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Wenig Samba – mehr Polka
Energie Cottbus holpert sich in Landespokal-Halbfinale

Gabriel Boakye sicherte dem FC Energie mit seinem Treffer zum 3:1 endgültig den Einzug ins Landespokal-Halbfinale.
Gabriel Boakye sicherte dem FC Energie mit seinem Treffer zum 3:1 endgültig den Einzug ins Landespokal-Halbfinale. FOTO: Sven Bock / FuPa Brandenburg
Ludwigsfelde. Energie Cottbus zieht ins Landespokal-Halbfinale ein und alle FCE-Profis überstehen das rustikale Viertelfinale beim Ludwigsfelder FC unbeschadet. Das sind die Positivnachrichten vom 3:1-Sieg am Samstag. Doch beim FCE konnte man trotzdem nicht vollends zufrieden sein. Von Jan Lehmann

Der Brasilianer Marcelo musste am Samstag in der Halbzeitpause des Landespokal-Viertelfinales zwischen dem Ludwigsfelder FC und Energie Cottbus breit grinsen. Der FCE-Mittelfeldspieler beobachtete beim Warmmachen die Vorführung des Ludwigsfelder Karnevalsvereins. Der war ziemlich schrill und eher bemüht fröhlich – also nicht ganz so, wie man es vom brasilianischen Karneval in Rio de Janeiro kennt.

Und ja, auch der Cottbuser Pokalauftritt beim 3:1 (2:0)-Sieg in Ludwigsfelde war weniger Samba und stattdessen mehr Polka. Dank der Tore von Paul Gehrmann (28.), Fabio Viteritti (30. Foulelfmeter) und Gabriel Boakye (82.) machte der FCE den erwarteten Schritt ins Halbfinale. Doch dass die Cottbuser nach dem Anschlusstreffer des Ludwigsfelder Markus Goede zum 1:2 (61.) noch einmal zittern mussten, obwohl sie nach dem Platzverweis von Philipp Pollow (58.) eine halbe Stunde in Überzahl spielten, konnte Energie-Trainer Claus-Dieter Wollitz nicht gefallen.

Der Coach konstatierte: „45 Minuten war das sehr gut, sehr diszipliniert, sehr fokussiert, sehr gewissenhaft. Daraus hat die 2:0-Führung resultiert. Nach der Halbzeit ist es aber dahingeplätschert. Wir hatten nicht mehr die letzte Konsequenz, mit der roten Karte haben wir noch ein bisschen weniger gemacht.“

Wollitz hatte nur den etatmäßigen Stammspielern Marcelo und Andrej Startsev eine Verschnaufpause gegeben, ansonsten bot er die vermeintlich erste Elf auf. Das zeigte einerseits, wie ernst der FCE den Landespokal nimmt. Und andererseits, dass den verletzungsgeplagten Cottbusern immer mehr die Alternativen ausgehen. Umso wichtiger war neben dem Halbfinale-Einzug für Energie die Erkenntnis, dass die Spieler das Spiel in Ludwigsfelde trotz einiger arger Attacken ohne sichtbare Blessuren überstanden haben. Schließlich ging es in dem umkämpften Match bei Nieselregen ähnlich handfest wie bei einer brandenburgischen Dorfpolka und nicht ganz so geschmeidig wie beim brasilianischen Samba zu.

Den Ticker vom Pokal-Viertelfinale in Ludwigsfelde mit den Video-Höhepunkten und Bildergalerie gibt es hier bei FuPa Brandenburg.