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| 22:48 Uhr

Energie Cottbus
Die Zukunft ist schon Gegenwart

 Im April 2018 führte Lasse Schlüter eine extrem junge Cottbuser Elf zum Sieg gegen Nordhausen. Am Samstag steht er vor einer ähnlichen Aufgabe.
Im April 2018 führte Lasse Schlüter eine extrem junge Cottbuser Elf zum Sieg gegen Nordhausen. Am Samstag steht er vor einer ähnlichen Aufgabe. FOTO: Steffen Beyer
Cottbus. Energie Cottbus hofft gegen Wehen Wiesbaden mit junger Startelf auf den Nordhausen-Effekt. Die Eigengewächse müssen die Kohlen aus dem Feuer holen, weil die Verstärkungen noch auf sich warten lassen.

So jung war der FC Energie Cottbus schon lange nicht mehr. Wegen der vielen verletzungsbedingten Ausfälle und des überraschenden Abgangs von Kapitän Marc Stein (33) muss Trainer Claus-Dieter Wollitz am Samstag beim Punktspiel-Start gegen den SV Wehen Wiesbaden (14 Uhr/LR-Liveticker) eine ziemlich verjüngte Mannschaft ins Spiel schicken.

Es ist gut denkbar, dass mit Torhüter Avdo Spahic (21 Jahre), Leon Schneider (18), Philipp Knechtel (22), Jonas Zickert (21) und Felix Geisler (21) gleich fünf ehemalige Akteure aus dem Cottbuser Nachwuchsleistungszentrum in der Startelf stehen werden. Mit Moritz Broschinksi (18) steht zudem der Siegtorschütze von der General­probe gegen den 1. FC Magdeburg (1:0) ebenfalls bereit.

Gegen den Aufstiegsanwärter SV Wehen Wiesbaden mit seiner erfahrenen Drittliga-Mannschaft ist Energie so natürlich nur Außenseiter. Wollitz nimmt es positiv und sagt: „Selbst wenn alle Spieler zur Verfügung stünden, wären wir nicht Favorit.“ Für ihn wird das Heimspiel deshalb eine Frage des Willens. Er betont: „Trotz vieler Veränderungen ist in einem Spiel immer alles möglich. Wir werden nichts unversucht lassen.“

Der Coach hofft auf einen ähnlichen Effekt wie bei einem der schönsten Siege seiner Laufbahn – so hatte er jedenfalls den 2:1-Erfolge gegen Wacker Nordhausen im April 2018 bezeichnet. Damals hatte Wollitz aus freilich etwas positiveren Beweggründen die halbe Lausitzer Sportschule auf den Platz geschickt. Der FCE hatte am Mittwoch zuvor mit einem Sieg beim FSV Luckenwalde vorzeitig die Regional­liga-Meisterschaft klar gemacht und der Trainer verrät nun im Rückblick Details aus der Meisterfeier: „Danach waren alle sturzbesoffen und konnten am Donnerstag und Freitag nicht trainieren.“

Seine damals ebenfalls extrem verjüngte Mannschaft sei dann aber gegen Nordhausen trotz der Party-Nachwehen „so viel gelaufen, mit großer Freude und Selbstbewusstsein“. Broschinski und der eingewechselte Streli Mamba schossen den FCE damals zum Heimsieg, Wollitz verneigte sich anschließend vor der Mannschaft. Der Trainer prognostizierte damals angesichts von sechs Nachwuchsspielern im Team: „Das ist ein ganz großer Tag für die Zukunft des Vereins.“

Und diese Zukunft ist nun schon jetzt die Gegenwart. Die ehemaligen und aktuellen Sportschüler – Leon Schneider und Moritz Broschinski lernen noch fürs Abitur – müssen die Kohlen aus dem Feuer holen. Das liegt auch daran, dass Verstärkungen weiter auf sich warten lassen. Am Freitag wurde indes bekannt, dass Liridon Vocaj (25), der beim FCE zur Probe vorgespielt hatte, beim Chemnitzer FC untergekommen ist.

Und so liegt die Hoffnung auf dem „Rest vom Schützenfest“ wie der Trainer die verbliebenen einsatzfähigen Spieler mit Augenzwinkern bezeichnet. Deren Vorteil ist sicher: Angesichts der Ausgangslage haben sie am Samstag eigentlich nicht viel zu verlieren – die Erwartungshaltung dürfte jedenfalls nicht allzu hoch sein. Die FCE-Fans dürfen stattdessen auf den Nordhausen-Effekt hoffen, vermutlich aber in der alkoholfreien Variante. Zumindest wurde in der zurückliegenden ­Trainingwoche nichts über sturzbesoffene FCE-Profis bekannt.