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| 19:53 Uhr

Cottbus spielt im DFB-Pokal gegen Bayern München
Spannung vor Anpfiff bei Energie-Fußballfest

 DFB-Pokal in Cottbus: Tausende Zuschauer strömen ins Stadion der Freundschaft.
DFB-Pokal in Cottbus: Tausende Zuschauer strömen ins Stadion der Freundschaft. FOTO: Medienhaus Lausitzer Rundschau / Jan Lehmann
Cottbus. Das Fußballfest im DFB-Pokal zwischen Energie Cottbus und Bayern München elektrisiert die Lausitz. Kurz vor dem Anpfiff gab es überraschend doch noch Tickets. Dafür meldet sich der Schiri verletzt ab. Von Frank Noack, Jan Lehmann und Steven Wiesner

Die Spannung vieler Fans von Energie Cottbus vor dem DFB-Pokalkracher gegen Bayern München erreichte schon am Montagmittag einen weiteren Höhepunkt. Denn da verkündete der FCE, dass es plötzlich doch noch einmal Eintrittskarten für das eigentlich schon längst ausverkaufte Duell mit dem deutschen Fußball-Rekordmeister gibt.

Bayern München seit zehn Jahren wieder in der Lausitz

Der FC Bayern zum ersten Mal seit zehn Jahren wieder zu einem Pflichtspiel in der Lausitz – dieses Fußballfest elektrisierte die gesamte Region schon lange vor dem Anpfiff. Zur Erinnerung: Am 9. Mai 2009 gewann München das letzte von insgesamt zwölf Bundesliga-Duellen in Cottbus mit 3:1.

„Dieses Spiel ist für uns die Chance, extrem viel zu lernen. Es gibt keine größere Bühne als das Spiel gegen die beste Mannschaft Deutschlands“, erklärte FCE-Trainer Claus-Dieter Wollitz. Und Verteidiger Ben Meyer meinte: „Für einige ist es das Spiel des Lebens, das man nur einmal in seiner Karriere bestreitet.“

Vorfreunde auf den DFB-Pokalkracher war riesig

Die Vorfreude auf den FC Bayern war wie erwartet riesengroß. Dabei hatte der Ticket-Wahnsinn bereits beim Vorverkaufsstart für Vereinsmitglieder und Dauerkarten-Inhaber am 22. Juli begonnen. Innerhalb weniger Minuten waren sämtliche Sitzplatzkarten vergriffen. Für Unmut sorgte damals die Tatsache, dass viele Fans nicht ihren angestammten Sitzplatz erwerben konnten. In den freien Verkauf kamen nur noch rund 4000 Stehplatzkarten.

Am Montagmittag ging das Ticketfenster überraschend noch einmal auf – zumindest ganz kurz. Die Nachricht verbreitete sich im Internet rasend schnell. Der FCE teilte mit, dass „noch einige Rückläufer-Restkarten“ in den Verkauf kommen. Innerhalb von fünf Minuten waren jedoch auch diese Tickets im Internet raus.

Energie Cottbus hatte mehr als 50000 Ticket-Anfragen

Auf den berühmt-berüchtigten Wiederverkaufsportalen wurden die begehrten Eintrittskarten am Montagnachmittag unterdessen für knapp 100 Euro angeboten. Eigenen Angaben zufolge hätte der FCE mehr als 50000 Tickets für das Bayern-Spiel verkaufen können. Mit rund 20000 Besuchern war die Partie natürlich ausverkauft. Zum Vergleich: Vor einem Jahr waren 15245 Zuschauer zur Erstrunden-Partie gegen den SC Freiburg mit Nils Petersen ins Stadion der Freundschaft gekommen.

Diesmal war der Andrang mindestens eine Nummer größer und erinnerte an die Energie-Zeiten in der Bundesliga. Kurz vor dem Anpfiff wurden natürlich auch rund um das Stadion noch vereinzelt Tickets angeboten: zum Beispiel Sitzplätze für 50 Euro. Der ursprüngliche Preis lag bei 32 Euro. „Billiger kriegst du sie heute nicht mehr“, befand der Verkäufer. Stehplätze sind auf dem Schwarzmarkt für 40 Euro im Angebot. Ein Verkäufer meint lapidar: „Ich will den Normalpreis plus das Geld für ein Bier.“

Stadt auf Zuschaueransturm vorbereitet

Das Stadion der Freundschaft öffnete diesmal bereits um 18.15 Uhr die Tore, also zweieinhalb Stunden vor dem Anpfiff, um die Situation am Einlass für alle Seiten einigermaßen erträglich zu gestalten. Zum Vergleich: Bei normalen Liga-Spielen dürften die Fans 90 Minuten vor dem Anpfiff rein.

In einer gemeinsamen Mitteilung hatten Polizei, Ordnungsamt und der FC Energie die Fans bereits vorab auf „weitreichende logistische Probleme“ aufgrund des großen Zuschaueransturms eingestimmt. Der Stadtring war ab 17.30 Uhr gesperrt beziehungsweise den anreisenden Bayern-Fans vorbehalten. Weil der Parkplatz „Sandower Dreieck“ nur mit Sondergenehmigung genutzt werden durfte, waren die Kapazitäten in Stadionnähe sehr begrenzt. Cottbus-Verkehr setzte zusätzliche Busse zu den P+R-Parkplätzen ein. Die Eintrittskarte galt allerdings nicht als Ticket.

Schiedsrichter vor der Partie verletzt

Für die Energie-Fans mit Eintrittskarten für den Block H gab es am Einlass übrigens zusätzlich noch ein rotes Bändchen. Der Zugang zum stimmgewaltigen Mittelblock auf der Nordwand war nur mit der Kombination von Armband und Eintrittskarte möglich. Mit dieser laut Verein „bewährten Maßnahme“ sollte einer möglichen sicherheitsgefährdenden Überfüllung durch eventuelle Kartenweitergabe entgegenwirkt werden.

Für Aufregung vor dem Anpfiff sorgte dann auch noch diese Nachricht: Schiedsrichter Bastian Danckert aus Rostock meldete sich verletzt ab. Der Deutsche Fußball-Bund (DFB) setzte daraufhin kurzfristig Pattrick Ittrich aus Hamburg an.