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| 20:11 Uhr

Fußball
Energie lacht und leidet sich zum Sieg

Torjäger Streli Mamba bereitete diesmal zwei Treffer vor und bekam nach dem Schlusspfiff die Glückwünsche von FCE-Maskottchen Lauzi.
Torjäger Streli Mamba bereitete diesmal zwei Treffer vor und bekam nach dem Schlusspfiff die Glückwünsche von FCE-Maskottchen Lauzi. FOTO: Frank Hammerschmidt
Cottbus. Aufsteiger Energie Cottbus gelingt mit viel Euphorie ein 3:0-Erfolg gegen Hansa Rostock beim Start in die 3. Fußball-Liga. Neben dem frühen Tor spielt dabei auch eine taktische Überraschung eine wichtige Rolle. Von Frank Noack

Es war der erwartet heiße Saisonstart für Energie Cottbus. Im ersten Drittliga-Spiel seit zwei Jahren setzte sich der Aufsteiger am Sonntag bei Temperaturen von über 30 Grad im Ostderby gegen Hansa Rostock mit 3:0 (2:0) durch und stürmte in der Tabelle gleich auf Platz zwei nach vorn. „Der Schlüssel zum Sieg war das ­frühe 1:0. Und auch, dass wir bei dieser Hitze bereit waren, in beide Richtungen  zu leiden, also offensiv und auch defensiv“, bilanzierte FCE-Trainer Claus-Dieter Wollitz mit Blick auf das hohe Laufpensum.

Bereits nach zwei Minuten erzielte Fabio Viteritti per Foulelfmeter den Cottbuser Führungstreffer gegen den selbsternannten Aufstiegs-Aspiranten aus Rostock. Erneut Viteritti erhöhte dann auf 2:0 (20.) und schockte die spielstarken Gäste ein weiteres Mal. In der 86. Minute traf Felix Geisler bei einem Konter nach feiner Vorarbeit von Streli Mamba zum 3:0-Endstand und sorgte endgültig für Hitzewallungen – zumindest bei den FCE-Fans unter den 15 035 Zuschauern im Stadion der Freundschaft.

Rund 2500 Rostocker Anhänger waren mit in die Lausitz gereist  und trugen auch ihren Teil zur prächtigen Stimmung bei. Nach der Partie gab es dann im Hansa-Lager allerdings lange Gesichter. „Das war eine verdiente Niederlage für uns. Energie hat vorbildlich gekämpft und auch gut gespielt.  Wir wollten Cottbus eigentlich kommen lassen und dann umschalten. Dieser Plan ist durch das frühe Gegentor natürlich ins Wasser gefallen“, meinte Hansa-Coach Pavel Dotchev.

Denn der FC Energie sicherte sich diese drei Punkte einerseits mit seiner Leidensfähigkeit, andererseits aber auch mit einem Kniff aus der Taktikkiste. Denn anders als in der Regionalliga überließen die Gastgeber zunächst dem Kontrahenten das Spielfeld und suchten den eigenen Torerfolg mit Kontern sowie langen Bällen in die Spitze auf den schnellen Streli Mamba. „Wir wussten, dass Rostock sehr spielstark ist. Deswegen haben wir sie etwas kommen lassen, damit wir dann die Räume haben. Ich glaube, der Plan ist ganz gut aufgegangen“, sagte Mittelfeldspieler Maximilian Zimmer.

Zur Erinnerung: Bei der 0:3-Niederlage in der Saisonvorbereitung gegen den ähnlich spielstarken Zweitliga-Aufsteiger 1. FC Magdeburg hatte der FCE noch bitteres Lehrgeld gezahlt. „Da haben wir versucht, ausschließlich von hinten raus zu spielen. Aber daraus ­haben wir gelernt“, freute sich Zimmer über den Leistungssprung.

In der Tat zeigte der Aufsteiger gleich bei seinem Drittliga-Debüt, dass er nicht nur dominant auftreten kann wie so oft in den beiden Jahren der Regionalliga, sondern auch das schnelle Umschaltspiel beherrscht. Diese Mischung könnte sich beim Kampf um den Klassenerhalt noch als enorm wertvoll erweisen. Dabei wussten Spieler und Trainer natürlich, dass trotz aller Euphorie dieses Spiel auch anders hätte ausgehen können. Zum Beispiel, wenn der Kopfball des Rostockers Marco Königs statt am Pfosten im Tor gelandet wäre. „Es gab ­Details, wo das Spiel hätte kippen können“, betonte Trainer Claus-Dieter ­Wollitz. „Der Sieg ist vielleicht etwas zu hoch ausgefallen. Aber so ist eben Fußball“, ergänzte Streli Mamba.

Nur ein einziges Mal wurde es am Sonntag zu heiß für Energie im Stadion der Freundschaft – bei der ­Pyro-Provokation durch einige Fans auf der Nordwand kurz vor dem ­Anpfiff. „Euer Choreoverbot löst sich in Rauch auf“, war vorher auf einem Plakat zu lesen – offenbar an den Verein adressiert.