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Fussball
Energie geht wieder auf Stürmer-Suche

Streli Mamba (l.) fällt auch gegen Dukla Prag aus.
Streli Mamba (l.) fällt auch gegen Dukla Prag aus. FOTO: Steffen Beyer
Cottbus/Braunschweig. Die erneute Verletzung von Torjäger Streli Mamba sorgt für ein Umdenken bei Trainer Wollitz. Mit Blick auf den Aufstiegskampf wünscht er sich einen weiteren Angreifer im Kader von Energie Cottbus. Von Frank Noack

Es war bitterkalt bei der 0:3 (0:2)-Niederlage von Energie Cottbus im Testspiel beim Zweitligisten Eintracht Braunschweig. Umso heißer könnten die verbleibenden zwei Wochen der Transferperiode für den FCE werden. Denn neben einem neuen Torhüter und zwei Mittelfeldspielern wird jetzt zusätzlich auch noch ein weiterer Stürmer als Reaktion auf die erneute Verletzung von Toptorschütze Streli Mamba gesucht. Mit tief ins Gesicht gezogener Mütze, aber angriffslustigem Blick kündigte Trainer Claus-Dieter Wollitz an: „Ja, ich würde jetzt sogar noch einen Stürmer dazu nehmen.“

Sein Wunsch hängt zwar auch mit den jüngsten Leistungen auf dem Rasen zusammen. Immerhin wartet Energie Cottbus weiterhin auf das erste Tor im neuen Jahr. Ein ungewohntes Gefühl für den souveränen Tabellenführer der Regionalliga Nordost. 0:4 gegen den Halleschen FC, 0:4 gegen den 1. FC Magdeburg und am Mittwoch ein 0:3 bei Eintracht Braunschweig – das hatte man sich im Lager der Lausitzer natürlich ganz anders vorgestellt.

Der Wunsch von Wollitz hängt aber trotzdem vor allem mit jenen Spielern zusammen, die derzeit nicht auf dem Rasen stehen können. Und darunter sind eben auch mehrere Stürmer. Allen voran Toptorschütze Streli Mamba, der nach seiner wochenlangen Zwangspause in der Hinrunde nun schon wieder ausfällt. Beim Abschlusstraining vor dem Braunschweig-Spiel meldete sich der zwölffache Torschütze mit muskulären Beschwerden ab.

Auch im letzten Testspiel am Samstag gegen den tschechischen Erst­ligisten Dukla Prag (14 Uhr, ­Stadion der Freundschaft) wird Mamba aller Voraussicht nach fehlen. Immerhin konnte nach den bisherigen Untersuchungen eine schwere Verletzung bei dem Angreifer ausgeschlossen werden.

Benjamin Förster feierte zwar kürzlich nach überstandener Fußverletzung sein Comeback auf dem Rasen, hat aber noch großen ­Trainingsrückstand, da er seit September zuschauen musste. Und Neuzugang Kevin Scheidhauer ­wurde durch einen Infekt zurückgeworfen und hat bisher noch kein einziges Testspiel bestreiten können. Der am Knie operierte Björn Ziegenbein fällt ohnehin bis Saison­ende aus.

Trainer Wollitz stellte in Braunschweig noch einmal klar: „Wir brauchen absolute Fitness, um unser Spiel durchdrücken zu können.“

Im Duell mit dem Zweitligisten blieb deshalb am Mittwoch nur noch eine extrem junge Sturmbesetzung übrig. In der ersten Hälfte durfte der erst 17-jährige Moritz Broschinski ran, der kürzlich mit einem Profivertrag ausgestattet worden ist. Nach der Pause stürmte Gabriel Boakye (19). Für die beiden Talente sprechen ihre Frische und Unbekümmertheit. Aber diese Tugenden allein werden im Mai natürlich nicht ausreichen, um den angepeilten Aufstieg in die 3. Liga bewerkstelligen zu können.

Deshalb hat sich Wollitz jetzt ausdrücklich zum Kurswechsel in ­puncto Stürmer entschlossen. Denn diese Relegation ist der Maßstab – und nicht die kommenden Wochen in der am 28. Januar mit der Partie bei Chemie Leipzig startenden ­Regionalliga.

„Wir haben 50 Punkte und mit dem großen Vorsprung eine einmalige Chance. Ich gehe davon aus, dass wir genügend Spiele gewinnen, um Erster zu werden. Und dann haben wir in zwei 50:50-Spielen die Chance auf die 3. Liga. Diese Chance will ich dem Verein unbedingt geben“, betont der Energie-Trainer.

Die nötigen Tore für die Rückkehr in den Profi-Fußball können aber eben nur jene Stürmer schießen, die auf dem Rasen stehen. Und davon hat Energie Cottbus derzeit einfach zu wenig. Diese Erkenntnis lässt Wollitz ziemlich frösteln – nicht nur in Braunschweig nach der dritten Niederlage im dritten Testspiel.