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Fußball
Energie stärkt Mamba den Rücken

Streli Mamba hat in acht Saisonspielen zehn Tore erzielt. Doch um seine Verletzung gab es zuletzt Irritationen. Der Verein versucht nun, die Wogen zu glätten.
Streli Mamba hat in acht Saisonspielen zehn Tore erzielt. Doch um seine Verletzung gab es zuletzt Irritationen. Der Verein versucht nun, die Wogen zu glätten. FOTO: Steffen Beyer
Cottbus. Das Rätsel um Energie-Angreifer Streli Mamba scheint gelöst - jedenfalls intern. Nach zuletzt deutlichen Worten versucht der Verein, die Wogen rund um den Toptorjäger zu glätten. FCE-Präsident Michael Wahlich stärkt dem Stürmer sogar demonstrativ den Rücken. Von Jan Lehmann

Was ist nur los mit Streli Mamba? – Das hatte die RUNDSCHAU am Freitag gefragt und das Energie-Rätsel um die Nummer 11 beschrieben. Die Abmeldung des Toptorjägers wegen einer Hüftverletzung vor dem Spiel bei Union Fürstenwalde (3:1) hatte selbst Trainer Claus-Dieter Wollitz ratlos zurückgelassen. Der Coach berichtete ausführlich, wie er die Abmeldung von Mamba erlebt hatte und erklärte etwas angesäuert: „Soll ich für Herrn Mamba, oder wen auch immer, Lügengeschichten erzählen, wenn der Verein sich Ehrlichkeit auf die Fahnen geschrieben hat? Zu einer neuen Identität und Transparenz gehört die Wahrheit.“

Eine Äußerung, die natürlich Spielraum für Spekulationen ließ. Schnell wurde im Internet über die vermeintliche Söldner-Mentalität des Angreifer debattiert, der vor seiner Unterschrift bei Energie im Alter von 21 Jahren schon bei neun Vereinen gespielt hatte. Auch beim FCE gab es schon Probleme mit Mamba. Eine umstrittene Vertragsklausel hatte in der Vorsaison für Unruhe gesorgt. (Lesen Sie dazu: „Läuft Mamba wieder davon?“) Trainer Wollitz ging damals sogar soweit, öffentlich zu bekunden: „Wenn es da gerichtlich irgendetwas gibt, werden wir uns sofort von diesem Spieler trennen.“

Es gab jedoch keine gerichtliche Auseinandersetzung, stattdessen avancierte Mamba in seinem zweiten Jahr bei Energie zum Torjäger. Nun jedoch gibt es die neuen Irritationen, doch die scheinen intern schon ausgeräumt zu sein. FCE-Präsident Michael Wahlich erklärt am Montag auf RUNDSCHAU-Nachfrage: „In der heutigen schnelllebigen Zeit wird viel und schnell geschrieben und verbreitet. Die Sicht der Foren und Netze, der Anonymen, wird unserem Spieler Streli Mamba nicht gerecht.“

Der Vereinsoberste erinnert daran: „Streli ist ein 23 Jahre alter Mann und alle Welt verlangt, dass er vor dem Tor und neben den Platz immer alles richtig macht. Das ist vermessen, weil es nur sehr wenige gibt, die das können. Die Diskussion um seine Verletzung wird öffentlich geführt, was nicht immer glücklich ist. In dieser Woche wird es erneute Untersuchungen von Spezialisten geben und am Ende werden wir mehr wissen.“

Es wird deutlich: Energie will dem Angreifer demonstrativ den Rücken stärken. Wahlich führt mit kritischen Worten fort: „Ich weiß natürlich, dass die gesamte Fußballwelt beurteilen kann, wie Streli tickt und was für ein Typ er ist, obwohl 95 Prozent ihn nur vom Fußballplatz kennen und noch nie ein Wort mit ihm gesprochen haben. Darüber beklagen wir uns nicht, weil das der heutige Standard ist – über alles reden ohne etwas zu wissen.“

Doch wie geht es nun weiter mit Mamba? Es ist bekannt, dass sich sein Vertrag in Cottbus im Falle des Aufstiegs automatisch um eine weitere Saison verlängert. Und es ist ebenfalls klar, dass Energie den Angreifer sogar längerfristig binden möchte. Doch was will der Torjäger? Wahlich erklärt dazu mit deutlichen Worten: „Er ist ein Riesentalent, er will unbedingt spielen, er will das Projekt Aufstieg mit voller Kraft begleiten. Er spielt gern bei Energie und er ist dankbar, dass er so gut ankommt bei den Fans im Stadion.“

Und dennoch will man bei Energie nicht naiv sein. Der Präsident betont: „So ein Mann weckt Begehrlichkeiten, das spricht für ihn, das wissen wir. Aber es sei auch ganz deutlich gesagt: Gespräche und Verträge gehen nicht an mir vorbei, am Ende geht ohne meine Unterschrift gar nichts. Auch wenn das keiner glaubt. Nebenbei bemerkt: Die Vorbereitungen für die neue Saison, egal in welcher Liga, haben bereits begonnen.“

Wahlich weiß, dass es in den kommenden Wochen immer wieder Personaldiskussionen geben wird. Dazu ist das Fußballgeschäft gerade in der Regionalliga zu unwägbar. Und dennoch versucht der Präsident, die Wogen rund um den FCE so glatt wie möglich zu halten. Er verdeutlicht: „Alle anderen Dinge sind nicht für die Öffentlichkeit bestimmt, wir gehen sehr respektvoll miteinander um und dieses unfassbare Team zieht auch an dieser Stelle mit. Am Ende ist einzig und allein entscheidend, was dem Verein hilft. Da gibt es keine unterschiedlichen Auffassungen.“