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| 07:18 Uhr

Fußball
Mit Eiseskälte in die heiße Phase

Mit Handschuhen und Boxershorts bei minus 110 Grad Celsius: Die Profis des FC Energie testen die Kältekammer im Cottbuser Carl-Thiem-Klinikum. Die sollen sie künftig regelmäßig aufsuchen, um ihre Regenerationszeit zu verkürzen.
Mit Handschuhen und Boxershorts bei minus 110 Grad Celsius: Die Profis des FC Energie testen die Kältekammer im Cottbuser Carl-Thiem-Klinikum. Die sollen sie künftig regelmäßig aufsuchen, um ihre Regenerationszeit zu verkürzen. FOTO: Susann Winter / Carl-Thiem-Klinikum
Cottbus. Energie-Profis lassen sich vorm Hertha-Spiel tiefkühlen, um für den Aufstiegskampf fit zu sein.

Von Jan Lehmann

Der Winter ist zurück in der Lausitz – und damit auch in der Regionalliga Nordost. Bereits am Freitag gab es die ersten Spielabsagen. Auch die Auswärtpartie des FC Energie Cottbus am Sonntag im Berliner Jahn-Sportpark gegen Hertha BSC II wurde am Samstagvormittag abgesagt. Der Berliner Senat hat den Platz im Ludwig-Jahn-Sportpark wegen des neuerlichen Wintereinbruchs gesperrt. Alle Informationen über die Hintergründe dieser Absage sowie die daraus resultierenden Planänderungen beim FC Energie finden Sie hier: „Spiel-Absage: Wie reagiert Energie Cottbus?“

Diese Eiseskälte und der Regionalliga-Fußball, das passt eben einfach nicht so gut zusammen. Außer, man macht es so wie der FC Energie in der zurückliegenden Woche und nutzt die Kälte zum eigenen Vorteil. Die Cottbuser besuchten die Kältekammer im Carl-Thiem-Klinikum – um nur mit Boxershorts bekleidet bei minus 110 Grad Celsius zu regenerieren.

Diese sogenannte Kryotherapie soll unter anderem entzündungshemmend wirken und wird beispielsweise bei Rheumapatienten, aber auch bei psychischen Erkrankungen oder Schlafstörungen angewendet.

Bei den Energie-Profis soll sie vor allem die Regenerationszeit verkürzen. Angesichts der bevorstehenden Terminhatz, die mit dem Landespokal-Halbfinale am 24. März bei Union Fürstenwalde beginnt und dem FCE mit den englischen Wochen allein im April sieben Punktspiele beschert, klingt das vielversprechend. Und Trainer Claus-Dieter Wollitz sagt: „Die erste Rückmeldung der Spieler war positiv – sie haben danach einhellig von einem ausgiebigen Mittagsschlaf berichtet.“

Für Wollitz, der sich selbst auch in die Eishölle wagte, war der gemeinschaftliche Kältekammer-Besuch ein Test für die kommenden Wochen. Wenn die Effekte sich als positiv herausstellen, soll diese Therapie jetzt  ins Trainingsprogramm eingebaut werden. Der Trainer sagt: „Das muss man regelmäßig machen, damit es wirklich wirkt. Wir sind mit dem Klinikum im Austausch, um die nächsten Spiele bestmöglich vorzubereiten.“

Abergläubisch sollte man beim FC Energie angesichts dieser Kryotherapie aber keinesfalls sein. Schließlich haben sich schon einmal Cottbuser Spieler tiefkühlen ­lassen – damals noch als Zweitligist im Sommertrainingslager 2013 im österreichischen Seefeld. Im ­Tiroler Nobelhotel ließen sich dort Boubacar Sanogo, Marc-André Kruska, Stiven Rivic und deren Teamkollegen einfrieren. Was damals noch keiner ahnte: Von diesem Kälteschock konnte sich die Fußball-Lausitz später lange nicht erholen. Schließlich begann in diesen Tagen der unaufhaltsame Absturz des FC Energie bis in die Viertklassigkeit.

Doch nach der fußballerischen Eiszeit kommt irgendwann auch wieder der Sommer. Das ist im wahren Leben genauso wie in der Regionalliga Nordost. Und für Energie könnten am Ende dieser Saison aller Wahrscheinlichkeit nach noch ziemlich hitzige Begegnungen anstehen. In den zu erwartenden Aufstiegsspielen im Mai dürfte das Fußballfieber in der Lausitz den Höhepunkt erreichen. Dann wird es auch darum gehen, einen kühlen Kopf zu bewahren – gern auch mithilfe der Cottbuser Kältekammer.

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aufstellung_FCE_26 FOTO: LR