ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
| 16:44 Uhr

Fußball
FC Energie: Erst Stillstand – dann Spektakel?

Energie-Kapitän Marc Stein und seine Teamkollegen protestieren am Samstag gemeinsam mit allen Drittligisten gegen den Reformstau beim DFB.
Energie-Kapitän Marc Stein und seine Teamkollegen protestieren am Samstag gemeinsam mit allen Drittligisten gegen den Reformstau beim DFB. FOTO: Steffen Beyer
Cottbus. Das Heimspiel von Energie Cottbus gegen KFC Uerdingen soll mit einem Nichtangriffspakt beginnen. Die Drittligisten protestieren. Das Publikum kann dafür aber auf eine bewegte Schlussphase hoffen. Von Jan Lehmann

So hat noch kein Spiel im Stadion der Freundschaft begonnen. Wenn Schiedsrichter Benjamin Cortus am Samstag um 14 Uhr die Partie von Energie Cottbus gegen den KFC Uerdingen anpfeift, wird der Ball nicht wie gewohnt rollen. Stattdessen sollen alle Spieler beider Teams für eine Minute die Füße stillhalten, wie der FCE am Freitag mitteilte. „Stillstehen gegen den Stillstand“ heißt die gemeinsame Aktion aller Drittligisten, die für dieses Wochenende jenen einminütigen Nichtangriffspakt beschlossen haben. Damit protestieren sie gegen die gescheiterte Regionalliga-Reform und fordern die schnellstmögliche Rückkehr zu drei Absteigern.

In diesem Jahr gibt es erstmals vier Drittliga-Absteiger. Das war ein Eingeständnis der Drittligisten, um auf die lange schwelende Diskussion um die umstrittenen Aufstiegsspiele der Regionalliga-Meister zu reagieren. Eine Arbeitsgruppe beim DFB, die aus derzeit fünf Regionalligen vier Staffeln machen sollte, um damit allen Meistern den direkten Aufstieg zu gewähren, hat sich jedoch aufgelöst. Der schwarze Peter wurde dabei den Regionalverbänden Nord, Nordost und Bayern zugeschoben, die aus ihren drei Staffeln zwei machen sollen.

Eine Einigung scheint nicht in Sicht – das geht zulasten der Drittligisten, die einhellig mitteilen: „Ohne uns rollt kein Ball und ohne uns kann die Zukunft der 3. Liga nicht gestaltet werden. Wir sagen hiermit: Stopp! So geht es nicht weiter.“

Zumindest am Samstag soll es nach der einminütigen Protestaktion aber weitergehen – wenn es nach FCE-Trainer Claus-Dieter Wollitz geht, mit einem sehr intensiven Spiel. Er betonte, dass seine Elf wieder jene Laufstärke und Leidenschaft auf den Platz bringen müsse, mit der man bereits Topteams wie Rostock, Wehen oder Kaiserslautern geschlagen habe.

Der Respekt vor dem millionenschweren Kader der Krefelder hält sich dabei in Grenzen. Uerdingen komme zwar mit den „namhaftesten Spielern der Liga“, so Wollitz. Doch „Namen machen noch keine Mannschaft“, verdeutlichte der Cottbuser Coach. Auch FCE-Angreifer Kevin Scheidhauer betonte: „Sicherlich haben diese Jungs alle schon mal woanders gespielt. Aber jetzt sind sie in unserer Liga und kochen auch nur mit Wasser.“

Eine Qualität der Mannschaft vom einstigen Energie-Coach Stefan Krämer ist allerdings das Stehvermögen. Fünf der bisherigen neun KFC-Siege kamen erst in die Schlussphase zustande, zweimal sogar erst mit Siegtoren in der Nachspielzeit. Energie-Trainer Wollitz betont: „Deshalb müssen wir bis zum Ende wachsam sein. Allerdings: Wir können das auch.“ Wollitz verweist auf die späten Tore gegen Unterhaching, als Marc Stein mit einem Doppelschlag (88./90.) noch das 2:2 erzielte. Oder auf den späten Ausgleich von Felix Geisler (88.) gegen die Sportfreunde Lotte.

Und so könnte es nach dem anfänglichen Stillstand am Samstag in der Schlussphase dann sogar noch ein Spektakel geben.