ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
| 17:44 Uhr

Cottbus
Wollitz will taktieren – wie immer

„Sportliche Provokationen gehören zu einem Derby dazu“, sagt Claus-Dieter Wollitz.
„Sportliche Provokationen gehören zu einem Derby dazu“, sagt Claus-Dieter Wollitz. FOTO: Steffen Beyer
Cottbus. Tabellenführer Energie Cottbus spielt am Sonntag beim Pokal-Endspielgegner SV Babelsberg. Die Frage ist: Legen beide Trainer wirklich alle Karten auf den Tisch? Von Frank Noack

Wie viel Belastung im Vorfeld kann ein Fußballspiel aushalten und trotzdem auf dem Rasen ein schönes Fußballspiel sein? Das wird sich zeigen, wenn Regionalliga-­Tabellenführer Energie Cottbus am Sonntag zur brisanten ­Partie beim SV Babelsberg 03 antritt (13.30 Uhr, LR-Liveticker, rbb-Livestream).

Denn das Duell zwischen SVB und FCE ist ein Derby. Genauer gesagt ein Derby, das im vergangenen Jahr durch Ausschreitungen in beiden Fanlagern für unrühmliche Schlagzeilen gesorgt hat, sodass Energie diesmal ohne die gewohnte Unterstützung seiner Fans im Pots­damer Karl-Liebknecht-Stadion auskommen muss.

Und dann ist da ja auch noch der Umstand, dass beide Teams in gut einem Monat im Endspiel des Brandenburger Landespokals erneut aufeinander treffen. Ob die beiden Trainer am Sonntag ihre jeweils stärkste Mannschaft auf den Rasen schicken, gehört deshalb aus sportlicher Sicht zu den spannenden Fragen. Oder aber taktieren Claus-Dieter Wollitz und sein Babelsberger Trainer-­Kollege Almedin Civa mit Blick auf das Pokalfinale sowohl beim Personal als auch bei der Taktik?

So wirklich mag Wollitz diese Frage nicht beantworten. Es spricht jedoch viel dafür, dass Energie mit der bestmöglichen Formation auflaufen wird. „Wir wollen am Sonntag das Spiel gewinnen und dann natürlich auch den Landespokal holen. Deshalb werden wir die besten Spieler für das jeweilige Spiel aufstellen. Also jene Spieler, die in der konkreten Situation am besten zum Gegner passen“, betont Wollitz. Ob das Taktiererei sei? „Ja, für dieses Spiel“, antwortet der FCE-Coach.

Zumal es nach dem 2:0-Heimsieg gegen Lok Leipzig am vergangenen Sonntag eigentlich keinen Grund gibt, die Startelf großartig zu ändern. Neben den langzeitverletzten Björn Ziegenbein, Fabian Graudenz und Benjamin Förster ist nur Mittelfeldspieler Tim Kruse angeschlagen. Er hatte auch schon gegen Lok Leipzig gefehlt und wurde durch Paul Gehrmann vertreten.

Kruse hat zwar am Donnerstag erstmals wieder mit der Mannschaft trainiert, spürt aber immer noch leichte muskuläre Beschwerden in der Wade. „Wenn das ­Risiko zu groß ist, werden wir ihn nicht zum ­Einsatz kommen lassen“, ­kündigt Wollitz an. Die Entscheidung werde vermutlich erst nach dem Abschlusstraining am Samstag fallen. Taktiererei im Fall Kruse? Eher nicht.

Zumindest von der Atmosphäre her kann sich Energie Cottbus am Sonntag schon mal auf das bevorstehende Pokalfinale im Mai vorbereiten. Denn sie wird ganz gewiss eine Herausforderung für den souveränen Spitzenreiter, der die Tabelle mit 15 Punkten Vorsprung vor dem BFC Dynamo anführt. „Sportliche Provokationen gehören zu einem Derby dazu. Das macht den Reiz des Fußballs aus und kann ja auch motivieren“, erklärt Wollitz. Seine Forderung an die Mannschaft lautet: „Wir brauchen nicht nur eine gute Leistung, sondern höchste Konzentration. Denn jeder will das Derby gewinnen.“

Dass Energie die Filmstädter beim 4:0-Hinspielsieg im Oktober förmlich aus dem Stadion der Freundschaft geschossen hat, dürfte am Sonntag nicht mehr als eine Randnotiz sein. Denn diesmal muss der FCE auswärts bestehen. Es ist das erste Wiedersehen beider Teams an der Stätte der Ausschreitungen des vergangenen Jahres. Und es ist eben das Vorspiel für das ­Pokalfinale im Mai. Wollitz: „Die Frage ist doch: Behalten wir kühlen Kopf und ­können uns gegen eine Mannschaft durchsetzen, die alles investieren wird?“

Klar ist: Die Antwort auf diese Frage wird über Sieg und Niederlage entscheiden. Ganz ohne Taktiererei übrigens.

Aufstellung SV Babelsberg - FCE
Aufstellung SV Babelsberg - FCE FOTO: Katrin Janetzko / LR