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| 16:48 Uhr

Fußball
Energie startet mit der großen W-Frage

Der FCE will den bisher so erfolgreichen Kader zusammenhalten. Dafür stehen nun schwierige Vertragsverhandlungen an.
Der FCE will den bisher so erfolgreichen Kader zusammenhalten. Dafür stehen nun schwierige Vertragsverhandlungen an. FOTO: Steffen Beyer
Cottbus. Energie Cottbus kehrt am Samstag wieder ins Training zurück. Zu Beginn des Fußballjahres stehen dabei nicht nur sportliche Themen an.

Nein, es ist nicht die Wollitz-Frage, mit der Energie Cottbus am Samstag in die Vorbereitung auf das spannende Fußballjahr starten wird. Dabei hatte FCE-Präsident Michael Wahlich zuletzt im RUNDSCHAU-Interview deutlich gemacht, dass der Verein in einer Zwickmühle steckt. Viele Spieler wollen nämlich nur ihren Vertrag in Cottbus verlängern, wenn auch der Trainer bleibt. Doch auch dessen Arbeitspapiere verlängern sich wie bei vielen Spielern nur im Falle des Aufstiegs.

Die Vertragsverhandlungen sollen im Januar intensiviert werden, Wollitz jedoch richtet seinen Blick aufs Sportliche. Vor dem Trainingsstart am Samstag um 11 Uhr im Cottbuser Eliaspark will der Coach seinen Spielern deshalb eine andere wichtige W-Frage stellen – nämlich die Willens-Frage. Der Cheftrainer verrät schon vorab: „Ich werde am Samstag sicher keine lange Rede halten, sondern die Spieler fragen: ,Wer von Euch will am 24. und 27. Mai auflaufen und mit Energie Cottbus den Aufstieg in die 3. Liga schaffen?‘“

Der Fokus ist ganz klar auf die Aufstiegsspiele gerichtet – bei 14 Punkten Vorsprung in der Regionalliga Nordost wäre alles andere auch Quatsch. Deshalb hat sich der FCE auch ein anspruchsvolles Testspielprogramm zusammengestellt. Los geht es am Mittwoch gegen den Drittligisten Hallescher FC (14 Uhr/Stadion der Freundschaft). Wollitz berichtet: „Ich werde in diesen Spielen verschiedene Systeme ausprobieren. Gegen Halle will ich eine Dreier-Kette versuchen. Dass muss ich machen, weil wir nach der Rückkehr von Philipp Knechtel fünf Innenverteidiger im Kader habe. Denen muss ich gerecht werden.“

Wollitz will sein Team für die K.o.-Spiele im Mai bestens wappnen, auch wenn er immer noch mit dieser umstrittenen Regelung hadert: „Wir könnten theoretisch mit 90 Punkten Meister werden, und es würde immer noch auf diese beiden Spiele ankommen. Ich empfinde das als Betrug.“

Bis zum Mai will der Trainer auch Winter-Neuzugang Kevin Scheidhauer in Form gebracht haben. Er erklärt: „Kevin wird sicher nicht von Beginn an einschlagen. Aber bis dahin können wir ihn so weit gebracht haben, dass er ein wichtiger Faktor ist. Der Vorteil bei dieser Verpflichtung: Kevin will unbedingt zurück in die 3. Liga, er will es allen zeigen und auch sich selbst etwas beweisen.“

Und die Wollitz-Frage? Auch die wird Energie in den kommenden Tagen mit Sicherheit beschäftigen. Der Trainer macht zwar deutlich, dass er sich einen erneuten Neuanfang in der Regionalliga nur schwer vorstellen könne: „Noch so einen Umbruch wie vor anderthalb Jahren traue ich mir nicht zu. Ich weiß, was ich kann. Aber ich weiß auch, was ich nicht kann.“ 

Wollitz macht keinen Hehl daraus, dass er höhere Ansprüche hat, als in der 4. Liga zu trainieren.Und dennoch ist sein Verbleib in Cottbus gar nicht so unwahrscheinlich. Denn das Trainerherz des 52-Jährigen schlägt spürbar für dieses Team. Wollitz gibt zu: „Wenn diese Mannschaft, die ich mit sehr viel Hingabe und väterlicher Zuneigung aufgebaut habe, in großen Teilen zusammenbleibt, dann werde ich sie definitiv nicht im Stich lassen.“