, sagt Wollitz. Die eigentlich ebenfalls infrage kommenden Philipp Knechtel und Jonas Zickert sind nach ihren ohnehin schon langen Zwangspausen erneut verletzt.

Welche Optionen gibt es außerdem?

Eine extrem junge Innenverteidigung mit Karbstein und einem weiteren Youngster wäre selbst gegen den Tabellen-15. Auerbach zweifellos ein gewisses Risiko. Denn die Vogtländer verfügen über ein passables Umschaltspiel von Abwehr auf Angriff, vor dem Wollitz sein Team bereits gewarnt hat. In die Karten schauen lassen will er sich jedoch noch nicht. „Vielleicht habe ich noch ein Pik-Ass im Ärmel und lasse mir etwas anderes einfallen“, kündigt der Energie-­Trainer an. Da ein solches Pik-Ass im verbleibenden Kader aber kaum zu finden sein dürfte, könnte diese Aussage vielmehr auf einen Systemwechsel hindeuten. Statt mit einer Vierer- wird Energie gegen Auerbach also eventuell mit einer Dreierkette auflaufen. Hier würde dann Karbstein die zen­trale Position zwischen Schlüter und Startsev einnehmen.