ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
| 15:24 Uhr

Energie Cottbus
Im Abstiegsfall: Wollitz würde mit in die 4. Liga gehen

FOTO: Frank Hammerschmidt
Cottbus. Bei Energie Cottbus herrscht trotz der bedrohlichen Situation im Tabellenkeller der 3. Fußball-Liga Einigkeit. Nach der öffentlichen Stärkung durch die Vereinsspitze setzte am Donnerstag nun Trainer Wollitz ein deutliches Zeichen: Er will im Abstiegsfall beim FCE bleiben. Von Jan Lehmann

Vor dem Auswärtsspiel am Samstag bei der SG Sonnenhof Großaspach, mit dem für Energie Cottbus der „Endspiel-Monat“ März beginnt, scheinen im Verein die Fronten geklärt. Nachdem Präsident Werner Fahle Trainer Claus-Dieter Wollitz in der RUNDSCHAU deutlich den Rücken gestärkt hatte, erklärte der Coach am Donnerstag gegenüber dem „rbb“ nun sogar, dass er im Fall des Abstiegs mit in die 4. Liga gehen würde: „Ich bleibe auch in der Regionalliga Trainer in Cottbus“, so Wollitz am Radio-Mikrofon.

Zuvor hatte Präsident Fahle betont: „Pele Wollitz ist unser Mann. Wir stehen hinter ihm.“ Anders als bei vielen anderen Profi-Clubs verzichtet man in Cottbus damit offenbar von vornherein auf die sonst übliche Option, in einer Krisensituation mit einem Trainerwechsel noch die Wende zu schaffen. Wollitz, der mit einer Unterbrechung insgesamt schon fünfeinhalb Jahre als Cheftrainer für Energie Cottbus arbeitet, wirkte am Donnerstag voller Tatendrang, sprach offen über seine Zukunft und verdeutlichte gegenüber der RUNDSCHAU: „Ich habe im Sommer ein gutes Angebot eines Clubs ausgeschlagen, weil ich mich mit der Aufgabe in Cottbus identifiziere.“ Er habe einen Vertrag unterschrieben, der für die 3. und die 4. Liga gelte, und den wolle er auch im Falle des Abstiegs erfüllen, so Wollitz.

Der Coach setzt damit ein wichtiges Zeichen für sein Team - und dennoch gilt alles Streben in diesen Tagen natürlich dem Klassenerhalt. Der Trainer betonte bei der Pressekonferenz vor dem Auswärtsspiel in Großaspach: „Ich bin überzeugt davon, dass wir gut genug sind, um diese Liga zu halten – und dass wir am Samstag gewinnen können.“ Dafür sei die kampfstarke Leistung aus dem Spiel gegen 1860 München ein Hoffnungsschimmer, erklärte der Trainer. Er sagte: „Das muss der Weg sein von der Einstellung, vom Kampf und vom Willen her.“

Dass es angesichts der Serie von vier Niederlagen in Folge und nur einem Sieg aus zehn Spielen Diskussionen gebe, empfindet Wollitz nicht als ungewöhnlich. Er betonte: „Ich weiß, dass die Sorgen größer geworden sind, dass noch mehr diskutiert wird. Das ist normal in dieser Phase, das muss man jetzt aushalten.“ Die meisten Menschen sprächen ihm Mut zu, berichtet der 53-Jährige. Er sagte: „Dafür bin ich sehr dankbar, denn innerlich bin ich permanent am Weinen.“ Wollitz folgerte aus dem Zuspruch: „In der Sorge sehe ich die Kraft, das Interesse der Menschen ist da. Den Aufmunterungen sollten wir jetzt Taten folgen lassen.“

 Energie-Präsident Werner Fahle hatte am Mittwoch erklärt: „Pele Wollitz ist unser Mann. Wir stehen hinter ihm.“
Energie-Präsident Werner Fahle hatte am Mittwoch erklärt: „Pele Wollitz ist unser Mann. Wir stehen hinter ihm.“ FOTO: Frank Hammerschmidt

Das Vertrauen des Clubs spüre er bei der täglichen Arbeit, so Wollitz. Er sprach ganz offen über einen möglichen Trainerwechsel: „Vereine entscheiden meistens auch aus der Emotion heraus, aus der Enttäuschung heraus. Das Gefühl habe ich nicht, und ich glaube auch nicht, dass es die richtige Entscheidung wäre.“ Auch Fahle hatte erklärt: „Es bringt überhaupt nichts, jetzt am Trainer zu deuteln.“

Stattdessen erhoffen sich beide die Trendwende, am besten schon in Großaspach: „Ein Sieg verändert vieles“, betonte Wollitz und fügte hinzu: „Wenn wir diese Situation meistern, werden wir stark herauskommen.“ Dafür sprach er Spielern wie Fabio Viteritti oder Kevin Weidlich, die er auch schon öffentlich kritisiert hatte, bei der Pressekonferenz noch einmal sein Vertrauen aus: „Sie haben letzte Woche gezeigt, dass sie die richtige Körpersprache mitbringen.“

Später erklärte der Coach noch gegenüber der RUNDSCHAU: „Ich bin überzeugt, dass wir es schaffen. Das ist eine gute Mannschaft, ich glaube an diese Spieler. Und deshalb werde ich sie auch nicht im Stich lassen.“ Stattdessen sei er schon in der Planung für die kommende Saison – die angesichts der aktuellen Tabellensituation natürlich zweigleisig stattfinden muss. Wollitz spricht nach eigener Aussage mit den Spielern also auch darüber, ob sie im Abstiegsfall mit zurück in die Regionalliga gehen würden. Er berichtete: „Einige sind dafür sehr aufgeschlossen.“