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Energie fehlen in Bielefeld Punkte und Stürmer

Energie-Stürmer Sven Michel (l.) ärgert sich über seine vergebene Kopfballchance: "Ich habe den Ball leider zu spät gesehen."
Energie-Stürmer Sven Michel (l.) ärgert sich über seine vergebene Kopfballchance: "Ich habe den Ball leider zu spät gesehen." FOTO: Eisenhuth
FUSSBALL. Energie Cottbus hat den Kontakt zur Spitzengruppe der 3. Liga durch die Niederlage bei Spitzenreiter Bielefeld vorerst verloren. Um oben mitspielen zu können, fehlen den Lausitzern mittlerweile einige Punkte. Es fehlt ihnen aber auch an Durchschlagskraft in der Offensive. Aus Bielefeld berichtet Frank Noack

Die gute Nachricht vorweg: Tim Kleindienst ist im Heimspiel gegen Fortuna Köln an diesem Samstag wieder spielberechtigt. Die schlechte Nachricht: Die Offensivhoffnung von Energie Cottbus liegt in diesen Tagen mehr oder weniger auf den Schulter des erst 19-jährigen Torjägers.

In Bielefeld fehlte Kleindienst wegen einer Gelbsperre. Energie verlor beim Tabellenführer der 3. Liga mit 0:3 (0:2), weil trotz einer stabilen Startphase nach vorn einfach zu wenig zusammenlief. "Wir haben im Moment keine offensiven Alternativen. In Spielen, in denen wir einen Rückstand aufholen müssen, haben wir deshalb große Probleme", sagt Trainer Stefan Krämer mit Blick auf den Doppelschlag der Gastgeber kurz vor der Pause durch Sebastian Schuppan (36. Minute) und Dennis Mast (41.). Für die endgültige Entscheidung sorgte dann Christian Müller (81.). Krämer räumt ein: "Man merkt einfach, dass uns die Stürmer fehlen. "

Das Prädikat "torgefährlich", kann sich derzeit lediglich noch Sven Michel ans Trikot heften. Keineswegs zufällig hatte Michel auch in Bielefeld nach gut einer Stunde die einzige Cottbuser Chance, die das Spiel vielleicht doch hätte drehen können. Doch der "Fußballer des Jahres" bekam den Ball diesmal nicht richtig unter Kontrolle und ärgert sich über die vergebene Möglichkeit: "Ich habe den Ball leider zu spät gesehen, sonst hätte ich ihn mit der Brust angenommen."

Und sonst? Die Laune der übrigen Energie-Stürmer nach dem Schlusspfiff in Bielefeld sagte im Prinzip alles über deren aktuelle Verfassung. Fabian Pawela war gar nicht erst im Kader und stapfte mit versteinertem Gesicht in Richtung Mannschaftsbus. Sein Kollege Zbynek Pospech kam zwar in der 61. Minute ins Spiel, wirkte bei seinen wenigen Aktionen aber schwerfällig und ohne den Ansatz von Torgefahr. Vier seiner fünf Saisontreffer hat er in der Hinrunde erzielt. Und Andy Hebler muss sich nach seiner Knieverletzung erst langsam wieder rankämpfen.

Die fehlende Durchschlagskraft ist ein Grund dafür, dass Energie Cottbus in der Tabelle zwar weiterhin auf Platz sechs liegt, aber bereits sieben Punkte Rückstand auf Relegationsrang drei hat. Diese 0:3-Niederlage ist umso bitterer, weil die Gäste vor 15 814 Zuschauern in der Schüco-Arena anfangs mindestens auf Augenhöhe mit dem Tabellenführer agierten. Dann machte Bielefeld jedoch den Unterschied deutlich, indem man zwei Fehler des FCE eiskalt ausnutzte. "Die kommen bei dem Eckball einmal vor das Tor und machen knallhart das 1:0 ", ärgert sich Michel. Und Ronny Garbuschewski ergänzt: "Innerhalb von vier Minuten steht es 0:2 - unglaublich."

Dabei musste bei der Arminia mit Fabian Klos ebenfalls der Toptorjäger pausieren. Bielefeld machte sein Fehlen aber besser wett als Energie die Abwesenheit von Tim Kleindienst.