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| 16:32 Uhr

Energie Cottbus
FCE setzt auf die Ruhe nach dem Knall

 Auf dieses Freudenfest haben die Fans von Energie Cottbus lange warten müssen: Der 3:0-Erfolg gegen Münster  war der erste FCE-Heimsieg seit knapp fünf Monaten.
Auf dieses Freudenfest haben die Fans von Energie Cottbus lange warten müssen: Der 3:0-Erfolg gegen Münster war der erste FCE-Heimsieg seit knapp fünf Monaten. FOTO: Steffen Beyer
Cottbus. Gegen Münster platzte beim FCE der Knoten eindrucksvoll. Nun bündeln die Cottbuser ihre Energie für zwei wichtige Wochen. Trainer Wollitz warnt: Nur nicht durchdrehen. Von Jan Lehmann und Steven Wiesner

Da standen sie wieder, die Energie-Profis und Trainer Claus-Dieter Wollitz bildeten nach dem 3:0-Heimsieg gegen Preußen Münster wie gewohnt ihren Mannschaftskreis.  Es war wieder stürmisch, genau wie vor einem halben Jahr beim Hinspiel im September. Damals hatte die RUNDSCHAU nach der 0:3-Pleite im Münsterland getitelt: „Energie setzt auf die Ruhe nach dem Sturm“.

Schließlich hatte Trainer Wollitz nach dem damals sechsten Drittliga-Spiel in Folge mit Nachdruck erklärt, wie wichtig es sei, gerade jetzt die Ruhe zu bewahren. Am Samstag wählte er ganz ähnliche Formulierungen, obwohl sich seine Mannschaft mit einem teilweise begeisternden Auftritt eindrucksvoll im Drittliga-Abstiegskampf zurückgemeldet hatte. Der Coach betonte: „Wir wissen dieses Spiel einzuschätzen und werden nicht durchdrehen. Am Mittwoch geht es gegen Halle weiter.“ Er gab vor: „Wir haken den Sieg ab und arbeiten fokussiert weiter. In dieser Saisonphase geht es darum, die Ruhe zu bewahren – egal, ob nach Sieg oder Niederlage.“

Der FCE setzt also auf die Ruhe nach dem Knall – nachdem der Cottbuser Knoten lautstark geplatzt ist. Dimitar Rangelov mit einem abgefälschten Freistoß (4. Minute) und der zuletzt glücklose Angreifer Streli Mamba aus Nahdistanz (7.) hatten Cottbus früh in Führung gebracht. Die erste halbe Stunde war schlichtweg pure Energie. Selbst der dritte Treffer von Daniel Bohl (26.) war völlig verdient – und dennoch musste man sich verwundert die Augen reiben: War dies tatsächlich jene Mannschaft, die im Fußballjahr 2019 noch kein Spiel gewonnen und seit knapp fünf Monaten auf einen Heimsieg gewartet hatte?

Ja – und Nein. Natürlich hatte Energie am Samstag gar nicht so viel anders gemacht als zuletzt. Der Einsatz stimmte erneut, die Cottbuser hatten dieses Mal einfach das nötige Glück, das zuvor beispielsweise bei der ärgerlichen Heimpleite gegen 1860 München und vor allem bei dem Fehlschussfestival in Großaspach gefehlt hatte. Cottbus spielte voller Glückshormone und Keeper Kevin Rauhut beschrieb: „Ich hatte das Gefühl: Wir sind federleicht. Dieses Mal klappt halt einfach alles.“

Dabei agierte die Wollitz-Elf dieses Mal allerdings auch so dominant, wie man es schon lange nicht mehr im Stadion der Freundschaft erlebt hat. Das Mittelfeld mit Jürgen Gjasula und Daniel Bohl in der Zentrale sowie Marcelo und Fabio Viteritti auf den Außenpositionen hatte die  Partie absolut im Griff.

Besonders Gjasula und der in der Ballbehauptung extrem starke Rangelov gaben den Cottbuser Takt vor. Diese reife Leistung gibt Zuversicht für die beiden bevorstehenden Wochen: Innerhalb von 13 Tagen stehen vier wichtige, ja schon vorentscheidende Spiele an. Das Selbstbewusstsein ist zurück. Fabio Viteritti erklärte: „Dieser deutliche Sieg war ein großes Zeichen an die Konkurrenz.“

Noch immer haben die Lausitzer drei Punkte Rückstand aufs rettende Ufer. Doch bei einem ausstehenden Nachholspiel und vor allem angesichts des überzeugenden Auftritts gegen Münster ist der Glaube an den Klassenerhalt zurück in der Fußball-Lausitz. FCE-Keeper Rauhut bekundete mit Blick auf das Spiel am Mittwoch beim Halleschen FC (19 Uhr): „Das war nur der erste Schritt. Aber der Trainer hat uns gerade im Kreis gesagt: Energie Cottbus kann überall bestehen. So muss es auch in Halle sein. Wir gehen da voll auf Sieg.“

Dabei stellte er den nächsten Knalleffekt in Aussicht: „Ich glaube, dass wir genug Körner haben, um am Mittwoch erneut ein Feuerwerk abzubrennen.“

Lesen Sie außerdem zum Spiel Energie Cottbus - Preußen Münster:

Der RUNDSCHAU-Schnellcheck: Energie knallt sich zurück ins Leben.

Die Reaktionen nach dem Spiel: „Ich hatte das Gefühl: Wir waren federleicht“ (mit VIDEOS)

Die frustrierende Heimkehr: Martin Kobylanski über sei Spiel in der alten Heimat (mit VIDEO)

Die Bildergalerie: Das sind die Fotos von Steffen Beyer vom Cottbuser Heimsieg.