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| 12:19 Uhr

Coach bei Erzgebirglern im Gespräch
Verliert Energie Cottbus Trainer Wollitz an Aue?

 Beim Testspiel im Sommer war Daniel Meyer mit Erzgebirge Aue noch in Cottbus zu Gast. Nun ist FCE-Coach Claus-Dieter Wollitz ein Kandidat für die Nachfolge auf der Bank des Zweitligisten.
Beim Testspiel im Sommer war Daniel Meyer mit Erzgebirge Aue noch in Cottbus zu Gast. Nun ist FCE-Coach Claus-Dieter Wollitz ein Kandidat für die Nachfolge auf der Bank des Zweitligisten. FOTO: Christiane Weiland
Cottbus. Verliert Energie Cottbus seinen Trainer Claus-Dieter Wollitz? Der FCE-Coach ist laut „Bild“ beim Zweitligisten Erzgebirge Aue als Nachfolger für den beurlaubten Daniel Meyer im Gespräch. Wird Wollitz am Dienstagabend überhaupt noch beim Pokalspiel dabei sein? Von Jan Lehmann

Es ist der letzte Satz im Bericht der „Bild“-Zeitung über die Beurlaubung von Trainer Daniel Meyer bei Fußball-Zweitligist, der die Fußball-Lausitz aufhorchen lässt. Dort berichtet das Blatt in der Ausgabe Chemnitz: „Einen Nachfolge-Kandidaten gibt es auch schon. Nach Bild-Informationen steht Pele Wollitz (54/Cottbus) auf dem Aue-Zettel.“

Verliert Energie Cottbus also seinen Trainer? Auf RUNDSCHAU-Nachfrage wollte Claus-Dieter Wollitz am Dienstagmorgen die Meldung aus Sachsen nicht kommentieren. Er gehe aber davon aus, dass er am Abend beim Cottbuser Landespokal-Spiel an der Seitenlinie stehen werde, so der Trainer. Der FCE tritt als Titelverteidiger in der 1. Runde beim Landesligisten SV Schwarz-Rot Neustadt an.

Erzgebirge Aue äußert sich nicht zu Meyer-Entlassung

Der FC Erzgebirge Aue will sich indes nach der überraschenden Trennung von Cheftrainer Daniel Meyer und Co-Trainer André Meyer nicht weiter positionieren. „Unter Beachtung der gegenwärtigen Situation waren sich alle Beteiligten einig, keine weiteren Details darüber öffentlich zu machen. Alle derzeit in diversen Medien hierzu veröffentlichten Spekulationen weist der FC Erzgebirge Aue entschieden zurück“, erklärte der Vorstand des Vereins in einer Mitteilung am späten Montagabend. Laut Club seien die Gründe „intern zwischen allen beteiligten Seiten besprochen und schließlich die Entscheidungen auch gemeinsam so getroffen worden“.

Sportlich waren die Auer mit zwei Erfolgen aus drei Ligaspielen und dem Erreichen der zweiten Runde im DFB-Pokal stark in die neue Saison gestartet. In der Tabelle stehen die Veilchen kurz hinter der Aufstiegszone. Der 39 Jahre alte Daniel Meyer, der mit seiner Familie in Strausberg bei Berlin lebt, hatte den Club seit Beginn der vorigen Saison trainiert. Dabei führte er sein Team im ersten Jahr mit 40 Punkten als Tabellen-14. vorzeitig zum Klassenverbleib.

Todesfall in der Familie Meyer

Anfang August hatte der Fußball-Lehrer eine gut einwöchige Auszeit wegen eines Todesfalls in der Familie genommen. Nach dem Schicksalsschlag hatten zunächst sein jüngerer Bruder André und Marc Hensel das Training übernommen.

Hensel soll Interimscoach werden

Co-Trainer Hensel soll auch als Interimscoach zum Einsatz kommen. Er leitete die Übungseinheit der Mannschaft des Fußball-Zweitligisten am Dienstag. „Er ist Interimstrainer. Wir müssen in den kommenden 14 Tagen eine Entscheidung treffen, wie es weitergeht“, sagte Vereinspräsident Helge Leonhardt. „Wir müssen sehr sorgfältig überprüfen, was jetzt die richtigen Maßnahmen sind“, sagte er. Da Hensel nicht in Besitz der erforderlichen Fußball-Lehrer-Lizenz ist, hat der sächsische Club bei der Deutschen Fußball Liga (DFL) eine Ausnahmegenehmigung beantragt.

Claus-Dieter Wollitz wäre für Aue ein durchaus nachvollziehbarer Trainer-Kandidat – die Verbindungen ins Erzgebirge sind intakt. In der vergangenen Saison hatten die Cottbuser Luke Hemmerich aus Aue ausgeliehen, in der Sommervorbereitung gab es ein Testspiel gegen den FC Erzgebirge.

Energies bitterer Abstieg in die Regionalliga

Wollitz ist in seiner zweiten Amtszeit beim FC Energie seit dem 12. April 2016 der Cheftrainer in Cottbus. Nachdem er den Abstieg aus der 3. Liga in der Saison 2015/16 nicht hatte verhindern können, schaffte er mit einer neu zusammengestellten Mannschaft nach zwei Jahren in der Regionalliga den Aufstieg 2018. Dabei stellte er mit 89 Punkten in der Regionalliga-Saison einen Vereinsrekord auf, zudem wurde der FCE unter ihm in den vergangenen drei Jahren Landespokalsieger. In einem bitteren Abstiegsfinale bei Eintracht Braunschweig fehlte dem FCE dann allerdings ein Tor, um den Klassenerhalt in der 3. Liga zu schaffen.

Daraufhin musste er mit seinem Team zurück in die 4. Liga und dort erneut einen Neuaufbau angehen. Mit sechs Punkten aus vier Spielen gelang ein mittelprächtiger Start. Die starke Leistung beim 1:3 gegen den deutschen Rekordmeister Bayern München hatte zuletzt aber das Potenzial der jungen Mannschaft und auch die Fähigkeiten des Trainer Wollitz zur besten Sendezeit in die ganze Fußball-Republik gesendet. Dass Aue nun Interesse haben soll, erscheint daher nachvollziehbar.

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