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| 22:13 Uhr

Fussball
FCE fehlen fünf Minuten zur Sensation

Energie Cottbus gegen SC Freiburg FOTO:
Cottbus. Energie verliert in der 1. Pokalrunde gegen den Bundesligisten SC Freiburg erst im Elfmeterschießen. Schon wieder im Elfmeterschießen! Cottbus erlebt trotzdem ein Fußballfest. Von Frank Noack und Jan Lehmann

Wieder ein Pokal-Fußballfest im Stadion der Freundschaft, aber wieder ohne Happy End: Der FC Energie Cottbus unterlag am Montagabend vor einer begeisterten Kulisse dem Bundesligisten SC Freiburg erst im Elfmeterschießen mit 5:7 (2:2, 1:1, 0:0) und scheiterte erneut unglücklich in der 1. DFB-Pokalrunde. Die FCE-Fans feierten zunächst den Ex-Cottbuser Nils Petersen bei dessen Rückkehr in die Lausitz und danach ihr Team, das die Sensation nur knapp verpasste.

Vor 15 245 Zuschauern schoss Marcelo die Gastgeber in der 47. Minute in Führung. Erst in der 90. Minute kam der Bundesligist zum Ausgleich durch Mike Frantz. Kurz zuvor war eine Nachspielzeit von fünf Minuten angezeigt worden. In der Verlängerung vergab Nils Petersen erst einen umstrittenen Foulstrafstoß, erzielte im zweiten Versuch dann aber das 2:1 für Freiburg (98.). Fabio Viteritti traf zum 2:2-Ausgleich (103.). Im Elfmeterschießen erzielte Dominique Heintz den entscheidenden Treffer. Bereits 2014, 2015 und 2017 war der FCE in der 1. Runde jeweils an einem Bundesligisten gescheitert – zwei Mal ebenfalls erst im Elfmeterschießen.

Wie lange würde der FC Energie dem Dauerdruck des Bundesligisten standhalten können? Diese Frage schwebte von der ersten Minute an über dem Pokalfight. Denn die favorisierten Gäste starteten wie erwartet schwungvoll und zwangen den FCE zu Fehlern. Zum Beispiel in der 6. Minute, als Marcelo im Mittelfeld den Ball verlor. Beim Schuss von Mike Frantz musste sich Torhüter Avdo Spahic ganz lang machen.

Bei Energie kehrte der zuletzt bei der 1:3-Niederlage gegen die Würzburger Kickers pausierende Maximilian Zimmer in die Startelf zurück. Wenn sich Energie in der 1. Halbzeit in die Nähe des Freiburger Strafraums durchspielen konnte, dann war Zimmer meistens beteiligt. Solche Szenen brachten zumindest etwas Entlastung für die vielbeschäftigte Defensive.

Die Fans machten diesen Pokalabend zu einem echten Fußballfest. Vor dem Anpfiff präsentierten die FCE-Anhänger auf der Nordwand eine große Choreografie. Anschließend sangen sie dann mit vereinten Kehlen gegen den fußballerischen Dauerdruck des Bundesligisten an.

Die 2. Halbzeit begann mit einem Cottbuser Jubelschrei. Nach der Flanke von Andrej Startsev schlug Maximilian Zimmer zwar zunächst ein Luftloch, als er den Ball in Richtung Tor befördern wollte. Doch den zweiten Versuch nutzte Marcelo mit einem präzisen Flachschuss zum Führungstreffer in der 47. Minute. Mit diesem Tor blühte nicht nur Marcelo auf, sondern das gesamte Team, das die Fans in dieser Phase mit feinen Kombinationen begeisterte.

Aber es war nur eine kurze Pause vom Dauerdruck, denn der Favorit aus dem Breisgau setzte nun alles auf Angriff. Auch der frühere Cottbuser Nils Petersen kam jetzt zu Torchancen. In der 64. Minute scheiterte Petersen per Kopf, in der 74. Minute ging sein Schuss ebenfalls knapp vorbei.

In der Schlussphase brachte der SC Freiburg mit Tim Kleindienst einen weiteren Ex-Cottbuser zur Verstärkung der Offensive. Kleindienst leistete mit seiner Kopfballvorlage dann auch einen wichtigen Beitrag zum späten Ausgleichstreffer von Mike Frantz (90.). Dessen Schuss prallte von der Lattenunterkante ins Netz und erzwang so die Verlängerung.

Bei der  umstrittenen Elfmeterentscheidung von Schiedsrichter Harm Osmers in der 98. Minute hatte Energie erneut Pech. Nils Petersen lief an, scheiterte an Avdo Spahic – und köpfte dann den Abpraller doch über die Linie. Aber Energie schlug mit dem 2:2 durch Fabio Viteritti zurück (103.) – ehe dann im Elfmeterschießen erneut der Pokal-K.o. kam.

Energie Cottbus gegen SC Freiburg FOTO: