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| 18:19 Uhr

Energie Cottbus nach dem Abstieg (mit VIDEOS)
Rangelov zwischen Trauer, Hoffnung und neuen Zielen

 Die Enttäuschung über den bitteren Abstieg in Braunschweig hat Dimitar Rangelov noch nicht abgeschüttelt. Dennoch spricht der FCE-Kapitän über eine kleine Hoffnung, neue Pläne und seinen möglichen Verbleib in der 4. Liga.
Die Enttäuschung über den bitteren Abstieg in Braunschweig hat Dimitar Rangelov noch nicht abgeschüttelt. Dennoch spricht der FCE-Kapitän über eine kleine Hoffnung, neue Pläne und seinen möglichen Verbleib in der 4. Liga. FOTO: Eibner-Pressefoto / EIBNER/Michael Taeger
Cottbus. Das erste Training nach dem Abstieg von Energie Cottbus fällt schwer. Dennoch strahlt FCE-Kapitän Dimitar Rangelov schon wieder Zuversicht aus. Er spricht über seine kleine Hoffnung und auch über seine Zukunftspläne mit Cottbus. Von Jan Lehmann

Erstes Training bei Energie Cottbus nach dem bitteren Abstieg in die Regionalliga, die Stimmung ist am Dienstag weiter getrübt. Torhüter Avdo Spahic berichtet: „Es geht mir immer noch sehr schlecht und tut mir im Herzen weh.“ Und auch Daniel Bohl sagt: „Das wird eine Sache sein, die meine fußballerische Laufbahn auch prägt. Der Abstieg ist extrem schlimm, das tut nach zwei Tagen weh und wird nach zwei Jahren wohl immer noch wehtun.“

Die Trauer beim FCE ist groß, auch Routinier Dimitar Rangelov erklärt: „Es war nicht so einfach für mich und meine Familie.“ Doch der 36-Jährige trägt auch weiter Zuversicht und sagt: „Wir haben immer noch Hoffnung, dass es positiv für uns ablaufen kann, aber wir müssen noch bis zum 28. Mai warten.“ Bis dahin müssen alle Clubs die nötigen Unterlagen für die Drittliga-Lizenz eingereicht haben. Und mit Duisburg, Uerdingen, Kaiserslautern oder gar Aufsteiger Chemnitz gibt es in dieser Saison einige Wackelkandidaten (siehe Infobox).

Für Rangelov bleibt deshalb die Hoffnung, er sagt: „Vielleicht können die anderen das Geld für die Lizenz nicht bezahlen und wir haben das Glück, das wir in der ganzen Saison nicht hatten.“ Der Angreifer hadert noch immer mit dem 1:1 in Braunschweig, nach dem Energie wegen nur eines fehlenden Tores abgestiegen war. „Das war kein Elfmeter, das hat auch der Linienrichter gesagt“, betont der Bulgare, der dennoch die Schuld beim eigenen Team sieht: „Es waren andere Spiele, in denen wir es versaut haben. In Jena, in Zwickau, auch hier zu Hause gegen Braunschweig. Wir hatten genug Chancen, dass wir es früher erledigen hätten können“, moniert Rangelov.

So muss der FCE nun auf eine Entscheidung am grünen Tisch hoffen. Dimitar Rangelov sagt mit Nachdruck: „Für unseren Verein und für unsere ganze Region wäre das ganz wichtig. Ich glaube, unsere Mannschaft gehört nicht in die 4. Liga – ich bin eher der Meinung, dass sie Qualität für die 2. Liga hätte.“ Große Worte kurz nach dem Abstieg, aber der Kapitän hält auch große Stücke auf sein Team – besonders auf die jüngeren Spieler: „Sie haben wirklich viel Qualität“, berichtet er und versucht ihnen, über die Enttäuschung hinwegzuhelfen: „Es ist klar, dass sie das nicht schnell vergessen können. Aber sie müssen sich schnell andere Ziele setzen.“

Die Konzentration liegt nun auf dem Landespokalfinale am Samstag bei Regionalliga-Absteiger Optik Rathenow (14.15 Uhr/LR-Liveticker) – und dann auf der Planung für die kommende Saison. Kann Dimitar Rangelov sich vorstellen, mit dem FCE auch in die Regionalliga zu gehen? Der Publikumsliebling sagt: „Ja, warum nicht. Ich wohne hier in Cottbus, meine Frau, meine Familie, sie sind alle da.“ Der Bulgare wolle nun vom Verein wissen, wie die Pläne für die kommende Saison aussehen.

Am Dienstag saßen Präsidium und Aufsichtsrat zusammen, um die wirtschaftlichen Grundlagen für diese Planung zu legen. Rangelov hat schon ein neues Ziel gefunden: „Warum sollten wir nicht versuchen, sofort wieder aufzusteigen? Das wäre ein guter Plan. Wichtig wäre, dass der Verein, alle Mitarbeiter und alle Sponsoren dafür bereit sind.“ Dimitar Rangelov scheint es schon zu sein.