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| 02:39 Uhr

Energie eiskalt – Training ohne Heizung

FOTO: Helbig
Cottbus. Es ist ein eiskaltes Signal: Energie wird auf den Betrieb der Rasen heizung während der Vorbereitung weit gehend verzichten. Deren Betrieb ist in der 4. Liga schlichtweg zu teuer. Frank Noack, Jan Lehmann und Michael Helbig (Fotos)

Die geplante Jagd auf Tabellenführer Carl Zeiss Jena begann mit einem eisigen Trappeln auf dem Kunstrasenplatz am Priorgraben. Bei winterlichen Bedingungen mit Temperaturen von minus zwei Grad ist Fußball-Regionalligist Energie Cottbus am Montagnachmittag auf ziemlich ungewohntem Untergrund in die Vorbereitung auf die Rückrunde gestartet.

Die Rasenheizung im Eliaspark blieb dagegen aus - und das wird sich auch in den nächsten Tagen und Wochen nicht ändern! Denn der Verein muss sparen und verzichtet daher ganz bewusst auf diesen für Viertliga-Verhältnisse ziemlich teuren Komfort eines grünen Rasens mitten im Winter. "Rasenheizung ist für die Regionalliga absoluter Luxus. Und Luxus können wir uns momentan nicht leisten", betont Präsident Michael Wahlich.

Das hat Trainer Claus-Dieter Wollitz auch in seiner Ansprache an die Mannschaft unmittelbar vor dieser ersten Übungseinheit nach der Winterpause deutlich gemacht. "Ich habe den Spielern gesagt: Nach dem Abstieg in die 4. Liga sollten wir Zurückhaltung und Demut zeigen. Im Moment halte ich es für den falschen Weg, die Rasenheizung anzumachen", sagt der Coach.

Der FC Energie besitzt mit dem Stadion der Freundschaft und dem Trainingsplatz im Eliaspark zwar gleich zwei Spiel flächen, die über eine Rasen heizung verfügen. Aber deren Betrieb kostet eben auch Geld - und zwar sehr viel Geld für einen Regionalligisten. Unter den gegenwärtigen Bedingungen in der Lausitz - also Eis und Schnee auf dem Rasen - würde ein Tag mindestens 1000 Euro kosten.

Trainer Wollitz hat bis zum Wiederbeginn der Punktspiele am 4. oder 5. Februar gegen RB Leipzig II täglich bis zu zwei Übungseinheiten angesetzt. Bei seinem ersten Engagement in Cottbus in der 2. Bundesliga lief die Heizung noch den gesamten Winter über und garantierte gleichbleibend gute Rasen verhältnisse. Jetzt in der 4. Liga ist das nicht mehr möglich. "Wir können nicht vor einem halben Jahr die Sponsoren und die Fans bitten, uns nach dem Abstieg zu helfen. Und jetzt im Winter machen wir dann vier Wochen lang die Rasenheizung an. Das sind Kosten, die ein Regional ligist nicht stemmen kann. Deshalb wäre das unverantwortlich", meint Wollitz und ergänzt: "Wir haben trotzdem in den vier Wochen alle Möglichkeiten, um gut zu trainieren. Andere Mannschaften wären froh, wenn sie überhaupt einen Kunstrasenplatz hätten." Außerdem seien das genaue jene Bedingungen, die Energie vermutlich auch beim ersten Spiel in Leipzig erwarten, ergänzt Präsident Michael Wahlich: "Das ist die beste Vorbereitung auf die realen Platzverhältnisse."

Der Spielfreude taten die winterlichen Bedingungen keinen Abbruch. Die Lust auf den Ball war den Profis anzumerken. Viele hatten sich mit langen Hosen, Mütze und Handschuhen gegen die Minusgrade gewappnet. Am härtesten war Erich Jeschke unterwegs. Er verzichtete auf all diese Utensilien und hatte sich nur eine Jacke übergeworfen. Keine Mütze, keine Handschuhe. Und natürlich keine Heizung.