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Fussball
Punkte sammeln für den Urlaub

Bloß nicht ausrutschen, lautet die Devise für Kevin Weidlich und den FCE im Heimspiel gegen Neustrlitz.
Bloß nicht ausrutschen, lautet die Devise für Kevin Weidlich und den FCE im Heimspiel gegen Neustrlitz. FOTO: Steffen Beyer / imago/Steffen Beyer
Cottbus. Energie Cottbus trifft im letzten Spiel vor der Winterpause am Samstag auf die TSG Neustrelitz.

Kennen Sie das, den Fluch und Segen der Sammelpunkte an der Supermarktkasse? Es soll ja Fälle geben, wo sogar Freunde und Verwandte mithelfen müssen, damit man am Ende die nötigen Punkte für das Bügeleisen zum halben Preis ­zusammenbekommt. Die Fußballprofis von Energie Cottbus können sich dagegen nur selbst ­helfen. Ihr Deal lautet: Wenn sie auch noch das letzte Spiel vor der Winter­pause an diesem Samstag gegen die TSG Neustrelitz ge­winnen (13.30 Uhr, LR-Liveticker), dann gibt es zusätzlichen Urlaub von Trainer Claus-Dieter ­Wollitz.

50 Punkte hätte der FCE dann in seinem Saison-Sammelheft – so viel wie noch nie in der Vereinsgeschichte. „Wenn wir gewinnen, dann gebe ich der Mannschaft drei Tage mehr Urlaub“, kündigt Wollitz an. „Wir haben zwar nur eine kurze Vorbereitungszeit im Januar. Aber das kriegen wir mit der richtigen ­Trainingssteuerung schon hin.“ Ursprünglich ist der Beginn der Vorbereitung für den 3. Januar geplant.

Drei zusätzliche Urlaubstage für einen Heimsieg gegen den Drittletzten der Regionalliga Nordost? Auf den ersten Blick hört sich das nach keiner wirklichen Herausforderung im ersten Spiel der Rückrunde für den souveränen Tabellenführer an. Immerhin hat Energie auf dem Weg zum Herbstmeister­titel nur zwei Mal unentschieden gespielt. Alle anderen Partien wurden gewonnen. Und dennoch warnt Wollitz eindringlich vor Neustrelitz. Genauer gesagt, warnt er davor, die TSG auf der Zielgeraden in Richtung Winterpause zu unterschätzen.

Und dabei sollen auch die Fans helfen. „Wir wissen was uns er­wartet. Deshalb hoffe ich auf einen würdigen Abschluss. Wir brauchen die Unterstützung der Fans, um die nötige Spannung zu haben.“ Als Ziel hat Wollitz die Marke von 5000 Fans im Stadion der Freundschaft ausgegeben.

Zuletzt stand meistens eine Vier vor der Zuschauerzahl. Vielleicht auch deshalb, weil die lange Siegesserie des FCE etwas die Spannung aus der Tabelle und damit auch aus den Köpfen genommen hat. Präsident Michael Wahlich formuliert die durchaus vorhandene Enttäuschung über die jüngsten Zuschauerzahlen direkter als Wollitz. „,Pele‘ will nicht, dass es heißt, er kritisiert die Zuschauerzahlen. Ich will es ­dagegen schon und sage deutlich: Die Besucherzahl bei den letzten Spielen war der Leistung, die wir gebracht haben, nicht angemessen“, erklärt Wahlich.

Bei manchem Fan habe sich offenbar das Gefühl eingeschlichen, die Mannschaft gewinne die Spiele ja sowieso. „Die Frage ist nur noch, ob 3:0 oder 4:0“, so Wahlich. „Dem ist aber nicht so. Und das sollten wir ruhig auch mal öffentlich sagen. Ich als Präsident darf das. Weil wir uns alle hier sehr bemühen, diesen Erfolg zu generieren.“

Allerdings liegt Energie auch in dieser Rangliste weit vor der Konkurrenz. In Cottbus kamen in dieser Saison im Schnitt 5584 Zuschauer zu den Heimspielen. Es folgen Lok Leipzig (3546) und Chemie Leipzig (2644) auf den Plätzen zwei und drei. Zum Vergleich: Samstag-Kontrahent Neustrelitz kommt auf 517 Zuschauer pro Heimpartie.

Wollitz hat seinem Team gegen die TSG übrigens noch eine wichtige Klausel für den weihnachtlichen Urlaubsdeal mit auf den Weg gegeben. „Wir müssen auf dem Platz auch unsere Aufgaben erfüllen“, ­fordert er. Soll heißen: Ein Sieg ist nicht ­alles. Auch die taktischen Vor­gaben ­sollen eingehalten werden. Die Messlatte liegt also deutlich höher als beim Abholen des Bügel­eisens an der ­Supermarktkasse. Denn im Kleingedruckten des Punkte-­Sammelheftes ist von ­Haltungsnoten für uns Verbraucher zum Glück keine Rede.

Aufstellung Neustrelitz 4c
Aufstellung Neustrelitz 4c FOTO: LR