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| 19:10 Uhr

Fußball
FCE stolpert über Schnickschnack und Schwächen

Trainer Claus-Dieter Wollitz (M.) gewann zwar nicht das Spiel gegen Magdeburg, dafür aber viele Erkenntnisse.
Trainer Claus-Dieter Wollitz (M.) gewann zwar nicht das Spiel gegen Magdeburg, dafür aber viele Erkenntnisse. FOTO: PressebŸro Schroedter / Christian Schroedter
Cottbus. Energie Cottbus kassiert gegen Magdeburg die erste Testspiel-Niederlage. Der Unterschied zwischen beiden Teams ist größer, als es das 1:3 (1:3) aussagt. Trainer Wolllitz ruft den sofortigen Abstiegskampf aus. Von Frank Noack

Der See direkt neben der schmucken Sportanlage in Barleben stand irgendwie sinnbildlich für dieses Testspiel. Wenn Malte Karbstein nicht gleich zwei Mal den Ball von der Linie geschlagen hätte, dann wäre Energie Cottbus gegen den 1. FC Magdeburg womöglich richtig baden gegangen. So blieb es am Ende bei der 1:3 (1:3)-Niederlage gegen den Aufsteiger in die 2. Fußball-Bundesliga.

Doch der Unterschied zwischen beiden Teams war größer, als es dieses Ergebnis nahelegt. „Magdeburg verkörpert viel von dem, was den modernen Fußball derzeit ausmacht. Sie haben uns aufgezeigt, wo wir stehen“, bilanziert FCE-Trainer Claus-Dieter Wollitz die erste Testspiel-Niederlage nach zuvor vier Siegen. Enttäuschung? „Ich bin nicht enttäuscht, weil dieses Spiel der Realität entspricht“, ergänzt Wollitz.

Und diese Realität waren zielstrebige und wuchtige Angriffe des FCM auf der einen Seite. Auf der anderen Seite wirkte der FCE vor allem in der ersten halben Stunde überfordert und machte diverse individuelle Fehler. Beim 1:0 durch Tobias Müller per Kopf in der 12. Minute kam Tim Kruse nach dem Eckball am langen Pfosten zu spät. Beim 2:0 durch Philip Türpitz (13.) und beim 3:0 durch Rico Preißinger (37.) wurden die Gäste vor 1512 Zuschauern jeweils im Zentrum überrannt.

„Man hat bei den Gegentoren gesehen, wie schnell in der höheren Liga die Fehler bestraft werden. Wir waren in den entscheidenden Situationen nicht hellwach“, räumt Verteidiger Lasse Schlüter ein.

Der größte Unterschied bestand aber nicht im spielerischen Bereich. Denn, dass auch Energie den Ball laufen lassen kann, hat die Mannschaft inzwischen hinlänglich bewiesen. Obwohl Magdeburg direkt aus dem strapaziösen Trainingslager nach Barleben reiste, waren die Elbestädter dem FCE körperlich überlegen. „Nur Schnickschnack und schön spielen reichen nicht aus. Sonst steht es wie gegen Magdeburg nach 13 Minuten schon 0:2“, kritisiert Trainer Claus-Dieter Wollitz. „Wenn wir unser Spiel durchdrücken wollen, müssen wir im Zweikampfverhalten besser und in unserem Handeln schneller werden. Sonst werden wir unsere Spielstärke nicht umsetzen können.“

Das Tor von Streli Mamba kurz vor der Pause (1:3/44.) war nicht mehr als der Ehrentreffer, der das Ergebnis aus Cottbuser Sicht erträglicher machte. Dass dieses Tor in Barleben auf jener Seite des Spielfeldes fiel, hinter der gleich der nahegelegene See beginnt, passte ins Bild. Denn in der zweiten Halbzeit kratzte Malte Karbstein hier auch die beiden ­Bälle von der Linie. Energie wurde also nur ein wenig nass gemacht – ging aber nicht komplett baden.

Am Sonntag hatte die Mannschaft frei. An diesem Montag beginnt die Video-Analyse der Fehler in diesem Testspiel. Trainer Wollitz setzt auf den Hallo-wach-Effekt nach der ersten und vor allem verdienten Testspiel-Niederlage: „Spätestens jetzt sollte jeder wissen, dass Energie Cottbus im Abstiegskampf der 3. Liga ist.“ Dabei beginnt die Saison erst mit dem Heimspiel ­gegen den FC Hansa Rostock am 29. Juli.

1. FC Magdeburg - Energie Cottbus 3:1 FOTO: PressebŸro Schroedter / Christian Schroedter