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| 17:33 Uhr

FCE absolviert Wintervorbereitung in Cottbus
Keine Kamele, keine Küste – keine Klagen

 Dimitar Rangelov und der FCE müssen sich in diesen Tagen warm anziehen. Viele Cottbuser Drittliga-Konkurrenten hingegen bereiten sich im Süden vor. Der Bulgare sagt aber: „Es spielt keine Rolle, wo wir trainieren.“
Dimitar Rangelov und der FCE müssen sich in diesen Tagen warm anziehen. Viele Cottbuser Drittliga-Konkurrenten hingegen bereiten sich im Süden vor. Der Bulgare sagt aber: „Es spielt keine Rolle, wo wir trainieren.“ FOTO: fotostand / Fotostand / Weiland
Cottbus. Anders als viele Clubs sieht der FC Energie derzeit kaum Sonne. Die Profis nehmen den Verzicht aufs Trainingslager ohne Murren hin.

Der Hallesche FC grüßt derzeit aus dem zart-gelben Sonnenlicht im türkischen Belek, der Cottbuser Auftaktgegner SV Wehen Wiesbaden freut sich auf das blaue Meer in Oliva Nova (Spanien). Ein Großteil der Drittligisten bereitet sich im Süden auf das Drittliga-Jahr vor. Energie Cottbus hingegen muss die Wintervorbereitung in diesen Tagen im grau-kalten Cottbus absolvieren. Der Verein spart sich die Kosten für den etwa 30000 Euro teuren Auslandsaufenthalt – die Spieler nehmen es ohne Murren hin. Lasse Schlüter betont: „Wir haben das die letzten Jahre nicht anders gemacht und sind da auch aufgestiegen. Wir haben hier vor Ort sehr gute Bedingungen, da kann sich keiner beschweren.“ Und der Brasilianer Marcelo, der in der kurzen Weihnachtspause auf einen Heimaturlaub verzichtet hat, beteuert: „Ich bin schon drei Jahre in Deutschland und kenne den Winter. Ich kann bei Schnee und Kälte Fußball spielen.“

Neben den Einheiten im Kraftraum direkt am Stadion und dem Laktattest in der Cottbuser Leichtathletik-Halle gehen die Cottbuser natürlich auch auf den Trainingsplatz. Dabei macht der Rasen im Eliaspark weiter etwas Sorgen, die Niederschläge der vergangenen Wochen haben dem Platz zugesetzt. Energie-Trainer Claus-Dieter Wollitz muss seine Einheiten also auch ein bisschen nach dem Wetter planen. Am Montag wurde am Vormittag auf der Anlage in der Parzellenstraße trainiert, nachmittags stand eine Laufeinheit auf dem Programm. Verfügbar ist zudem der Ausweichplatz in Dissenchen, zur Not kann die Mannschaft auch auf dem neuen Kunstrasenplatz im Südstadion oder am Priorgraben antreten. Wollitz sagt aber: „Als Fußballer will man natürlich lieber auf Naturrasen spielen.“

Das geht auch Dimitar Rangelov so. Der Bulgare hatte einst zu Erst- oder Zweitliga-Zeiten noch erlebt, wie sich Energie durchaus hochwertige Unterkünfte in der Winterpause leisten konnte. Legendär sind die Aufenthalte im Fünf-Sterne-Hotel Titanic Deluxe in Antalya. Trainer Claus-Dieter Wollitz war mit seinen Teams immer gern in der spanischen Region Malaga – so auch 2010 mit dem FCE, als das Trainingslager in Estepona stattfand. 2011 allerdings verzichtete Wollitz auf eine weite Reise mit dem Team, weil die Winterpause damals nur vier Wochen lang war.

 Wintertrainingslager von Energie Cottbus
Wintertrainingslager von Energie Cottbus FOTO: LR / Katrin Janetzko

Ansonsten waren Wintertrainingslager über viele Jahre bei Energie Cottbus eine Selbstverständlichkeit. Eine Recherche im RUNDSCHAU-Archiv ergab die durchaus überraschende Erkenntnis, dass der FCE sogar schon 1994 als Regionalligist für zwölf Tage in Tunesien war. Auch Portugal oder Zypern waren die Lausitzer zu Gast.Zu Zeiten von Trainer Eduard Geyer war der FCE Dauergast in Dubai in den Vereinigten Arabischen Emiraten. Ein zur Tradition gewordener Kamelritt sollte den FCE-Profis dort Glück bringen – das half dem FCE bekanntlich bis zum Aufstieg in die Fußball-Bundesliga.

Aktuell kämpft der FCE indes um den Klassenerhalt in der 3. Liga. Lasse Schlüter: „Es geht um jeden Punkt, da wird es in jedem Spiel um Kleinigkeiten gehen. Es ist gut, dass wir gegen jeden Gegner mal gespielt haben und wissen, dass wir mithalten können.“ Auch Dimitar Rangelov ist zuversichtlich. Er sagt: „Wir müssen es so machen wie zuletzt gegen Hansa Rostock - und dann glaube ich, dass wir keine Probleme haben.“

 Einstige FCE-Profis wie Georg Koch (l.) und Christian Beeck wagten in Dubai einen Kamel-Ritt.
Einstige FCE-Profis wie Georg Koch (l.) und Christian Beeck wagten in Dubai einen Kamel-Ritt. FOTO: LR

Auch von ihm gibt es keine Klagen wegen fehlender Sonne und Küste. Der 35-Jährige betont: „Es spielt keine Rolle, wo wir trainieren. Für uns ist es wichtig, wieder fit zu sein.“ Der Bulgare sagt optimistisch: „Es ist nicht so kalt, es gibt schöne frische Luft.“ Und falls der einstige Erstliga-Stürmer Lust auf bucklige Paarhufer hat, kann er mit seiner Frau und den beiden Kindern ja auch in den Cottbuser Tierpark gehen. Dort gibt es Trampeltiere, die gehören zur Familie der Kamele. Ob auf denen allerdings geritten werden darf, muss noch recherchiert werden.