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| 17:46 Uhr

Fußball
Energies Nachwuchs feiert – Wollitz warnt

 Mit einem 2:0 gegen Hansa Rostock machten die A-Junioren von Trainer Sebastian Abt den Aufstieg in U19-Bundesliga klar. Am Samstag hatte die U17 des FCE den Klassenerhalt in der höchsten Spielklasse geschafft.
Mit einem 2:0 gegen Hansa Rostock machten die A-Junioren von Trainer Sebastian Abt den Aufstieg in U19-Bundesliga klar. Am Samstag hatte die U17 des FCE den Klassenerhalt in der höchsten Spielklasse geschafft. FOTO: LR / Georg Zielonkowski
Cottbus. Die U19 von Energie Cottbus steigt auf – kann die erste Mannschaft das auch wieder packen? Cheftrainer Wollitz wünscht sich dafür „absolute Geschlossenheit“ im Verein. Die Personalplanungen werden vertieft. Von Jan Lehmann

Mit dem Fahrrad war Energie-Trainer Claus-Dieter Wollitz am Sonntag im sommerlichen Cottbus unterwegs, um den A-Junioren des FC Energie im entscheidenden Spiel um den Aufstieg im Südstadion die Daumen zu drücken. Er erlebte den 2:0-Sieg der Mannschaft seines Co-Trainers Sebastian Abt gegen Hansa Rostock mit, durch den Energie wieder in der U19-Bundesliga vertreten ist. Auch die U17 spielt weiter erstklassig, nachdem am Samstag der Klassenerhalt geschafft wurde.

Von derartigen Höhen ist Wollitz mit den Profis weit entfernt, stattdessen steht der FCE nach dem bitteren Abstieg aus der 3. Fußball-Liga vor dem zweiten Neustart in der Regionalliga. Am Freitag hatte Präsident Werner Fahle verkündet, dass Präsidium und Verwaltungsrat den „sofortigen Wiederaufstieg als Saisonziel“ definiert haben.

Wollitz erklärte am Sonntag zurückhaltend: „Das ist grundsätzlich ein sehr positives Zeichen.“ Dennoch ist dem Trainer anzumerken, dass er die Gefahren der zweiten „Mission Wiederaufstieg“ sieht. Wollitz warnt eindringlich: „Diese Mission wird uns nur mit absoluter Geschlossenheit und absolutem Vertrauen gelingen.“ Er erinnert an den Neustart 2016, als er unter der Führung vom damaligen Präsidenten Michael Wahlich eine komplett neue Mannschaft aufbauen musste. „Damals war das absolute Vertrauen vorhanden“, so Wollitz. Und heute? Am Montag trifft sich der Cheftrainer erneut mit Präsident Fahle, um die Kader-Planung für die bevorstehende Regionalliga-Saison zu konkretisieren. Bisher hat Energie nur Abgänge zu verzeichnen, weitere Leistungsträger werden wohl die Lausitz verlassen (siehe Infobox).

 Cheftrainer Claus-Dieter Wollitz muss eine neue Mannschaft aufbauen.
Cheftrainer Claus-Dieter Wollitz muss eine neue Mannschaft aufbauen. FOTO: Steffen Beyer

Dabei will der Verein bis zur Mitgliederversammlung am 14. Juni zumindest einen Kern der neuen Mannschaft präsentieren. Bisher haben mit Leon Schneider (18 Jahre), Andrej Startsev (24), Paul Gehrmann (24), Niklas Geisler (18), Moritz Broschinski (18) und Abdulkadir Beyazit (22) nur sechs Spieler einen gültigen Vertrag für die Regionalliga. Bei Avdo Spahic (22) und Felix Geisler (22) könnte der Verein gegebenenfalls Optionen ziehen. Mit dem am Knie schwer verletzten Maximilian Zimmer (26) soll der Vertrag verlängert werden.

Nun ist es vor allem Wollitz‘ Aufgabe, das neue Team zusammenstellen. Der Trainer lässt sich noch nicht in die Karten gucken, verdeutlicht aber, dass er natürlich seine Fühler in der Regionalliga Nordost ausgestreckt habe. Priorität habe aber der Blick in die eigenen Reihen. Wollitz setzt auf die Eigengewächse wie Torhüter Spahic, die beiden Geisler-Brüder sowie Schneider oder Broschinski. Vielleicht können sich auch noch weitere Youngster, wie beispielsweise Iven Löffler, der am Sonntag beide Tore für die Cottbuser U19 schoss, für die erste Mannschaft empfehlen.

Zudem will Wollitz versuchen, einige der älteren Profis für den Neustart zu gewinnen. Kapitän Dimitar Rangelov (36) könnte ein Grundpfeiler werden, auch Abwehr-Routinier Robert Müller (32) würde Wollitz gern halten. In seinen Überlegungen spielen zudem Akteure wie Keeper Kevin Rauhut (29), Fabian Holthaus (24) oder Daniel Stanese (25) eine Rolle.

Viel wird allerdings davon abhängen, ob Energie diesen Spielern ein akzeptables Angebot machen kann. Zwei bis 2,5 Millionen Euro als Etat hatte Wollitz vom Verein gefordert, um eine Mannschaft mit Aufstiegsambitionen aufbauen zu können. Präsident Fahle hatte zuletzt gegenüber der RUNDSCHAU konstatiert, dass der Verein dafür noch eine finanzielle Lücke schließen müsse. Wie groß die ist, wurde nicht bekannt. Fest steht allerdings: Nach einer entspannten Radtour durch die Regionalliga klingt das noch nicht – denn ohne einen schlagkräftigen Kader droht dem FCE gegen ambitionierte Vereine wie Lok Leipzig, Wacker Nordhausen oder auch Rot-Weiß Erfurt stattdessen ein echter Höllenritt.

FOTO: Frank Noack / Sven Bock