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Fußball
Energie Cottbus kritisiert erneute Strafe des Fußballverbandes

Am 28. April im Karl-Liebknecht-Stadion in Babelsberg: Cottbusser Fans stürmen den Platz.
Am 28. April im Karl-Liebknecht-Stadion in Babelsberg: Cottbusser Fans stürmen den Platz. FOTO: Jan Kuppert / dpa
Cottbus. Mit „großer Verwunderung“ hat der FC Energie Cottbus auf eine erneute Strafe des Nordostdeutschen Fußballverbandes reagiert. Die Auflagen seien „bedenklich und nicht rechtssicher“, das Vorgehen des Verbandes „irritierend“.

In einer eigenen Erklärung hat der FCE am Samstag auf das am Freitag verbreitete Urteil der Sportgerichtsbarkeit des Nordostdeutschen Fußballverbands (NOFV) reagiert. Wegen „eines unsportlichen diskriminierenden Verhaltens seiner Anhänger“ beim Auswärtsspiel in Babelsberg im April soll der FCE 5000 Euro Strafe zahlen, 2000 Euro davon können in „präventive Maßnahmen gegen Rechtsextremismus und Rassismus“ gesteckt werden. Zudem gibt es Auflagen, zusätzliche Ordner bei Auswärtsspielen zu stellen und Karten für Spiele gegen Babelsberg nur noch „online und ausschließlich personalisiert an Vereinsmitglieder“ zu verkaufen. Vor allem Letzteres lässt den Cottbuser Verein ratlos zurück. „Diese Festlegung wurde ohne jegliche Rücksprache mit dem FC Energie und ohne Beachtung der technischen Möglichkeiten zur Umsetzung getroffen“, heißt es in der Erklärung des FCE. Der für das Ticketing zuständige Dienstleister habe „weder händisch noch online“ die Möglichkeit, Mitgliederdaten des FCE einzusehen und zu verwenden. „Zudem wäre die Weiterreichung dieser Daten an Dritte aus datenschutzrechtlichen Gründen äußerst bedenklich und nicht rechtssicher.“

Verärgert sind die Cottbuser aber auch über das grundsätzliche Vorgehen. Das nicht rechtskräftige Urteil wurde am Freitag an die Öffentlichkeit gegeben, ohne den Verein vorher darüber zu informieren. Zudem erfolgte das Urteil nachdem es bereits zuvor eine Strafe für den FCE wegen des Spiels in Babelsberg gegeben hatte.

„Dass nun aufgrund vermeintlich neuer Erkenntnisse und Sachlagen ein erneutes Verfahren eröffnet wurde, welches zum am Freitag veröffentlichten Urteil führte, ist für den FC Energie äußerst irritierend“, so die Stellungnahme des FCE. Einer der Täter sei bereits verurteilt, andere Verfahren durch die Staatsanwaltschaft eingestellt.

„Wenn die Mittel und Wege der rechtsstaatlichen Judikative bereits ausgeschöpft scheinen, erscheint es äußerst sonderbar, dass der FC Energie Cottbus als Fußballverein für die Verfehlungen Dritter mehrfach vor der Sportgerichtsbarkeit des NOFV verantwortlich gemacht werden soll“, wundern sich die Cottbuser.

Einen eigenen Maßnahmeplan zum Kampf gegen rechtsextreme Umtriebe hat der Verein bereits veröffentlicht. Berücksichtigt wurde das im Urteil des Sportgerichts nicht.

Gegen das neue Urteil hat der FCE nun sieben Tage Zeit, Widerspruch einzulegen. „Dieser Möglichkeit zur Prüfung wird der Verein in jedem Fall ausgiebig nachgehen und anschließend die mögliche Verfahrensweise festlegen“, so der Verein.

(bob)