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| 17:29 Uhr

Fußball
Wohin steuert der FCE-Kapitän?

 Als Führungsspieler geht Marc Stein bei Energie Cottbus voran. In dieser Saison hat der Abwehrspieler bereits vier wichtige Tore erzielt.
Als Führungsspieler geht Marc Stein bei Energie Cottbus voran. In dieser Saison hat der Abwehrspieler bereits vier wichtige Tore erzielt. FOTO: Steffen Beyer
Cottbus. Marc Stein ist bei Energie Cottbus eine Schlüsselfigur. Doch sein Herz wohnt in Stuttgart. Verlängert er dennoch seinen Vertrag beim FCE? Von Jan Lehmann

Bestens gelaunt war Energie-Kapitän Marc Stein aus dem kurzen Weihnachtsurlaub nach Cottbus zurückgekehrt – und froh darüber, die 600 Autobahn-Kilometer aus seiner Wahlheimat Stuttgart noch vor den großen Schneefällen im Süden hinter sich gebracht zu haben. Im Schwabenland hatte der 33-Jährige mit seiner Frau Julia und dem zweijährigen Sohn Ben die Feiertage verbracht.

In der Lausitz angekommen gab der Kapitän gleich die Richtung für für die Wintervorbereitung seiner Mannschaft in den kommenden Tagen. „Wir wissen, dass ein hartes Stück Arbeit auf uns zukommt. Am Ende der Hinrunde hat man aber auch in Phasen gesehen, dass wir genug Qualität haben, um Punkte mitzunehmen. Wir müssen uns bestmöglich vorbereiten.“

Stein ist eine Schlüsselfigur beim FCE. Mit Abgeklärtheit, Übersicht und Zweikämpfstärke hält der einstige Erstliga-Spieler von Hansa Rostock und Hertha BSC den Laden zusammen. Sein Wort hat in der Mannschaft großes Gewicht, weil der Abwehrspieler auf dem Spielfeld vorangeht. Bezeichnend war sein Kopfballtor beim Cottbuser Auswärtssieg auf dem Kaiserslauterer Betzenberg – nachdem er sich zuvor in diesem Spiel eine Nasenbeinfraktur zugezogen hatte. Mitspieler Fabio Viteritti schwärmte: „Marc Stein ist brutal – er köpft mit einer gebrochenen Nase das Ding da rein. Er ist ein absoluter Führungsspieler, der Leader in der Mannschaft. Er bringt uns voran und pusht die Mannschaft immer wieder. Es ist unglaublich, was er leistet.“

Diese Dienste will sich der FCE noch länger sichern. FCE-Trainer Claus-Dieter Wollitz macht kein Hehl daraus, dass er die nur noch bis zum Juni gültigen Arbeitspapiere des Führungsspielers gern verlängern würde. Insgesamt 18 Verträge laufen bei Energie aus – Stein dürfte auch eine Schlüsselfigur in den Cottbuser Planungen sein. Doch das Herz des gebürtigen Potsdamers wohnt in Stuttgart. Seine Frau stammt aus der Region, über kurz oder lang will die Familie dort gemeinsam sesshaft werden. Also: Wohin steuert der FCE-Kapitän? Der 33-Jährige erklärt: „Ich bin grundsätzlich für viele Ansätze und viele Aufgaben zu haben. Sicherlich ist das nicht ganz so leicht mit der Familie in Stuttgart und der Entfernung zu Cottbus. Aber man kann sich da zusammensetzen und die Möglichkeiten besprechen.“

Energie-Trainer Claus-Dieter Wollitz hat erkannt, dass es bei Marc Stein vor allem darum gehe, dem Kapitän die Perspektiven aufzuzeigen. Für ein sportlich reizvolles Projekt sei der 33-Jährige wohl zu gewinnen, so der Trainer. Wollitz betonte bereits im vergangenen Jahr: „Für Marc Stein ist eine erkennbare Entwicklung sehr wichtig. Darauf legt er großen Wert.“

Und auch Wollitz will beim FCE eine Entwicklung voranbringen. Mit seiner Ankündigung, in der Winterpause auf dem Transfermarkt aktiv zu werden, setzt er ein erstes öffentliches Zeichen. Marc Stein indes äußert sich in Sachen Verstärkungen noch etwas zurückhaltend. Er sagt: „Wir müssen schauen, wie es sich jetzt darstellt. Natürlich sind wir im Mittelfeld dünn besetzt, aber in Rostock hat das auch funktioniert. Wir haben da gute junge Spieler wie Leon Schneider, der das dort gut gemacht hat. Wir gehen jetzt in die erste Woche. Und wenn wir da unbedingt etwas benötigen, werden wir da schon tätig werden.“

 Marc Steins Sohn Ben (2) war schon im Stadion der Freundschaft zu Gast.
Marc Steins Sohn Ben (2) war schon im Stadion der Freundschaft zu Gast. FOTO: Steffen Beyer

Vertragsgespräche mit dem FCE hat Stein indes noch nicht geführt, sagt aber: „Man macht sich Gedanken, aber entschieden ist noch nichts. Das wird sich sicher alles in den nächsten Monaten alles erledigen.“ Für Trainer Wollitz geht es vor Beginn der Vertragsgespräche darum, dass im Verein wegweisende Entscheidungen gefällt werden. Er forderte zum Trainingsstart erneut: „Der Verein muss sich positionieren, was er möchte. Wollen wir so weiter machen – oder wollen wir uns weiter entwickeln? Dafür braucht man Sponsoren, mehr Zuschauer. Aber dafür bin ich nicht der richtige Ansprechpartner.“