| 02:39 Uhr

Energie intensiviert die Stürmersuche

Trainer Claus-Dieter Wollitz – hier beim Spiel in Neustrelitz – fordert noch mehr Kopfballstärke von seiner Mannschaft.
Trainer Claus-Dieter Wollitz – hier beim Spiel in Neustrelitz – fordert noch mehr Kopfballstärke von seiner Mannschaft. FOTO: Matthias Schütt
Cottbus. Trotz der vier Tore in Neustrelitz hält Trainer Wollitz die Verpflichtung eines weiteren Angreifers für wichtiger denn je. Frank Noack

Im ersten Moment klingt es ziemlich verrückt. Ausgerechnet nach dem souveränen 4:0-Auftaktsieg von Energie Cottbus am Sonntag bei der TSG Neustrelitz intensiviert der erste Spitzenreiter der Regionalliga-Saison 2017/18 die seit Wochen laufende Suche nach einem neuen Stürmer. Dabei hatte vor allem der zweifache Torschütze Streli Mamba gleich beim Start in der Residenzstadt an seine gute Form aus der Rückrunde der vergangenen Spielzeit angeknüpft. Zwei Tore erzielt, dazu einen Elfmeter herausgeholt - das sah alles schon ziemlich überzeugend aus.

Und dennoch: Trotz der guten Offensivleistung von Mamba sowie der gesamten Mannschaft hält Trainer Claus-Dieter Wollitz die Verpflichtung eines weiteren Angreifers für wichtiger denn je; genauer gesagt eines kopfball starken Angreifers, der die Flanken von Neuzugang Maximilian Zimmer im Zentrum verwerten kann.

Einen solchen Stürmertyp sucht Wollitz zwar schon seit Längerem, aber der Auftakt in Neustrelitz hat die Notwendigkeit aus Sicht des Coaches noch einmal deutlich gemacht. "Mit Zimmer haben wir den besten Service-Spieler der Liga. In Neustrelitz haben immer wieder ein paar Millimeter gefehlt. Trotzdem lässt das hoffen, dass wir bei Standardsituationen in den nächsten Wochen gefährlicher sein können als bisher" betont Wollitz.

In der Tat hat Energie durch die Eckbälle und Freistöße des Neuzuganges vom Berliner AK ein weiteres taktisches Mittel hinzubekommen, das es jetzt bestmöglich zu nutzen gilt. Gleich beim Start in Neustrelitz zeigte Zimmer, wie gut er die Bälle von Außen ins Zentrum befördern kann. Eben ein perfekter Service! Oder wie es Wollitz mit martialischen Worten ausdrückt: "Seine Eckbälle sind Granaten."

In Neustrelitz konnte es sich Energie leisten, noch kein Kapital aus diesen "Granaten" zu schlagen. Doch Wollitz ahnt, dass es auch Spiele geben wird, wo sein Team die Brechstange hervorholen muss, um zum Sieg zu kommen; vielleicht schon in den beiden Heimspielen am Mittwoch gegen den Aufsteiger Chemie Leipzig (19.30 Uhr) und am Samstag gegen Budissa Bautzen (13.30 Uhr). Dabei verfügt der FCE mit Kapitän Marc Stein, Jose-Junior Matuwila und Tim Kruse eigentlich über drei kopfballstarke Spieler, die in der Defensive bei hohen Bällen abräumen. Vor dem gegnerischen Tor hat in der vergangenen Saison aber lediglich Stein Brecher-Qualitäten gezeigt und konnte sich per Kopfball in die Torschützenliste eintragen.

Dazu kommt, dass Energie mit Mamba und Benjamin Förster derzeit nur zwei echte Stürmer im Kader hat. Von einem Youngster wie dem 19-jährigen Kanadier Gabriel Boakye sind realistischerweise lediglich ergänzende Impulse zu erwarten. Wann kommt also der von Wollitz so händeringend gesuchte kopfballstarke Stürmer? Die Chancen auf eine Verpflichtung von Torjäger Andis Shala vom Liga-Konkurrenten SV Babelsberg sind nach Informationen der RUNDSCHAU deutlich gesunken, weil eine Einigung über die Höhe der Ablösesumme zwischen beiden Vereinen nicht in Sicht ist. Dem Vernehmen nach hat Viktoria Köln ein deutlich höheres Angebot als Energie abgegeben und biss trotzdem bei den Filmstädtern auf Granit. Denn Shala gilt in Babelsberg nach den vielen Abgängen in der Sommerpause inzwischen als eine Art Lebensversicherung für das Team von Almedin Civa. Er ist nahezu unverkäuflich geworden.

Intern tendiert man bei Energie derzeit eher in Richtung Ausleihe eines jungen Spielers von einem Proficlub. "Wir sind mit gewissen Spielern in Kontakt", so Wollitz. So mancher Jungprofi tut sich aber schwer, freiwillig in die 4. Liga zu gehen und hofft auf höhere Weihen - zumindest zum jetzigen Zeitpunkt. "Das respektieren wir", erklärt Wollitz. Die Transferperiode läuft bis Ende August. Es ist also noch nicht Zeit für die Brechstange.

Zum Thema:
Rückkehrer Felix Geisler fehlte am Montag beim Mannschaftstraining. Der Mittelfeldspieler hat sich beim 4:0 in Neustrelitz eine Knieverletzung zugezogen. Die erste Diagnose lautet: schwere Prellung. "Wir hoffen, dass es bei dieser Prellung bleibt", erklärt Trainer Claus-Dieter Wollitz vorbehaltlich der weiteren Unter suchungen.Kevin Weidlich wird am Mittwoch im Spiel gegen Sachsen Leipzig (19.30 Uhr) auf jeden Fall fehlen. Muskuläre Beschwerden lassen einen Einsatz des Mittelfeldmannes weiterhin nicht zu.