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| 17:05 Uhr

Fußball
Wollitz nimmt Mamba in die Pflicht

Beim Kampfspiel in München konnte sich Streli Mamba (r.) nur selten gegen die „Löwen“-Abwehr durchsetzen. Foto: Eibner
Beim Kampfspiel in München konnte sich Streli Mamba (r.) nur selten gegen die „Löwen“-Abwehr durchsetzen. Foto: Eibner FOTO: Eibner-Pressefoto / EIBNER/Florian_Schust
Cottbus. Der wichtigste Energie-Angreifer ist nicht in Bestform und steht zudem kurz vor einer Gelb-Sperre. Für den Trainer ist das eine Frage der Einstellung. Von Jan Lehmann und Frank Noack

Die gute Nachricht ist: An diesem Wochenende spielt Energie Cottbus im brandenburgischen Landespokal. Am Freitagabend treten die Lausitzer beim Landesliga-Team Angermünder FC (19 Uhr) an. Dort kann Angreifer Streli Mamba also keine weitere gelbe Karte in der 3. Fußball-Liga kassieren. Es wäre seine Fünfte. Die bedeutet ein Spiel Sperre – und Mamba würde damit beim ohnehin schon dünn besetzten FCE im Angriff ein riesiges Loch reißen. Schließlich ist der 24-Jährige aktuell der einzige einsatzfähige Energie-Angreifer, der schon Drittliga-Tauglichkeit nachgewiesen hat. Wann der am Sprunggelenk operierte Kevin Scheidhauer zurückkehrt, ist weiterhin offen.

Mambas Kartenbilanz aus den ersten sechs Drittliga-Spielen überrascht. Kein anderer Cottbuser Profi wurde so oft verwarnt. Dabei müssen Akteure wie der robuste Abwehrspieler José-Junior Matuwila (eine gelbe Karte) sicherlich öfter in Kauf nehmen, in einem defensiven Zweikampf an die Grenze des Erlaubten zu gehen – und im Zweifelsfall dafür Gelb zu sehen.

Mamba hingegen bekam zuletzt bei der 0:2-Niederlage in München Gelb für eine wilde Schimpftirade, danach stand er wegen seines ständigen Reklamierens sogar kurz vorm Platzverweis. Auch die anderen Verwarnungen in der bisherigen Saison waren keineswegs Konsequenzen für ein überengagiertes Zweikampfverhalten des Angreifers. Eine Schwalbe gegen Rostock, ein ausgezogenes Trikot beim Torjubel in Wiesbaden und eine Schubserei in Würzburg stehen noch in Mambas Sünderkartei.

Energie-Trainer Claus-Dieter Wollitz ist natürlich aufgefallen, dass sein wichtigster Angreifer derzeit öfter negativ statt positiv auffällt. Denn trotz bisher schon drei Toren und drei weiteren Vorlagen agiert der Angreifer nicht in Bestform. Wollitz hat dafür eine Erklärung. Er sagt: „Mamba hat auch in München nicht im Hier und Jetzt gespielt. Er sollte sich daran erinnern, dass wir eine Mannschaft sind. Und, dass jeder seinen Teil dazu beitragen muss. Das habe ich nach dem Spiel im Kreis auch so gesagt.“

Eine Interview-Anfrage der RUNDSCHAU wurde vom Angreifer und auch vom Verein abgelehnt.

Mamba stand im zurückliegenden Transfersommer häufig in den Schlagzeilen. Nach 19 Regionalliga-Toren in der Vorsaison waren dem Vernehmen nach mehrere Zweitligisten an ihm interessiert. Energie-Trainer Wollitz nannte erst 500 000 Euro als Schmerzgrenze ­für den möglichen Verkauf seines wohl wichtigsten Angreifers, schraubte die geforderte Ablöse später noch auf 750 000 Euro hoch. Zuletzt bezeichnete das FCE-Präsidium den Angreifer sogar als unverkäuflich. Selbst wenn Energie immer wieder auf finanzielle Einnahmen angewiesen sei, so stünde doch der sportliche Erfolg an erster Stelle, hieß es.

Dafür nimmt Trainer Wollitz den Stürmer nun in die Pflicht. Er betont: „Man kann sich auf dem Rasen zwar mit dem Schiedsrichter und den Gegenspielern beschäftigen – aber man muss sich auch am Spiel beteiligen.“

Das gilt als nächstes wieder für das Cottbuser Drittliga-Heimspiel am 15. September gegen die SG Sonnenhof Großaspach. Ein Spiel ohne Mamba-Verwarnung wäre eine gute Nachricht für Energie.