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| 21:55 Uhr

Kampf um den Aufstieg
Energie schießt Tür zur 3. Liga auf

Maximillian Zimmer auf dem Weg zum 2:0. Das 3:0 aus Cottbuser Sicht erzielte er per sehenswertem Freistoß.
Maximillian Zimmer auf dem Weg zum 2:0. Das 3:0 aus Cottbuser Sicht erzielte er per sehenswertem Freistoß. FOTO: Matthias Koch / Michael Hundt / Matthias Koch
Kiel. Cottbus gewinnt zwar das Aufstiegs-Hinspiel bei Weiche Flensburg 3:2 (3:0), kassiert aber späte Gegentore. Trotzdem ist es eine gute Ausgangsposition für das Rückspiel am Sonntag. Von Frank Noack und Jan Lehmann

Jetzt ist es nur noch ein einziger Schritt bis zur 3. Liga! Aber diesen Schritt muss Energie Cottbus erst noch gehen. Mit einer zunächst überzeugenden Leistung beim 3:2 (3:0) im Hinspiel bei Weiche Flensburg hatte der FCE die Aufstiegs-Tür schon ganz weit aufgeschossen. Doch dann kam der Meister der Regionalliga Nord am Donnerstag im Kieler Holstein-Stadion mit zwei späten Treffern wieder zurück in den Aufstiegskampf. Immerhin nimmt Energie einen Sieg mit nach Hause. Im Rückspiel am Sonntag im ausverkauften Stadion der Freundschaft soll jetzt die rauschende Aufstiegs-Party steigen. Ausgelassen gejubelt wurde aber schon im hohen Norden. Denn die Gäste boten den 5972 Zuschauern vor allem in der ersten Halbzeit hohe Fußballkunst. Streli Mamba traf bereits nach 15 Minuten zum 1:0. Maximilian Zimmer sorgte mit zwei Treffern (29./38.) für den 3:0-Zwischenstand zur Pause. Trainer Claus-Dieter Wollitz stürmte wie entfesselt auf den Rasen und sank dann nieder, um die Spielfläche zu küssen. Auch die Ersatzspieler waren bei diesem Zwischenstand nicht mehr zu halten. „Nie mehr 4. Liga“, sangen die mehr als 3000 Fans in der rot-weißen Kurve. Dieses Hinspiel war jetzt eine Machtdemonstration, wie es sie in der Geschichte dieser Aufstiegsspiele selten gegeben hat.

Aber eben nur in der 1. Halbzeit. Flensburg kam erst zum 1:3 durch Christian Jürgensen (68.) und kurz vor Schluss auch noch zum 2:3 durch René Guder (89.).

SC Weiche Flensburg gegen Energie Cottbus FOTO: Matthias Koch / Michael Hundt / Matthias Koch

Überraschend gab es bei Energie diesmal keine Überraschungen in der Startformation. Trainer Claus-Dieter Wollitz setzte auf jene Spieler, die im Verlaufe der Saison den größten Anteil daran hatten, dass der FCE die Meisterschaft in der Regionalliga-Nordost mit der Rekordausbeute von 89 Punkten souverän und frühzeitig gewonnen hatte. Toptorjäger Streli Mamba – er erzielte in der laufenden Saison insgesamt 19 Regionalliga-Treffer – startete als einzige Spitze. Im Mittelfeld kehrten Tim Kruse und Maximilian Zimmer in die Startelf zurück. Beide wurden am Pfingstmontag beim 1:0-Pokalerfolg gegen den SV Babelsberg geschont.

Energies Torjäger Streli Mamba hatte denTorreigen in der 16. Minute eröffnet. In der Folge war Cottbus das dominantere Team.
Energies Torjäger Streli Mamba hatte denTorreigen in der 16. Minute eröffnet. In der Folge war Cottbus das dominantere Team. FOTO: imago/Matthias Koch / Michael Hundt / Matthias Koch

Flensburg-Trainer Daniel Jurgeleit ging übrigens in der Final-Woche denselben Weg mit seinem Kader. Auch er ließ beim 3:0-Sieg im Landespokal Schleswig-Holsteins gegen den Sechstligisten Husumer SV ebenfalls viele Stammspieler draußen.

Es ging im Kieler Holstein-Stadion von der ersten Minute gleich meisterlich-robust zur Sache. Dieses Aufstiegsduell benötigte keine Anlaufzeit, um Fahrt aufzunehmen. Jeder Meter auf dem gut gepflegten Rasen in der Arena von Zweitligist Holstein Kiel war hart umkämpft. Bereits in der Startviertelstunde gab es jeweils eine gelbe Karte auf jeder Seite. Im anschließenden Sturmlauf ging Weiche dann erst einmal unter. Kevin Weidlich nutzte den Freiraum auf der rechten Seite und brachte den Ball ins Zentrum zu Streli Mamba, der zum 1:0 traf. Spätestens jetzt waren die Gäste drin im Spiel. Nach knapp einer halben Stunde bekam das Kieler Publikum die nächste meisterliche Kombination vorgeführt. Über Kevin Weidlich und die Hacke von Streli Mamba landete der Ball bei Maximilian Zimmer, der auch noch Weiche-Keeper Florian Kirschke umkurvte und zum 2:0 in den leeren Kasten einschob. Noch vor der Pause zirkelte Maximilian Zimmer dann einen Freistoß aus 22 Metern zum dritten Cottbuser Treffer in den Winkel des Flensburger Tores – eine prächtige Aktion, die den starken Auftritt in der ersten Halbzeit krönte.

Die Flensburger steckten nach dem 0:3 nicht auf und machten es Fabio Viteritti (r.) und den Cottbusern noch mal schwer.
Die Flensburger steckten nach dem 0:3 nicht auf und machten es Fabio Viteritti (r.) und den Cottbusern noch mal schwer. FOTO: Matthias Koch / Michael Hundt / Matthias Koch

Mit dem Drei-Tore-Vorsprung im Rücken beschränkte sich Energie jetzt auf einige ausgewählte Leckerbissen. In der 63. Minute wurde Streli Mamba völlig freigespielt – er donnerte den Ball diesmal aber über die Latte. Als Flensburg dann auf 1:3 verkürzte und kurz vor Schluss schließlich das 2:3 erzielte, wurde für Energie aus der sehr guten eine gute Ausgangsposition für das Rückspiel am Sonntag.