ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
| 19:13 Uhr

Ansturm auf Tickets für Spiel gegen Bayern München
FCE hätte 50 000 Karten verkaufen können

 Am Montagvormittag startete der Vorverkauf bei Energie Cottbus.
Am Montagvormittag startete der Vorverkauf bei Energie Cottbus. FOTO: Julian Münz
Cottbus. Was für ein Ticket-Wahnsinn! Der Ansturm auf die Karten für das DFB-Pokalspiel von Energie Cottbus gegen Bayern München ist riesengroß. Viele Fans freuten sich über ihr Ticket - es gab aber auch Unmut. Von Julian Münz und Frank Noack

Montag, 10 Uhr morgens in Cottbus. Wo für die meisten Menschen normalerweise die Arbeitswoche beginnt, herrscht am Ticketverkauf des FC Energie Cottbus Feiertagsstimmung. Etwa 150 bis 200 FCE-Fans haben sich am Stadion der Freundschaft eingefunden, um sich die begehrten Eintrittskarten für das DFB-Pokalspiel gegen Bayern München am 12. August zu sichern.

Der Vorverkauf ist zunächst den Vereinsmitgliedern und Dauerkarten-Inhabern vorbehalten. Verkauft werden die Tickets online und eben hier an der Stadionkasse.

Der Dritte, der an diesem Tag erfolgreich mit Tickets nach Hause geht, ist Peter Lemke. Der Cottbuser hat mehr als drei Stunden in der Schlange ausgeharrt, um an Karten für das Bayern-Spiel zu kommen. „Die ersten waren schon seit 5 Uhr da“, sagt er. „Wir haben über die alten Zeiten gequatscht, wo wir noch in der Bundesliga gespielt haben“, erzählt der Rentner, wie sich die Frühaufsteher vor dem Kassenhäuschen die Zeit bis zum Start vertrieben haben. „Mit meinen Karten bin ich zufrieden“, sagt er – im Gegensatz zu einigen anderen.

Für das Spiel gegen die Bayern haben die Dauerkartenbesitzer nämlich keinen Zugriff auf ihre Stammplätze. Das sorgt für Unmut. „Sauerei – jetzt kriegen diejenigen die Karte, die eigentlich nur das ­Bayern-Spiel gucken wollen“, beschwert sich ein Dauerkartenbesitzer.

Auch die langjährige Stadionbesucherin Karin Jüngling ärgert sich darüber, ihren angestammten Platz verlassen zu müssen. „Man stellt sich extra um 8 Uhr an und am Ende sitzt man woanders“, zeigt sich die Forsterin, die sich für den Ticketkauf Urlaub genommen hat, enttäuscht.

Statt dem angestammten Platz im Block D muss sie in den Block A umziehen. Ein Problem, das die Vorfreude auf das Spiel ein wenig trübt: „Einerseits können wir zum Spiel gegen die Bayern gehen – wann hat man das schon mal. Andererseits sitzen wir weit weg von unserer Mannschaft, das wird ein komisches Gefühl.“

Noch schlimmer hat es Gunter Schreiter getroffen, der ganz ohne Tickets ausging, weil er die nötigen Unterlagen nicht mitgebracht hatte. Aufgeben will der Gubener deshalb aber noch nicht. Er will nun ver­suchen, im Internet an eine der begehrten Karten zu kommen.

Jedes Mitglied und jeder Dauerkarten-Inhaber kann jeweils zwei ­Tickets erwerben, im Maximalfall also vier. Die Schlange wird dann im Verlauf des Vormittags immer länger. Im hinteren Teil hofft man vor allem auf den reibungslosen Ablauf des Ticketverkaufs. „Ich habe heute noch einen Termin, ich muss auch noch fertig werden“, sagt die Cottbuserin Margot Lehmann.

Gemeinsam mit Freundin Monika Wiszniowski rätseln sie, wie viele Fans des Pokalgegners sich unter den Ticket-Interessenten befinden. „Die meisten, die zu diesem Spiel wollen, sind ja eher für Bayern als für Cottbus“, sagt Lehmann. Offiziell bekommen die Gäste ein Kartenkontingent von 2000 Tickets, also zehn Prozent der Gesamtkapazität des Stadions.

Auch der Onlineverkauf läuft am Montag ab 10 Uhr heiß. „Liebe Energiefans, der große Andrang bedingt leider, dass einige Vorgänge nicht zum Abschluss kommen, da ein anderes Mitglied- oder Dauerkarten­inhaber zeitgleich auf diese Sitzplatztickets zugegriffen hat. Das lässt sich leider nicht verhindern und hierbei kommt es mitunter auf Sekundenbruchteile an“, teilt der FCE zwischenzeitlich auf Facebook mit. „Innerhalb von wenigen Minuten wurden mehrere tausend Tickets gebucht.“

In der Schlange am Stadion wartet derweil Detlef Mahlitz auf seine ­Karten. „Ich war ja schon bei den letzten Malen dabei, als Energie gegen Bayern gewonnen hat“, erzählt Mahlitz, dem auch die damaligen Torschützen Jelic und Sebök aus den Cottbuser Bundesliga-­Zeiten noch in Erinnerung geblieben sind. Obwohl er sich auf das Spiel gegen die Münchner freut, hätte er sich eher einen schwächeren Gegner gewünscht, weil dann die Chance auf die 2. Pokalrunde größer gewesen wäre. „Dann hätten wir etwas mehr Geld gewonnen“, so Mahlitz.

Wer an diesem Montag mit einer Karte nach Hause geht, darf sich schon jetzt wie ein Gewinner fühlen. Nach Vereinsangaben liegt die geschätzte Kartennachfrage für dieses Spiel jenseits der 50 000er-Grenze.

 Der erste Energie-Fan fand sich schon ­morgens um 5 Uhr ein.
Der erste Energie-Fan fand sich schon ­morgens um 5 Uhr ein. FOTO: Julian Münz