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Energie stürmt an die Tabellenspitze

In neongelben Auswärts-Jerseys zum ersten Saisonsieg: Hier bejubeln die Energie-Spieler das 1:0 durch Fabio Viteritti per Foulelfmeter.
In neongelben Auswärts-Jerseys zum ersten Saisonsieg: Hier bejubeln die Energie-Spieler das 1:0 durch Fabio Viteritti per Foulelfmeter. FOTO: Matthias Schütt
Neustrelitz. Die spannendste Frage bei diesem Saisonauftakt im Parkstadion von Neustrelitz stellte sich für die Fans kurz vor Schluss: Hält der immer dunkler werdende Himmel oder nicht? Die Antwort: Er hielt nicht! Beinahe pünktlich mit dem Schlusspfiff ging ein mächtiger Schauer über der Residenzstadt nieder. So hilflos wie jene Zuschauer ohne schützendes Tribünendach dem Regen ausgesetzt waren, musste sich auch der Gastgeber TSG Neustrelitz in diesem letztlich einseitigen Auftaktspiel gegen Energie Cottbus vorgekommen sein. Frank Noack

Die spannendste Frage bei diesem Saisonauftakt im Parkstadion von Neustrelitz stellte sich für die Fans kurz vor Schluss: Hält der immer dunkler werdende Himmel oder nicht? Die Antwort: Er hielt nicht! Beinahe pünktlich mit dem Schlusspfiff ging ein mächtiger Schauer über der Residenzstadt nieder. So hilflos wie jene Zuschauer ohne schützendes Tribünendach dem Regen ausgesetzt waren, musste sich auch der Gastgeber TSG Neustrelitz in diesem letztlich einseitigen Auftaktspiel gegen Energie Cottbus vorgekommen sein. Denn der FCE wurde seiner Favoritenrolle sowohl spielerisch als auch vom Ergebnis her absolut gerecht und stürmte gleich am 1. Spieltag an die Spitze der Fußball-Regionalliga Nordost.

Der 4:0 (1:0)-Sieg hätte am Ende noch höher ausfallen können, ja eigentlich sogar müssen angesichts der vielen Torchancen. Über die Höhe des Sieges wollte Trainer Claus-Dieter Wollitz dennoch nicht diskutieren. "Vor dem ersten Spiel weiß man nie so genau, wo man steht. Wichtig ist, gut in die Saison zu starten", betont Wollitz im Wissen darum, dass sein Team mit diesem Dreier den ersten von insgesamt 34 Schritten auf dem Weg zum angepeilten Meistertitel gemacht hat.

Als Gradmesser taugen die vier schön herausgespielten Tore vor 1149 Zuschauern in Neustrelitz aber nur bedingt. Denn der ohnehin unterlegene Gegner musste nach der roten Karte gegen Kevin Kalinowski in der 25. Minute frühzeitig in Unterzahl auskommen. Den fälligen Elfmeter nach dem Foul von Kalinowski an Streli Mamba nutzte Fabio Viteritti an seiner ehemaligen Wirkungsstätte zur hochverdienten 1:0-Führung.

Der schnelle Stürmer war ohnehin der Mann des Spiels. Denn nach dem 2:0-Treffer von Marcelo (53.), der eine schöne Flanke von Viteritti überlegt im kurzen Eck versenkte, sorgte Mamba für die Treffer drei und vier (57./84.). "Er hat derzeit viel Selbstvertrauen und sucht in jeder Situation den Abschluss", lobt Wollitz den Angreifer, der in der vergangenen Saison seine Ladehemmungen erst spät überwinden konnte.

Wirklich gefährlich wurde es für Energie nur kurz vor der Pause, als der bullige TSG-Stürmer Lincoln Assinouko erst Kapitän Marc Stein beiseite stellte und dann auch noch José-Junior Matuwila stehen ließ. Seinen abgefälschten Ball wehrte Alexander Meyer reaktionsschnell mit dem Fuß ab. Ansonsten hatte die Nummer eins zwischen den Pfosten einen vergleichsweise ruhigen Nachmittag, weil seine Vorderleute den Gegner nur selten in Strafraumnähe kommen ließen.

"Insgesamt sind wir sehr sicher aufgetreten, auch spielerisch war das schon ganz ordentlich, auch wenn wir viele Chancen liegen gelassen haben", findet Wollitz.

Mit Andrej Startsev als Rechtsverteidiger sowie Maximilian Zimmer in der offensiven Rolle davor standen zwei Neuzugänge in der Startelf. Felix Geisler feierte als Einwechsler nach gut einer Stunde sein Punktspiel-Comeback.

Trotz der klaren Verhältnisse auf dem Rasen wurde schon während und auch nach dem Spiel einmal mehr über die Doppelbestrafung des Neustrelitzers Kevin Kalinowski diskutiert. Neben dem Elfmeter musste der Innenverteidiger mit Rot in die Kabine. Energie-Trainer Wollitz zeigte Verständnis für den Frust der Gastgeber wegen der doppelten Bestrafung, die letztlich entscheidenden Einfluss auf dieses Spiel hatte: "Die Regel nervt mich zwar auch. Aber über das Foul gibt es nichts zu diskutieren." TSG-Coach Achim Hollerieth attestierte Energie einen "absolut verdienten Sieg". Doch auch er kritisierte: "Es ist eine kack Regel! Es war zwar ein eindeutiger Elfmeter. Aber die rote Karte gibt nun mal der Verband so vor."

Aufmerksamer Zuschauer auf der Tribüne im Parkstadion war Dietmar Demuth als Trainer von Aufsteiger Chemie Leipzig, der am Mittwoch zu Gast im Stadion der Freundschaft ist (19.30 Uhr). Auch Demuth sah in dem Elfmeter sowie dem Platzverweis die Schlüsselszene, denn: "Danach waren die Messen gesungen. Der Rest war ein Trainingsspiel für Cottbus." Dass Energie am Ende noch einmal zum Sprint ansetzte, lag einzig und allein am Neustrelitzer Regen.