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| 10:00 Uhr

Klassenerhalt durch die Hintertür
Gibt es doch noch Hoffnung für Energie Cottbus?

 Der KFC Uerdingen ist einer der Wackelkandidaten für die Lizenzvergabe.
Der KFC Uerdingen ist einer der Wackelkandidaten für die Lizenzvergabe. FOTO: imago images / MaBoSport / via www.imago-images.de
Cottbus. Weil andere Clubs noch um die Drittliga-Lizenz zittern, könnte Energie Cottbus davon profitieren und den Klassenerhalt vielleicht durch die Hintertür schaffen. Es gibt drei Wackelkandidaten und am Montag eine ganz wichtige politische Entscheidung. Von Jan Lehmann und Frank Noack

Gibt es doch noch einen Hoffnungsfunken für Energie Cottbus? Als Viertletzter der diesjährigen Drittliga-Saison wären die Lausitzer das erste Team, das nachrückt, falls ein anderer Club die Lizenz für die Saison 2019/20 in der 3. Fußball-Liga nicht bekommt. Energie-Trainer Claus-Dieter Wollitz bestätigt: „Wir wären der erste Nachrücker. Aber ich habe keine Informationen, dass wir Hoffnung haben sollten.“

Der Coach erklärt: „Ich glaube nicht, dass man Kaiserslautern den Hahn zudreht. Und ich glaube auch nicht, dass der Investor von Uerdingen erneut so spät die Liquiditätsnachweise erbringt.  Ich bin mir sicher, dass in diesem Jahr jeder Verein die Lizenz bekommt. Die Hoffnung gebe ich trotzdem nie auf.“

Womöglich erfüllt die sich tatsächlich. Die RUNDSCHAU gibt den Überblick über die Wackelkandidaten.

 Mikhail Ponomarev scheint zu überlegen, ob er weiter Geld für Uerdingen gibt.
Mikhail Ponomarev scheint zu überlegen, ob er weiter Geld für Uerdingen gibt. FOTO: dpa / Roland Weihrauch

1. FC Kaiserslautern einigt sich mit Unternehmer

Nach einem wochenlangen Machtkampf innerhalb des Vereins und einer Hängepartie zwischen zwei potenziellen ­Investoren hat sich der FCK nun mit dem Luxemburger Unternehmer Flavio Becca geeinigt. Der gibt vorerst ein Darlehen von 2,6 Millionen Euro, in den kommenden fünf Jahren sollen es insgesamt 25 Millionen Euro werden. Die Lizenz scheint damit vorerst gerettet.

Wirft Mikhail Ponomarev beim KFC Uerdingen hin?

Dank Präsident Mikhail Ponomarev können die ­Krefelder seit 2016 mit russischen Millionen aus dem Vollen schöpfen. Der Unternehmer, der beim KFC als Alleinherrscher auftritt, hat allerdings eine harte Saison hinter sich. Sein mit vielen ehemaligen Erst­liga-Profis aufgepumptes Team enttäuschte auf ganzer Linie. Statt des anvisierten Aufstiegs drohte zwischenzeitlich sogar der Abstieg.

In den Medien wurde Ponomarev derweil zum Buhmann, weil seine Zahlungsmoral offenbar eher nachlässig ist, der Verein etwa 30 Arbeitsgerichtsverfahren anhängig hat und der KFC-Präsident auch noch öffentlich Ex-Trainer Norbert Meier attackierte. Die „Rheinische Post“ schreibt, Ponomarev fühle sich missverstanden, sei verletzt und stelle sich die Frage: „Muss ich mir das antun?“

Dass der Russe laut Medien­berichten auch über einen Einstieg in Kaiserslautern oder beim holländischen Zweitligisten Roda Kerkrade verhandelt haben soll, lässt in Krefeld die Befürchtungen wachsen, dass Ponomarev hinwirft. Die „Rheinische Post“ kommt zu dem Schluss, dass die Entscheidung, ob der Geldgeber sich zurückzieht oder nicht, noch nicht gefallen sei. Die Zeitung schreibt: „Er ringt mit sich. Spielt der KFC in der kommenden Saison in der dritten oder fünften Liga? Es steht Spitz auf Knopf.“

MSV Duisburg mit Millionendefizit

Dem Zweitliga-Absteiger fehlen für die kommende Saison offenbar drei Millionen Euro im Etat. Der DFB hat Auflagen festgelegt, die bis zum 28. Mai erfüllt werden müssen. Am Montag will der Duisburger Stadtrat darüber entscheiden, ob er der Stadiongesellschaft eine Million Euro zahlt, um die Stadionmiete zu kompensieren. Der Bund der Steuerzahler lehnt das ab und appellierte an die Ratsmitglieder, dagegen zu stimmen, weil der „Konzern Stadt Duisburg“ mit 3,7 Milliarden Euro verschuldet sei.