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Fußball
Schmerzhafte Energie-Serie geht weiter

Marcel Baude (r.) und seine Cottbuser Kollegen hatten gegen die Braunschweiger um Steve Breitkreuz das Nachsehen. FCE-Coach Claus-Dieter Wollitz bat seinen Trainerkollegen Torsten Lieberknecht um Verständnis für seine extrem junge Aufstellung.
Marcel Baude (r.) und seine Cottbuser Kollegen hatten gegen die Braunschweiger um Steve Breitkreuz das Nachsehen. FCE-Coach Claus-Dieter Wollitz bat seinen Trainerkollegen Torsten Lieberknecht um Verständnis für seine extrem junge Aufstellung. FOTO: Florian Kleinschmidt / Florian Kleinschmidt/BestPixels.
Braunschweig. Die Cottbuser verlieren auch das dritte Testspiel des Jahres bei Zweitligist Eintracht Braunschweig deutlich mit 0:3 (0:2). Trainer Wollitz ergreift besondere Maßnahmen und bittet beim Gegner um Verständnis für seine Aufstellung.

Aus Braunschweig berichtet Frank Noack

Diese Niederlage kam nicht überraschend – und ist dennoch schmerzhaft, weil es bereits die dritte in diesem Jahr ist. Energie Cottbus hat am Mittwoch erwartungsgemäß auch das Testspiel beim Zweitligisten Eintracht Braunschweig verloren. Das deutliche 0:3 (0:2) reiht sich an die beiden 0:4-Niederlagen, die der Regionalliga-Spitzenreiter zuvor gegen die Drittligisten Hallescher FC und 1. FC Magdeburg erlitten hatte.

Der anspruchsvolle Cottbuser Testspiel-Marathon mit vier hochkarätigen Partien innerhalb von zehn Tagen endet nun am Samstag mit dem Aufeinandertreffen mit dem tschechischen Erstligisten Dukla Prag (14 Uhr, Stadion der Freundschaft). Dann hofft man bei Energie auf ein positiveres Ergebnis und das erste Tor im Fußballjahr 2018, bevor es am 28. Januar mit dem Spiel bei Chemie Leipzig wieder im Liga-Betrieb Ernst wird.

Auf dem Braunschweiger Trainingsplatz verflogen am Mittwoch derweil die Hoffnungen auf einen Achtungserfolg schon in der Anfangsviertelstunde. Onel Hernandez (13.) und Patrick Schönfeld (14.) klärten mit einem Doppelschlag schnell die Fronten zugunsten der Gastgeber. Nach einer ausgeglicheneren zweiten Halbzeit erzielte Suleiman Abdullahi in der Schlussphase noch das 3:0 für Braunschweig.

Für Energie-Trainer Claus-Dieter Wollitz war das Spiel nach den beiden 0:4-Niederlagen extrem wichtig. Die Mannschaftssitzung hat fast eine halbe Stunde gedauert – das passiert selten vor einem Testspiel, so Wollitz. Er berichtete: „Einige Spieler haben in der Hinrunde phantastische Leistungen gebracht. Aber diese Spieler waren in den ersten beiden Testpartien nicht bemüht, ihr Potenzial auszuschöpfen. Das mag ich nicht. Das habe ich der Mannschaft auch klar gesagt.“

Dass es danach dennoch diese deutliche Niederlage gab, ist zwar schmerzhaft, aber erklärbar: Wollitz hatte eine extrem junge Mannschaft in die Begegnung mit dem Tabellen-14. der 2. Liga geschickt. Mit Leon Schneider (17 Jahre), Moritz Broschinski (17), Malte Karbstein (19), Gabriel Boakye (19), Avdo Spahic (20) und Jonas Zickert (20) standen gleich sechs U21-Spieler in der Startelf. Der Cottbuser Trainer erklärte: „Ich wollte in diesem Spiel jedem die Möglichkeit geben, sich zu zeigen. Speziell die jungen Spieler möchten wir in solchen Partien weiterbringen. Deshalb habe ich auch bei meinem Braunschweiger Kollegen Torsten Lieberknecht um Verständnis für die Aufstellung in der ersten Halbzeit gebeten.“

Diese Aufstellung bildete sich im Spielgeschehen ab – Braunschweig hatte die Partie in der ersten Halbzeit im Griff. Daran konnte auch der Cottbuser Probespieler Fabian Graudenz nicht viel ändern, der auf der linken Außenbahn getestet wurde. Der ehemalige Drittliga-Spieler vom FSV Frankfurt (siehe Extra-Text) kam eine Halbzeit lang zum Einsatz.

Nach der Pause brachte Trainer Wollitz dann die erste Garde – die hatte dem Zweitligisten mehr entgegenzusetzen. Zeitweise konnte sich Braunschweig sogar nicht mehr so leicht aus der eigenen Hälfte befreien. Bei Energie fehlte es allerdings an der Zielstrebigkeit im letzten Drittel. Bis zum Strafraum sah es nett aus, doch in der Gefahrenzone passierte nicht viel.

Dabei kam erschwerend hinzu, dass Energie im Angriff stark geschwächt angetreten war. Benjamin Förster war nach seinem Comeback gegen Magdeburg dieses Mal nicht dabei. Neuzugang Kevin Scheidhauer konnte wegen eines Infekts in diesem Jahr noch gar nicht eingreifen. Und kurz vor Spielbeginn hatte sich auch noch Streli Mamba wegen muskulärer Probleme abgemeldet.

Für Trainer Wollitz war die Partie in Braunschweig dennoch ein Schritt in die richtige Richtung. Er sagte vor der Rückfahrt in die Lausitz: „.Wir sind noch nicht da, wo wir waren. Aber das haben wir uns selbst zuzuschreiben. Jetzt müssen wir noch mehr knechten, um wieder in eine gewisse Selbstverständlichkeit zu kommen. Es war ein kleiner Anfang, aber wir können es besser.“