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| 17:46 Uhr

Fußball
Energie erwartet hochkarätige Gäste

 Nicolae Stanciu (r.) ist der Dreh- und Angelpunkt bei Sparta Prag. Der rumänische EM-Teilnehmer kam für eine Rekordsumme zum tschechischen Rekordmeister.
Nicolae Stanciu (r.) ist der Dreh- und Angelpunkt bei Sparta Prag. Der rumänische EM-Teilnehmer kam für eine Rekordsumme zum tschechischen Rekordmeister. FOTO: Imago Sportdienstfoto GmBH / Dalibor Gluck
Cottbus. Der FCE trifft am Samstag gegen Sparta Prag auf einen übermächtigen Gegner. Trainer Wollitz plant dennoch Änderungen im ersten Testspiel des neuen Jahres. Von Jan Lehmann

Wenn Energie Cottbus an diesem Samstag den tschechischen Erstligisten AC Sparta Prag im Stadion der Freundschaft (14 Uhr/LR-Liveticker) empfängt, dann treffen zwei Welten aufeinander. Denn dank der finanziellen Unterstützung von Präsident Daniel Kretinsky – dem Milliardär gehört über die tschechische Holding EPH auch der Braunkohle-Konzern Leag in der Lausitz – ist Sparta in Tschechien nicht mehr nur der sportliche Rekordmeister, sondern setzt auch auf dem Transfermarkt die neuen Bestmarken.

Am besten lässt sich das ungleiche Verhältnis von Energie und Sparta an dem rumänischen Mittelfeldspieler Nicolae Stanciu (25) abwägen. Der Nationalspieler, der zuvor noch mit dem RSC Anderlecht in der Champions League gegen Bayern München gespielt hatte, kam im vergangenen Januar für eine Ablöse von 3,75 Millionen Euro nach Prag. Das war der Rekordtransfer in Tschechien, teurer war in dieser Liga bisher kein Spieler. Eingefädelt wurde der Rekorddeal übrigens von Stancius Beraterin Annamaria Prodan Reghecampf, der Frau des ehemaligen Energie-Profis Laurentiu Aurelian Reghecampf

Das Internetportal transfermarkt.de beziffert den Marktwert des EM-Teilnehmers von 2016, an dem nun auch Borussia Mönchengladbach Interesse haben soll, inzwischen auf 4,25 Millionen Euro.

Zum Vergleich: Den gesamten Cottbuser Kader mit insgesamt 29 Spielern bewertet das Portal mit einem Gesamtmarktwert von 4,55 Millionen Euro. Keine Frage: Diese Zahlen sind in der überhitzten Fußballbranche nur mit Vorsicht zu genießen – und Stanciu wird es am Samstag sicher auch nicht alleine mit dem FCE aufnehmen können. Und dennoch zeigt dieses Zahlenspiel deutlich, mit welchem Großkaliber es Energie zu tun bekommt – zumal im Kader auch noch namhafte Spieler wie der Ex-Frankfurter Vaclav Kadlec oder der ghanaische Angreifer Benjamin Tetteh zu finden sind.

Der bekannteste Sparta-Akteur sitzt am Samstag im Stadion der Freundschaft allerdings nur im Zuschauerbereich: Tomas Rosicky ist seit Ende 2018 neuer Sportdirektor bei Sparta Prag. Der ehemalige Profi von Borussia Dortmund und Arsenal London stammt aus dem Sparta-Nachwuchs. Er soll den Prager Traditionsclub wieder auf Meisterkurs bringen. Der FCE bekommt also hohen Besuch. Trainer Claus-Dieter Wollitz sagt: „Ich freue mich sehr auf einen guten Testspielgegner.“

 Ex-Profi Tomas Rosicky ist jetzt Sportdirektor bei Sparta Prag.
Ex-Profi Tomas Rosicky ist jetzt Sportdirektor bei Sparta Prag. FOTO: dpa / Ondøej Deml

Angesichts der kurzen Vorbereitungszeit – in zwei Wochen geht die Drittliga-Saison weiter – verzichtet der FCE-Coach darauf, die Mannschaft durchzumischen. Statt wie in der Sommervorbereitung allen Spielern jeweils einen Einsatz über 45 Minuten zu geben, setzt er schon jetzt auf eine denkbare Startelf für die Partie gegen den SV Wehen Wiesbaden.

Wollitz kündigt an: „Die Zuschauer müssen nicht denken, dass ich experimentiere, wenn am Samstag beispielsweise Niklas Geisler spielen sollte.“ Der 18-jährige Bruder von Felix Geisler hat bisher noch kein Drittliga-Spiel absolviert. Doch Wollitz ist offenbar fest gewillt, in der Mannschaft einen Umbruch vorzubereiten. Er betont: „Ich bin der Meinung, dass die Entwicklung eines 18-Jährigen derzeit dem Verein mehr hilft.“

Der Trainer erklärt, dass der 2:0-Sieg in Rostock die Richtung für Energie vorgegeben habe. Dort standen mit Avdo Spahic (21 Jahre), Felix Geisler (21) und Leon Schneider (18) gleich drei ehemalige Spieler aus dem Cottbuser Nachwuchsleistungszentrum auf dem Platz – und Energie hatte den Gegner vor allem mit Laufstärke und Leidenschaft bezwungen.

Niklas Geisler stand für dieses wichtige Auswärtsspiel zumindest schon im 18er-Kader. Dass Wollitz nun versuchen will, ihn auch noch in sein verjüngtes Team einzubauen, darf zumindest als kleines Experiment bewertet werden – erst recht gegen so ein Großkaliber wie Sparta.

   Jung-Profi Niklas Geisler (18) könnte gegen Prag zum Einsatz kommen.
Jung-Profi Niklas Geisler (18) könnte gegen Prag zum Einsatz kommen. FOTO: Steffen Beyer