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Cottbus
Energie-Fans organisieren sich bei Facebook gegen Neonazis

Cottbus-Fans beim Spiel gegen Hertha.
Cottbus-Fans beim Spiel gegen Hertha. FOTO: Michael Hundt / Matthias Koch / Matthias Koch
Cottbus. Fans des FC Energie Cottbus haben eine Facebook-Gruppe eingerichtet, mit der sie sich offen gegen den Einfluss von Rechtsextremisten stellen.

Als Grund für diesen Schritt nennen sie eine pauschale Stigmatisierung der Fanszene, bekennen jedoch offen, „dass unser Verein offenbar noch zu viele Nazis anzieht“. Die Anhänger des Vereins werden aufgerufen, auch neben dem Platz „eine neue Ära“ zu beginnen.

Die Fanszene des FC Energie Cottbus leidet seit vielen Jahren unter dem massiven Einfluss von Rechtsextremisten der Gruppe „Inferno“ und ihrer Nachwuchsgruppe „Unbequeme Jugend“. Im Mai hatte „Inferno“ per Facebook-Mitteilung seine Auflösung erklärt, offenbar um einem Verbot zuvorzukommen. Die Akteure der Gruppe sind jedoch nach RUNDSCHAU-Recherchen weiter hinter den Kulissen aktiv und üben offenbar durch Drohungen Druck auf andere Fan-Gruppen aus. Die als unpolitisch geltende Gruppe „Ultima Raka“ hatte deshalb kürzlich die vorläufige Einstellung ihrer Gruppenaktivitäten auf der Nordtribüne erklärt. Sie weicht damit dem Versuch von Inferno-Aktivisten aus, einen Zusammenschluss der Ultra-Gruppen zu erzwingen, der dem „Inferno“ als Deckmantel weiterer Aktivitäten dient. „Inferno“ hat im Cottbuser Stadion ein Darstellungsverbot. Zahlreiche Mitglieder sind mit Stadionverboten belegt.

Die Facebook-Seite heißt: FC Energie Cottbus-Fans gegen Nazis

(sim)