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| 17:03 Uhr

Fußball
Energie-Kraftakt gegen die graue Maus

Energie-Profi Fabio Viteritti ist im Pokalspiel gegen Freiburg insgesamt 16 Kilometer gelaufen. Hat er nun genügend Kraft für Meppen?
Energie-Profi Fabio Viteritti ist im Pokalspiel gegen Freiburg insgesamt 16 Kilometer gelaufen. Hat er nun genügend Kraft für Meppen? FOTO: Steffen Beyer
Cottbus. Energie Cottbus empfängt am Samstag den SV Meppen. Der Gegner ist wenig attraktiv – aber ziemlich gefährlich. Kann der FCE den Schalter umlegen? Von Jan Lehmann

Größer könnte der Kontrast nach dem DFB-Pokalmontag in Cottbus kaum sein. Nach dem von viel Scheinwerferlicht begleiteten Erstliga-Besuch des SC Freiburg im Stadion der Freundschaft empfängt der FC Energie an diesem Samstag (14 Uhr/LR-Liveticker) in der 3. Liga den SV Meppen.

Der Gegner schleppt seit den Zweitliga-Zeiten in den 80er- und 90er-Jahren das Image der grauen Maus mit sich herum. Keine Frage, mit dieser Bezeichnung tritt man dem aufstrebenden Vorjahresaufsteiger definitiv zu nahe: Doch die Auswärtsfahrt bis an die niederländische Grenze galt vielen Clubs und deren Fans immer als ungeliebte Reise ins Niemandsland tief im Nordwesten. Da gibt es unübersehbare Parallelen zum FC Energie – tief im Nordosten kurz vor der polnischen Grenze.

Fakt ist: Meppen klingt nach wenig Attraktivität. Das spürt der FCE am Publikumszuspruch. Nach einem überschaubaren Vorverkauf rechnet man bei Energie mit etwa 7000 Zuschauern. Das Stadion  wäre damit also nicht einmal halb so voll wie beim stimmungsvollen Pokalspiel am Montag.

Gerade deshalb muss Energie am Samstag den doppelten Kraftakt schaffen – mit dem Körper und mit dem Kopf. Es geht darum, die Enttäuschung vom Elfmeterdrama abzuschütteln und trotz der extrem intensiven 120 Minuten wieder frisch ins Spiel zu gehen. Der FCE benötigt eine ähnlich starke Leistung wie gegen Freiburg, um am Samstag zu bestehen.

Denn Fakt ist auch: Der SV Meppen klingt zwar nach einem schlagbaren Gegner, doch das genau ist die Gefahr. Das Graue-Maus-Image war für die Meppener nach ihrem Aufstieg 2017 bisher eine perfekte Tarnung. Dahinter versteckt sich durchaus farbenfroher Fußball mit viel Wucht und einem klaren Plan. Energie-Trainer Claus-Dieter Wollitz, der  den Gegner zuletzt selbst beobachtet hatte, bescheinigt den Meppenern: „Das ist ein sehr guter Gegner. Man sieht, warum sie letztes Jahr den siebten Platz erreicht haben.“

Bei den Cottbusern schwingt indes eine leise Hoffnung auf eine Trotzreaktion mit. Lasse Schlüter erinnerte daran, dass Energie in der Vorsaison nach dem bitteren Pokal-Aus gegen Stuttgart ein 4:0 beim VfB Auerbach gelang. Er sagte: „So müssen wir jetzt auch umschalten und uns auf Meppen gut vorbereiten.“

Das Image des Gegners sollte dabei gar kein großes Thema sein. Maximilian Zimmer verdeutlichte, dass für Energie als Aufsteiger der Liga-Alltag stets etwas Besonderes sei – egal gegen welchen Gegner: „Für uns ist die 3. Liga trotzdem immer wieder etwas Neues“, so Zimmer. Und die Aufgabe lautet dieses Mal: Gegen einen leicht zu unterschätzenden Gegner eine überdurchschnittliche Leistung zu bringen. Man darf gespannt sein, ob der FCE dazu in der Lage ist.

Aufstellung
Aufstellung FOTO: LR