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Energie-Fans zweifeln an Spielabsage in Berlin

Stadion in Lichterfelde
Stadion in Lichterfelde FOTO: Foto: privat
Cottbus. Die Absage des Energie-Spiels bei Viktoria Berlin erzürnt die Cottbuser Fans. Es kursieren Bilder, auf denen das Stadion in Lichterfelde einen bespielbaren Eindruck macht. Das Bezirksamt Steglitz-Zehlendorf reagiert auf die Vorwürfe aus der Lausitz. Von Jan Lehmann

Wird der FC Energie hier um ein reguläres Auswärtsspiel betrogen, wie es in den Fanforen der Cottbuser Anhänger spekuliert wird. Nach der witterungsbedingten Absage der für Sonntag geplanten Regionalliga-Begegnung der Lausitzer bei Viktoria Berlin kursieren unter den Anhängern aktuelle Fotos der Viktoria-Heimspielstätte in Lichterfelde. Das Stadion am Ostpreußendamm, das vom Berzirksamt Berlin Steglitz-Zehlendorf gesperrt worden war, erscheint dort in bestem Zustand. Ein grüner Rasen, kaum erkennbares Eis auf den Rängen - da kann doch gespielt werden, oder nicht?

Die Fans haben sich mit dieser Frage und den betreffenden Fotos an die RUNDSCHAU gewandt, wir haben in Berlin nachgefragt. Klaus Sonnenschein vom Sportamt in Steglitz-Zehlendorf ist hauptverantwortlich für die frühe Absage der Begegnung. Er sagt: "Es stimmt, der Rasen sieht aus der Ferne grün aus. Doch das trügt. Es gibt große Eisflächen auf dem Spielfeld, die aufgrund der langanhaltenden Kälte nicht so schnell wegtauen."

Deshalb habe man sich für die frühzeitige Absage entschieden - üblicherweise findet die Platzbegehung ja erst zwei Tage vor dem Spiel statt. Sonnenschein begründet: "Wir müssen das aus Planungsgründen machen. Es geht bei so einem Spiel ja darum, Personal bereitzustellen, Toiletten zu bestellen und vieles weiteres. Auch der Wirt der Stadiongaststätte oder die Polizei müssen frühzeitig planen können."

Das angekündigte Frühlingswetter ändert dabei nichts an dieser Entscheidung. Sonnenschein sagt: "Das Stadion in Lichterfelde wird frühestens in drei Wochen bespielbar sein. Selbst wenn die Oberfläche jetzt antaut, kann das Wasser wegen der dicken Eisschicht im Erdreich gar nicht ablaufen. Das heißt: Wenn dort am Sonntag gespielt werden würde, müssten wir danach einen neuen Rasen verlegen, weil der komplett durchgepflügt werden würde. Dafür haben wir nicht das Geld - der Platz gehört ja nicht Bayern München oder Borussia Dortmund, sondern der Stadt Berlin."

Auch aus Sicherheitsgründen sei ein Spiel derzeit nicht durchführbar, so Sonnenschein. Er betont: "Es gibt Eisflächen an der Zufahrt und auf den Rängen - und wir haben nicht genügend Personal, um die zu entfernen. Wenn Energie nun wie angekündigt mit 700 bis 800 Fans kommt, und dabei welche stürzen und sich verletzen, ist der Ärger groß. Das können wir nicht riskieren."

Für Energie ist dies bereits die zweite Spielabsage innerhalb von zwei Wochen. Die Partie bei RB Leipzig II wurde ebenfalls wegen der Witterungsbedingungen abgesagt. Dem FCE stehen damit englische Wochen bevor - doch die Lausitzer sind damit nicht allein in der Liga. Bis auf Jena, Schönberg und Bautzen haben alle anderen Teams bisher sogar noch weniger Spiele absolviert.