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Energie in München – mit „Jesus“ auf Abschiedstour

Der Deutsch-Brasilianer verrät in der RUNDSCHAU, wie er zu einem ganz speziellen Namen kam. Foto: dpa
Der Deutsch-Brasilianer verrät in der RUNDSCHAU, wie er zu einem ganz speziellen Namen kam. Foto: dpa FOTO: dpa
Cottbus. Wenn Energie Cottbus am heutigen Montag bei 1860 München in den Zweitliga-Alltag zurückkehrt, beginnt Leonardo Bittencourts Abschiedstour. Noch 15 Spieltage, dann geht das Toptalent zu Borussia Dortmund. Vorher will der Deutsch-Brasilianer allerdings mit dem FCE erfolgreich spielen – vielleicht ja sogar mit Beistand von ganz oben. Von Jan Lehmann

Energie-Trainer Rudi Bommer macht noch immer ein Geheimnis daraus, ob Leonardo Bittencourt denn nun am heutigen Montagabend (20.15 Uhr, Sport1 und Sky live) in der Startelf stehen wird. Der 54-Jährige schweigt sich über seine geplante Aufstellung schlichtweg aus. Eigentlich ist ja alles klar – bis halt auf die Position hinter Dimitar Rangelov, falls der trotz Zahnproblemen (siehe Extra-Text) spielen kann. Entweder Dennis Sörensen oder eben Bittencourt werden hinter ihm agieren – wer, das bleibt Bommers Geheimnis.

Ein anderes Geheimnis hingegen konnte die RUNDSCHAU vor dem Zweitliga-Start knacken: das um Bittencourts Namen. Aus Brasilien kennt man solche Kurzgeschichten wie Edson Arantes do Nascimento, wie die komplette Anrede von Fußball-Legende Pelé lautete. Und so hat auch der Deutsch-Brasilianer im Energie-Trikot tatsächlich weitere Namen in der Geburtsurkunde stehen. Eigentlich behält er die zwar für sich, doch nun machte er eine Ausnahme. Beim „Radioeins und RUNDSCHAU Spezial“ im Stadion der Freundschaft verriet er: „Ich heiße Leonardo Jesus Loureiro Bittencourt.“

In kleinem Kreis berichtete der 18-Jährige später sogar, was es mit diesem Namen und vor allem dem Zusatz „Jesus“ auf sich hat. Demnach gab es bei seiner Geburt in Leipzig – sein Vater Franklin Bittencourt kickte dort beim Erstligisten VfB – ernstere Komplikationen. Es stand nicht gut um Mutter und Sohn. Vater Franklin schickte Stoßgebete gen Himmel und schwor: Wenn alles gut geht, soll der Kleine Jesus heißen. Als Mutter und Klein-Leo dann wohlauf waren, stand Franklin zu seinem Wort. Und mit „Loureiro“ kam auch noch der Mädchenname von Leos Mutter Adriana dazu.

Nun kickt „Jesus“ Bittencourt also quasi mit Beistand von ganz oben, zumindest seine Dribblings mögen manche Fans sicherlich als „göttlich“ bezeichnen. Dennoch muss das Supertalent um seinen Platz in der Zweitliga-Elf kämpfen. Dem Trainer ist er manchmal noch ein bisschen zu verspielt, sicher nicht untypisch für einen 18-Jährigen. Bommer gibt sich nachsichtig: „Das packt er schon. Er arbeitet gut im Training, muss noch schneller den Abschluss suchen.“

Testspiel als Fingerzeig

Eine Forderung, die er allerdings nicht nur an Bittencourt stellt. Der Trainer legt großen Wert darauf, dass sein Team nicht immer die Verantwortung zum Nebenmann schiebt. Deswegen freute er sich auch besonders über die Treffer von Christian Müller und Jules Reimerink im zurückliegenden Testspiel gegen Brno – weil beide mit Risiko den Torerfolg gesucht und auch gefunden hatten.

Bittencourt war hingegen gegen Brno erst nach einer knappen Stunde eingewechselt worden – ein Fingerzeig für eine heutige Bankrolle in der Allianz-Arena? Wie gesagt, Rudi Bommer lässt sich nichts entlocken. Er will die Spannung im Team lange hochhalten. Allerdings sieht derzeit alles eher nach einem Einsatz von Sörensen aus – aber wer weiß? Vielleicht entscheidet sich der Trainer ja noch spontan um. Denn gewiss kann er bei seiner Rückkehr ins Rampenlicht nach drei Jahren Zweitliga-Abstinenz ein bisschen Beistand von oben ganz gut gebrauchen.

Den Liveticker zum ersten Energie-Pflichtspiel unter Trainer Bommer gibt es wie gewohnt bei LR-Online unter www.lr-online.de