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| 13:28 Uhr

Energie-Neuzugang Tobias Hasse (mit VIDEO)
Auf schnellen Füßen in Viterittis Fußstapfen

 Tobias Hasse kommt mit der Erfahrung von 99 Regionalliga-Partien nach Cottbus. Er will den nächsten Entwicklungsschritt machen.
Tobias Hasse kommt mit der Erfahrung von 99 Regionalliga-Partien nach Cottbus. Er will den nächsten Entwicklungsschritt machen. FOTO: Imago Sportdienstfoto GmBH / KH, via www.imago-images.de
Cottbus. Tobias Hasse war der erste Neuzugang bei Energie Cottbus nach dem Abstieg – genau wie 2016 Fabio Viteritti der erste neue Hoffnungsträger war. Es gibt Parallelen zwischen beiden Spielern. Schafft Hasse eine ähnliche Entwicklung? Von Jan Lehmann

Diese Fußstapfen sind ziemlich groß: Als Energie Cottbus vor drei Jahren nach dem Abstieg in die Regionalliga eine komplett neue Mannschaft zusammenstellen musste, war Fabio Viteritti der erste Neuzugang. Der dribbelstarke Flügelspieler entwickelte sich vom Hoffnungsträger zum Publikumsliebling, war kaum angefochtener Stammspieler und verließ den Verein nun als dreifacher „Energie-Fußballer des Jahres“ in Richtung Zwickau.

Tobias Hasse muss grinsen, wenn er diesen Verlauf hört. Dieses Mal ist er nämlich der erste Neuzugang nach dem erneuten Absturz in die Viertklassigkeit. Auch er ist ein Flügelspieler, bringt dem Vernehmen nach etwas mehr Tempo und etwas weniger Dribbling im Vergleich zu Viteritti mit. Der 23-Jährige sagt mit Blick auf seinen Vorgänger bescheiden: „Das wäre natürlich ein super Werdegang. Aber es geht für mich erst einmal darum, sich hier zu zeigen und kleine Brötchen zu backen.“

Ein Ansporn ist die Entwicklung seines Vorgängers aber sicher allemal. Beim ersten Cottbuser Testspiel an diesem Samstag bei Union Frankfurt (12.30 Uhr/RUNDSCHAU-Liveticker) im Stadion der Freundschaft in Frankfurt (Oder) wird Tobias Hasse nun zum ersten Mal das FCE-Trikot tragen. Nach der ersten Trainingseinheit berichtet er: „Es war anstrengend, aber es hat Spaß gemacht. Wir haben uns alle gefreut, dass alles wieder losgeht.“

 Fabio Viteritti war 2016 mit einer Bilanz von 91 Regionalliga-Partien zum FCE gekommen. Drei Jahre, 119 Pflichtspiele, 41 Tore und 32 Vorlagen später ging er als dreifacher „Energie-Fußballer des Jahres“ nach Zwickau.
Fabio Viteritti war 2016 mit einer Bilanz von 91 Regionalliga-Partien zum FCE gekommen. Drei Jahre, 119 Pflichtspiele, 41 Tore und 32 Vorlagen später ging er als dreifacher „Energie-Fußballer des Jahres“ nach Zwickau. FOTO: Steffen Beyer

Hasse wurde im Nachwuchs von Hertha BSC ausgebildet, absolvierte für den Berliner AK, Viktoria Berlin und Rot-Weiß Erfurt schon 99 Regionalliga-Spiele. Trainer Claus-Dieter Wollitz lobt: „Wir suchen genau solche Spieler wie er, die schon Erfahrung in dieser Liga haben.“ Hasse setzt in den Wechsel zum FC Energie große Hoffnungen und betont: „Ich möchte mich weiterentwickeln, den nächsten Schritt machen. Ich denke, dass der Trainer da genau richtig für mich ist.“

Es sind die positiven Beispiele von Viteritti und dessen Kollegen, die FCE-Coach Wollitz bei der aktuellen Spielersuche offenbar etwas helfen könnten. Schließlich hat er Akteuren wie Streli Mamba (SC Paderborn), José-Junior Matuwila (1. FC Kaiserslautern), Marcelo de Freitas (Chemnitzer FC), Lasse Schlüter (Eintracht Braunschweig) oder eben Viteritti (FSV Zwickau), die alle als unbekannte Viertliga-Spieler nach Cottbus gekommen waren, zum nächsten Karriere-Schritt verholfen.

Dass der Weg dahin durchaus steinig sein kann, musste auch Viteritti einst erleben, der übrigens mit der Erfahrung von 91 Regionalliga-Spielen nach Cottbus gekommen war. Unvergessen ist, wie Wollitz sich nach den ersten Testspiel-Eindrücken über die Körperhaltung des Neuzugangs echauffierte. Und selbst in der zurückliegenden Drittliga-Saison monierte er die fehlende Effektivität des Flügelspielers. Bei diesem Thema muss wohl auch Hasse noch an sich arbeiten. Aus Erfurt war zu hören, dass der 23-Jährige zwar auf schnellen Füßen in die gefährliche Zone stoße, dort aber noch zu wenig Zählbares heraushole.

Es gibt also viel zu tun, Hasse geht motiviert in die harten Vorbereitungswochen. Er sagt: „Ich will angreifen und mich zeigen, damit ich dann, wenn es wieder losgeht, auf dem Platz stehe.“ Dabei fiebert er seinem ersten Pflichtspiel im Stadion der Freundschaft der Freundschaft entgegen. Hasse berichtet: „Ich hatte im letzten Jahr auch schon eine gute Kulisse, aber hier ist es noch einmal etwas anderes. Ich freue mich schon jetzt auf das erste Heimspiel, wenn hier richtig was los ist.“

Und auch unter den Fans wird man schon gespannt sein, was dieser Tobias Hasse für ein Typ ist. Vielleicht ist das ja sogar einer für den Stimmzettel bei der nächsten Wahl zum „Energie-Fußballer des Jahres“.

Auf diese Spieler setzt der FCE bei der „Mission Wiederaufstieg“ FOTO: Steffen Beyer
Wohin gehen die Aufstiegshelden von Energie Cottbus? FOTO: Matthias Koch / Michael Hundt / Matthias Koch