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| 15:24 Uhr

Energie Cottbus
Viteritti im Zwiespalt: Große Ehre – deutliche Kritik

 Fabio Viteritti (r.) wurden zum dritten Mal zum Energie-Fußballer des Jahres gewählt. Marc Stein und Avdo Spahic (l.) landeten bei der Fan-Abstimmung auf den Plätzen zwei und drei.
Fabio Viteritti (r.) wurden zum dritten Mal zum Energie-Fußballer des Jahres gewählt. Marc Stein und Avdo Spahic (l.) landeten bei der Fan-Abstimmung auf den Plätzen zwei und drei. FOTO: Steffen Beyer
Cottbus. Von Jan Lehmann und Frank Noack

Nur „Fußballgott“ Detlef Irrgang hatte das bisher geschafft – nun ist auch Fabio Viteritti zum dritten Mal „Energie-Fußballer des Jahres“. Der 25-Jährige schaffte sogar ein Novum bei der Wahl, die seit 1980 durchgeführt wird: Dreimal hintereinander hatte vor ihm noch kein Energie-Kicker gewonnen.

Und dennoch war Viteritti nach der Ehrung am Samstag nicht zum Feiern zu Mute. Ohne Kommentar verließ der Mittelfeldspieler nach der 1:2-Niederlage gegen Würzburg mit zwiespältigen Gefühlen frustriert das Stadion der Freundschaft. Auf der Vereinshomepage bedankte er sich später mit einem kurzen Statement bei den Fans, die ihn gewählt hatten. Viteritti betonte dabei: „Ich hätte mich heute allerdings mehr über einen Sieg gefreut.“

Nach seinem Außenbandriss im Sprunggelenk war der Publikumsliebling zwar zu einem viertelstündigen Comeback gekommen – die Niederlage konnte er dabei aber nicht mehr verhindern. Zudem gab es zur großen Ehre auch noch deutliche Kritik von Trainer Claus-Dieter Wollitz am Titelträger. Der sagte: „Ich freue mich, dass er zum dritten Mal Spieler des Jahres geworden ist. Aber er hat bis zu seiner Verletzung nicht jene Akzente gesetzt, die wir uns auf dieser Position erhoffen.“

 Fabio Viteritti gab gegen Würzburg sein Comeback.
Fabio Viteritti gab gegen Würzburg sein Comeback. FOTO: Steffen Beyer

Der Trainer kritisiert, dass es Viteritti wie auch einigen weiteren Leistungsträgern aus der Vorsaison noch immer nicht gelungen sei, sich in der neuen Liga zu etablieren. Wollitz rechnet vor: „Er hat in der 3. Liga noch kein Tor vorbereitet.“ Die bisher vier Saisontore – zwei davon per Elfmeter – sind dem Coach ein zu geringer Ertrag seines Topscorers aus der Vorsaison. Im Aufstiegsjahr hatte Viteritti 13 Treffer erzielt und zwölf weitere vorbereitet.

Wollitz fordert nun vom „Energie-Fußballer des Jahres“, dass er im Abstiegskampf mehr Verantwortung übernimmt: „Ich erwarte von ihm, aber auch von allen anderen Spielern, dass sie wissen, worum es hier geht – für den Verein sowie für sie persönlich.“

Jetzt ist es an Viteritti, die Ehrung sowie diese deutlichen Worte in positive Energie umzuwandeln. Vielleicht kann ja „Fußballgott“ Irrgang dabei ein paar Tipps geben. Denn dessen damaliger Trainer hatte ihn auch nicht mit Samthandschuhen angefasst. Im Gegenteil: Irrgang musste sich von Eduard Geyer noch weitaus deftigere Sachen anhören.

Die Energie-Fußballer des Jahres im Überblick

  • 2018: Fabio Viteritti
  • 2017: Fabio Viteritti
  • 2016: Fabio Viteritti
  • 2015: René Renno
  • 2014: Sven Michel
  • 2013: Alexander Bittroff
  • 2012: Thorsten Kirschbaum
  • 2011: Nils Petersen
  • 2010: Nils Petersen
  • 2009: Gerhard Tremmel
  • 2008: Gerhard Tremmel
  • 2007: Timo Rost
  • 2006: Kevin McKenna
  • 2005: Kevin McKenna
  • 2004: Laurentiu Aurelian Reghecampf
  • 2003: Laurentiu Aurelian Reghecampf
  • 2002: Silvio Schröter
  • 2001: Tomislav Piplica
  • 2000: Vasile Miriuta
  • 1999: Franklin Bittencourt
  • 1998: Tomislav Piplica
  • 1997: Detlef Irrgang
  • 1996: Toralf Konetzke
  • 1995: Antonio Ananiev
  • 1994: Olaf Besser
  • 1993: Detlef Irrgang
  • 1992: Detlef Irrgang
  • 1990/91: Jens Melzig
  • 1989/90: Frank Lehmann
  • 1988: Petrik Sander
  • 1987: Maik Pohland
  • 1986: Ralf Lempke
  • 1985: Andreas Wolf
  • 1984: Andreas Wolf
  • 1983: Robert Reiß
  • 1982: Petrik Sander
  • 1981: Andreas Wendt
  • 1980: Peter Zierau