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| 21:44 Uhr

Fußball
Energie feiert Remis wie einen Sieg

So jubelt Energie Cottbus über das späte Unentschieden FOTO: Steffen Beyer
Cottbus. Was für ein Jubel im Stadion der Freundschaft! Aufsteiger Cottbus verhindert beim 2:2 (0:1) gegen Unterhaching mit späten Toren erste Niederlage. Von Jan Lehmann

Mit dem Regen kam am Mittwochabend im Stadion der Freundschaft nicht die Abkühlung, sondern ein wahnsinniger Schlussspurt von Energie Cottbus gegen die SpVgg Unterhaching. Mit zwei späten Toren beim 2:2 (0:1)-Remis verhinderte der Aufsteiger nicht nur die erste Saisonniederlage, sondern verteidigte auch die sensationelle Tabellenführung in der 3. Fußball-Liga. „Spitzenreiter, Spitzenreiter“, feierten die FCE-Fans ihr Team nach dem Schlusspfiff einer erneut begeisterten Partie.

Denn der FCE bot vor 8041 Zuschauern auch gegen die spielstarken Gäste aus Bayern vor allem in der zweiten Halbzeit eine sehr couragierte Leistung. Anders als beim 3:0-Auftaktsieg gegen Hansa Rostock sowie dem 2:0 beim SV Wehen Wiesbaden machte es das Team diesmal aber überaus spannend, ehe mit diesem Remis der nächste Achtungserfolg des Aufsteigers im Kampf um den Klassenerhalt feststand. Luca Marseiler brachte die Gäste in der 42. Minute in Führung. Stephan Hain erhöhte auf 2:0 (84.) – die vermeintliche Entscheidung. Doch es folgte eine denkwürdige Schlussphase, in der selbst der erste Regen seit Tagen in der Lausitz nur noch eine Nebenrolle spielte. Denn Kapitän Marc Stein löste mit zwei späten Toren in der 88. sowie 90. Minute einen regelrechten Jubelsturm auf der Cottbuser Ersatzbank sowie auf den Rängen aus.

Der FC Energie setzte auch diesmal wieder auf seine Regionalliga-Aufstiegshelden – es war saisonübergreifend bereits das fünfte Pflichtspiel in Folge mit derselben Startformation. Ganz vorn stürmte erneut der von Zweitliga-Aufsteiger SC Paderborn umworbene Streli Mamba. Nachdem FCE-Trainer Claus-Dieter Wollitz am Sonntag nach dem Auswärtssieg in Wiesbaden öffentlich gemacht hatte, dass Mamba seinen im Juni 2019 auslaufenden Vertrag nicht verlängern wird, hat sich in dieser Woche nun auch SCP-Manager Markus Krösche zu diesem Thema zu Wort gemeldet. „Quatsch“ sei laut Krösche zwar, dass der Cottbuser Torjäger schon einen Vorvertrag in Ostwestfalen unterschrieben habe. Gegenüber dem „Westfalenblatt“ sagte Krösche aber auch: „Streli will zu uns, das ist Fakt.“ Dem Vernehmen nach hat Paderborn sein Angebot inzwischen auf 500000 Euro erhöht.

Das zweite Heimspiel der Saison bedeutete wie erwartet richtig viel Arbeit für den Aufsteiger. Denn die Gäste präsentierten sich auch ohne ihre beiden Offensivkräfte Sascha Bigalke und Jim-Patrick Müller als wuchtiger und spielstarker Gegner. Das erste große Raunen ging in der 20. Minute durch das Stadion, als Fabio Viteritti im gegnerischen Strafraum sowohl Ball als auch Beine weggegrätscht bekam, der Elfmeterpfiff aber ausblieb. Kurz danach hatte Energie dann Glück: In der 22. Minute klatschte ein Freistoß von Hachings Alexander Stahl an die Querlatte. Den schönsten Angriff in Halbzeit eins nutzten die Gäste kurz vor der Pause zum 1:0. Der Ball lief über mehrere Stationen am Strafraum entlang, ohne dass Energie Zugriff bekam. Luca Marseiler schloss den Angriff mit einem platzierten Schuss ins lange Eck ab.

Fabio Viteritti  versucht sich hier gegen Unterhachings Max Dombrowka zu behaupten.
Fabio Viteritti versucht sich hier gegen Unterhachings Max Dombrowka zu behaupten. FOTO: Steffen Beyer

Energie musste jetzt also mehr tun in der Offensive - und tat das auch! Zudem kam nach der Pause mit Kevin Scheidhauer ein zweiter Stürmer. Die Zuschauer sahen jetzt einen Sturmlauf des Aufsteigers, dem lange Zeit allerdings die Präzision und auch das Matchglück fehlten. Trotz des 0:2-Rückstandes wurde es in den Schlussminuten noch einmal spannend und hektisch: Erst musste FCE-Trainer Claus-Dieter Wollitz auf die Tribüne, kurz danach wurde auch sein Hachinger Kollege Claus Schromm von Schiedsrichter Sven Waschitzki des Feldes verwiesen. Kurz danach fielen die beiden Energie-Tore und Tim Kruse sah auch noch Gelb-Rot. Auf dem Heimweg gab es dann für die Fans den Regen zur Abkühlung.

Weiter geht es am Sonntag mit dem Auswärtsspiel bei den Würzburger Kickers (Beginn um 14 Uhr).

So jubelt Energie Cottbus über das späte Unentschieden FOTO: Steffen Beyer