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| 17:57 Uhr

Cottbus bleibt nach 0:0 in Großaspach auf Abstiegsrang
Energie gewinnt – Zuversicht im Abstiegskampf

 Energie scheiterte immer wieder an Torhüter Kevin Broll.
Energie scheiterte immer wieder an Torhüter Kevin Broll. FOTO: Eibner-Pressefoto / Schust /Eibner-Pressefoto
Großaspach. Energie vergibt beim 0:0 in Großaspach viele Großchancen. Am Ende nimmt Cottbus zwar nur einen Punkt mit, aber auch viel neue Zuversicht für den Kampf um den Klassenerhalt in der 3. Fußball-Liga. Von Jan Lehmann

Bloß gut, dass die Haare von Streli Mamba so kurz geschnitten sind – der Energie-Angreifer hätte sie sich wohl am Samstag wild gerauft. So musste kurz sein Trikot dran glauben: Der 24-Jährige zerrte in der 80. Spielminute so da­ran, dass man Sorge hatte, er würde es wie der Cottbuser Diskus-Olympiasieger Robert Harting zerreißen. Doch während Harting einst so Siege feierte, war es bei Mamba der pure Frust. Gerade hatte er den Ball nur Zentimeter am Tor der SG Großaspach vorbeigeschossen. Es war seine vierte Großchance in diesem Spiel – mindestens.

Energie verzweifelte beim 0:0 in Großaspach an der Chancenverwertung. Nachdem zuvor die Blaskapelle „Volle Patrone“ in der Almhütte am Stadion das Publikum aufgewärmt hatte, verschossen die Cottbuser ihr Pulver. Nicht nur Mamba, auch Fabio Viteritti und Marcelo trafen das berühmte Scheunentor nicht – ausgerechnet beim selbsternannten „Dorfklub“ in der schwäbischen Provinz. Trainer Claus-Dieter Wollitz konstatierte: „Wir hätten einen Sieg verdient gehabt. Wir hatten fünf, sechs Topchancen.“

Auf dem holprigen Spielfeld lieferte Energie eine der besten Saisonleistungen ab. In der Zentrale schwang sich Jürgen Gjasula erstmals zum Taktgeber auf, außen waren Fabio Viteritti und Luke Hemmerich immer anspielbereit.

Aspachs Trainer Florian Schnorrenberger schnaufte später in kleiner Runde durch: „Die haben uns brutal angelaufen. Wir konnten kaum durchatmen.“ Er gab zu: „Wir hätten heute keinen Punkt verdient gehabt.“ Allerdings fügte der Aspacher Coach hinzu: „Solche Punkte sind im Abstiegskampf besonders wichtig – da muss man versuchen, jeden Zähler mitzunehmen.“

Das hat Energie versäumt. Die Lausitzer spulten zwar ein immenses Pensum ab, konnten ihre bedrohliche Lage in der Tabelle aber nicht verbessern. Daniel Bohl bestätigte: „Wir haben uns nicht belohnt. Aufwand und Ertrag stimmen da nicht ganz.“

Das lag dann eben doch vor allem an Streli Mamba, der – egal ob aus vollem Lauf (18. Minute), zwei Meter vor der Linie (34.), direkt vorm Scheunentor (45.), auf Höhe des Elfmeterpunktes (80.) oder aus spitzem Winkel (90.) – einfach nicht traf. Nach dem Spiel wollte der Cottbuser kein Statement abgeben, seine Kollegen nahmen ihn indes in Schutz. Verteidiger José-Junior Matuwila betonte: „Es hat sich angefühlt, als ob man verflucht wäre. Aber wir haben die Chancen gemeinsam als Team nicht genutzt.“ Kapitän Kevin Weidlich versuchte derweil, Kraft aus dem starken Auftritt zu ziehen: „So viele Chancen muss man sich erst einmal erarbeiten. Wir müssen immer weiter machen  – und dann wird Streli auch wieder seine Tore erzielen.“

Darauf hofft auch Trainer Wollitz, der auf Dimitar Rangelov verzichten musste. Der Bulgare, der eigentlich neben Mamba in der Startelf stehen sollte, hatte sich mit Adduktorenproblemen abgemeldet. Der Trainer verdeutlichte, dass Energie dieses Remis nur als Zwischenschritt im Abstiegskampf betrachten dürfe: „Was wir spielerisch phasenweise gemacht haben, lässt mich hoffen.“ Wollitz versucht, den Profis diese Überzeugung zu vermitteln. Kevin Weidlich berichtete: „Der Trainer hat direkt auf dem Feld einer super Ansprache gehalten. Er weiß, wie er uns packen muss. Deshalb überwiegt die Freude darüber, wie wir aufgetreten sind.“

Und Streli Mamba? Hätte Energie einen Angreifer mit mehr Glück, oder auch mehr Klasse gehabt, dann hätte Aspach uralt ausgesehen. Dennoch kann man dem Stürmer nicht so viel vorwerfen, weil er mit großem Einsatz vergeblich um den erlösenden Treffer gekämpft hat.

Dieser Kampf geht am Samstag im Heimspiel gegen Preußen Münster weiter. Dann sollte es Mamba auf alle Fälle ganz anders als Diskusheld Harting machen. Schließlich galt dessen Konzentration ja dem Ziel, sein Sportgerät um Himmels willen bloß nicht ins Netz zu feuern.

 Aspach, Deutschland, 02. März 2019:.3. Liga - 18/19 - SG Sonnenhof Grossaspach vs. FC Energie Cottbus ..Streli Mamba (Energie Cottbus) aergerlich / ärgerlich/ sauer / wütend / wuetend / schreit / tobt /
Aspach, Deutschland, 02. März 2019:.3. Liga - 18/19 - SG Sonnenhof Grossaspach vs. FC Energie Cottbus ..Streli Mamba (Energie Cottbus) aergerlich / ärgerlich/ sauer / wütend / wuetend / schreit / tobt / FOTO: Christiane Weiland
Großaspach - Energie Cottbus FOTO: Eibner-Pressefoto / Schust /Eibner-Pressefoto