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Fußball
Energie-Nordlichter haben Heimvorteil

Energie-Profi Kevin Weidlich (r./im Duell mit Babelsbergs Abdulkadir Beyazit) wurde in Hamburg geboren.
Energie-Profi Kevin Weidlich (r./im Duell mit Babelsbergs Abdulkadir Beyazit) wurde in Hamburg geboren. FOTO: Michael Hundt / Matthias Koch / Matthias Koch
Cottbus. Der Aufstiegsspiel-Gegner von Energie Cottbus im Mai steht zwar noch nicht fest. Die Regionalliga Nord kennen aber einige FCE-Profis ziemlich gut. Von Jan Lehmann

Der FCE tut sicher gut daran, sich vor allem auf seine fast zeitgleiche Aufgabe in der Regionalliga Nordost zu konzentrieren. Der Spitzenreiter tritt am Mittwoch um 18 Uhr bei der Reserve von Hertha BSC ­(Stadion am Wurfplatz) an. Zwölf Punkte fehlen noch, um den Meistertitel endgültig klar zu machen – und als Teilnehmer an den Aufstiegsspielen festzustehen.

Und dennoch werden die Cottbuser am Mittwoch auch mal einen Blick nach Flensburg wagen, um dort die potenziellen Gegner zu beobachten. Neben HSV II und Kiel ist noch der VfL Wolfsburg II im Rennen.

Egal, gegen wen es gehen wird – bei Energie gibt es einige Profis die sich mit diesen Gegner auskennen. Mit Lasse Schlüter und Kevin Weidlich stehen sogar zwei in Hamburg geborene echte Nordlichter im Cottbuser Kader. Für Weidlich, dessen Lebensgefährtin mit seinen zwei Kindern immer noch im Hamburg lebt, wäre eine Partie beim HSV II also ein richtiges Heimspiel. Der Cottbuser Mittelfeldspieler gibt zu: „Die Aufstiegsspiele sind sowieso etwas Besonderes, aber es wäre auf jeden Fall noch einmal eine andere Situation, in Hamburg zu spielen. Aber: Wir sind noch nicht soweit, und der Meister im Norden ist auch noch nicht so weit. Wir haben dafür noch ein paar Wochen Zeit.“

Weidlich, der mit der TSG Neustrelitz im Jahr 2014 in den Aufstiegsspielen zur 3. Liga stand und dann am FSV Mainz II scheiterte, kennt sich auch in der Regional­liga Nord gut aus: Denn er hat dort beim FC St. Pauli II gespielt. Auch Andrej Startsev hat bei dieser Mannschaft in der Nord-Staffel gespielt. Zudem war er auch für den Regionalligisten TSV Havelse im Einsatz. Paul Gehrmann hat mit dem Goslaer SC zwei Spielzeiten in jener Liga verbracht, Kevin Scheidhauer bringt Erfahrungen vom VfL Wolfsburg II mit.

Ganz viel Hamburger-SV-DNA hat Lasse Schlüter in sich. Der Cottbuser Linksverteidiger hat von 2006 bis 2012 die Nachwuchszeit beim Bundesliga-Dino absolviert – zeitweise gemeinsam mit Energie-Neuzugang Fabian Graudenz. Der 25-jährige Schlüter betont aber: „Von den Spielern, mit denen ich gespielt habe, ist keiner mehr da. Für uns sind es wichtige Spiele, auch wenn es unangenehm wird. Wenn man Erster wird, will man aufsteigen. Denen im Norden geht es genauso. Deswegen ist es in erster Linie schade, dass diese Spiele überhaupt stattfinden – aber man muss sich durchsetzen.“

Das gilt im Norden aber grundsätzlich erst einmal für alle drei Meisterschaftsanwärter. Während Energie mit großem Vorsprung in den Saisonendspurt geht, ist im Norden noch alles möglich. Das Spitzenspiel am Mittwoch im Flensburger Manfred-Werner-Stadion kann da die Richtung vorgeben. „Da werden andere Qualitäten gefragt sein“, sagte Daniel Jurgeleit, Trainer des SC Weiche dem „Flensburger Tageblatt“ gleich nach dem 2:0 am ­Samstag gegen den 1. FC Germania Egestorf-Langreder.

Die Arena dürfte ziemlich voll werden – soweit man das in diesem Fall sagen kann. Das 4000 Zuschauer fassende Stadion ist in der Regionalliga nur für 2500 Gäste zugelassen. Ganz oben im Norden herrschen eben andere Bedingungen – nicht wenige im Energie-Kader wissen das aus eigener Erfahrung.