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| 14:56 Uhr

RUNDSCHAU-Schnellcheck
Energie siegt - aber Wollitz schimpft

Die Cottbuser konnten nur in der ersten Halbzeit überzeugen.
Die Cottbuser konnten nur in der ersten Halbzeit überzeugen. FOTO: Steffen Beyer
Cottbus. Souveräner Sieg für Energie Cottbus bei Eiseskälte im Heimspiel gegen Germania Halberstadt. 3:1 hieß es am Ende gegen früh dezimierte Gäste. Doch Trainer Wollitz ist sauer über die zweite Halbzeit. Von Jan Lehmann und Bodo Baumert

So fielen die Tore: Das 1:0 (3.) kam für alle Beteiligten überraschend. Streli Mamba musste den Ball nur noch über die Linie bugsieren, nachdem sich Halberstadts Keeper Fabiab Guderitz komplett verschätzt und am Ball vorbeigesprungen war. Die Aktion vor dem 2:0 (21.) sah aus wie im Training: Alexander Siebeck erkämpfte sich laufstark den Ball, Streli Mamba schlug einen Haken und legte für Fabio Viteritti auf. Der Energie-Fußballer des Jahres 2017 schlenzte den Ball aus 18 Metern mit rechts flach ins Eck. Beim 3:0 (80.) setzte sich Lasse Schlüter auf der linken Seite durch. Seine Eingabe grätschte Streli Mamba über die Linie. Den Ehrentreffer für die Gäste markierte Florian Beil in der 84. Minute nach einer Flanke von links.

Energie gewinnt souverän gegen Halberstadt FOTO: Steffen Beyer

So ging Energie ins Spiel: Energie musste ohne Torhüter Avdo Spahic und erneut auch ohne die etatmäßige Innenverteidigung antreten. Spahic fehlte wegen muskulärer Probleme. Dem Vernehmen nach war das angesichts der Minus-Temperaturen nur eine Vorsichtsmaßnahme. Für ihn stand stattdessen Neuzugang Kevin Rauhut zum ersten Mal im Energie-Tor. Kapitän Marc Stein laboriert noch an seiner Knieverletzung, José-Junior Matuwila saß zum letzten Mal seine Rotsperre ab. Andrej Startsev fehlte wegen einer Sprunggelenksverletzung. Maximilian Zimmer kehrte nach seinem Muskelfaserriss vor vier Wochen wieder ins Team zurück, saß aber zum Anpfiff erwartungsgemäß erst einmal auf der Ersatzbank.

So verlief die Partie: Nach zuletzt zwei Unentschieden drängten die Cottbuser von Beginn an auf den Sieg. Trainer Claus-Dieter Wollitz hatte schon zuvor betont: „Der richtige Wintereinbruch kommt erst noch. Umso wichtiger ist es für uns, jetzt wieder unsere Leistung zu bestätigen und einen Sieg zu holen.“ Der von Wollitz formulierte Anspruch an die Mannschaft, „extrem gut zu funktionieren“ spiegelte sich auf dem Platz wider. Nach der frühen Führung durch Streli Mamba (3.) hatte Energie das Spiel fest im Griff. Besonders Neuzugang Alexander Siebeck und Marcelo sorgten für klare Aktionen. Fabio Viteritti traf sehenswert zum 2:0 (23.). Der Dribbler war vor dem Spiel als Energie-Fußballer des Jahres 2017 ausgezeichnet worden. Maximilian Zimmer und Streli Mamba folgten auf den Plätzen zwei und drei.

In der Partie im eiskalten Stadion der Freundschaft gab es dann noch vor der Pause die Vorentscheidung. Halberstadt dezimierte sich selbst. Der erfahrene Abwehrrecke Adli Lachheb ließ sich von Kevin Scheidhauer austricksen und musste foulen. Der ehemalige Zweitliga-Spieler hatte schon Gelb und musste in der 31. Minute mit der Ampelkarte vom Feld.

In der zweiten Hälfte behielt Energie das Heft gegen zehn Gegner in der Hand, auch wenn die Cottbuser nicht mehr mit dem letzten Biss in die Aktionen gingen. In der 80. Minute machte Mamba dann endgültig alles klar. Der Anschlusstreffer der Gäste war nur noch Ergebniskosmetik. Dennoch konnten die Cottbuser mit diesem zweiten Abschnitt nicht zufrieden sein.

Das sagten die Trainer:

Andreas Petersen (Germania Halberstadt): „Wir brauchen über die 90 Minuten nicht diskutieren. Unser Matchplan ist nach fünf Minuten in die Hose gegangen. So ein Klops, so ein Fehler – das darf gegen Energie nicht passieren. Dann kriegt man mit dem Fotoapparat das 2:0 durch Viteritti. Da dachten alle, jetzt geht das so weiter. Die erste gelbe Karte für Lachheb war ein Witz. Aber der Schiedsrichter hatte sich den Spieler auserkoren. Ich kenne Herrn Ostrin, der ist nicht gut, der war nie gut. In der zweiten Halbzeit haben wir bewiesen, dass wir nicht nur mit ruppigen Mitteln für Belebung sorgen können. Wir sind ein Aufsteiger und haben andere Ziele und in dieser Liga wird es noch total eng. Deswegen nehmen wir die gute zweite Halbzeit mit und fahren mit einem guten Gefühl nach Hause.“

Claus-Dieter Wollitz (Energie Cottbus): Wer nach diesem Spiel zufrieden ist, der ist falsch im Beruf. In der ersten Halbzeit haben wir viel investiert, haben Fehler provoziert. Aber die zweite Halbzeit: 5 zu 6 Ecken und bei uns keine Organisation mehr. Ein Loch im Zentrum, die Spieler sind wild durch die Gegend gelaufen. Im Moment fehlt die letzte Disziplin. Und das entspricht nicht dem Charakter der Mannschaft.

So sieht die Statistik aus:

Energie Cottbus - Germanina Halberstadt 3:1 (2:0)

Energie Cottbus: Rauhut - Weidlich, Gehrmann, Karbstein - Kruse, Marcelo (75. Baude) – Siebeck (63. Zimmer), Viteritti, Schlüter – Scheidhauer (73. Broschinski) – Mamba

Germania Halberstadt: Guderitz – Boltze, Lachheb, Blume, Schulze – Messing (34. Eggert), Hofgärtner, Oschmann (68. Pepic), Twardzik - Franjic (68. Jurcher), Beil

Tore: 1:0 Mamba (3.), 2:0 Viteritti (23.), 3:0 Mamba (80.), 3:1 Beil (84.). Zuschauer: 3623, Schiedsrichter: Eugen Ostrin (Eisenach), Gelb: - / Beil, Oschmann; Gelb-Rot: Lachheb (31.)

Der Liveticker zum Nachlesen: Energie Cottbus - Germania Halberstadt

So sieht es in der Tabelle aus: Energie bleibt mit 58 Punkten der ungeschlagene Spitzenreiter in der Regionalliga Nordost. Die für Freitagabend angesetzte Partie des einzigen ernsthaften Cottbus-Verfolgers BFC Dynamo war abgesagt worden.

So geht es weiter: Die nächste Partie ist für den kommenden Sonntag (4. März) beim BFC Dynamo (13.30 Uhr) angesetzt. Doch ob das Spitzenspiel der Regionalliga Nordost tatsächlich stattfinden kann, ist fraglich. Der Berliner Jahnsportpark gehört der Stadt Berlin – und die ist bekannt dafür, die Plätze bei schlechtem Wetter schnell zu sperren.