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| 22:39 Uhr

Fußball
Energie: Dreimal Derby, dreimal Druck

Seit dem Elfmeter-Tor von Fabio Viteritti gegen den SV Meppen vor sechs Wochen wartet Energie auf den nächsten Drittliga-Treffer.
Seit dem Elfmeter-Tor von Fabio Viteritti gegen den SV Meppen vor sechs Wochen wartet Energie auf den nächsten Drittliga-Treffer. FOTO: Steffen Beyer
Cottbus. Mit dem Spiel gegen Zwickau beginnt für Energie Cottbus heute eine richtungsweisende Woche. Von Jan Lehmann

Der Herbst ist da und für Energie Cottbus beginnt der Ostderby-Oktober: Der FCE empfängt innerhalb von fünf Tagen erst am Samstag den FSV Zwickau (14 Uhr/LR-Liveticker) und dann den Halleschen FC (Mittwoch/19 Uhr) im Stadion der Freundschaft. Dazu steht am 27. Oktober ein weiteres Heimspiel gegen Carl Zeiss Jena an.

Doch erst einmal ist der Fokus der Cottbuser auf die beiden Duelle mit den Ostclubs Zwickau und Halle gerichtet. „Eigentlich sind es ja drei Derbys“, betont zudem Trainer Claus-Dieter Wollitz, der auch noch das schwierige Landespokal-Spiel beim Regionalligisten Union Fürstenwalde am kommenden Samstag im Hinterkopf hat.

Tatsächlich: Drei Derbys in einer Woche – und Energie Cottbus steht dreimal unter Druck. Nach zuletzt sieben sieglosen Spielen in Folge gilt es für die Lausitzer, die Talfahrt in der Drittliga-Tabelle zu stoppen. Energie ist bis auf Abstiegsrang 18 abgestürzt, hat aber nun die Chance mit dem Heimspiel-Doppel und vor allem dem Nachholspiel gegen Halle wieder Boden gutzumachen. Im Landespokal geht es für den FCE darum, der erneuten Titelverteidigung und damit auch der lukrativen Qualifikation für den DFB-Pokal eine Runde näher zu kommen.

Allerdings gehen die Cottbuser mit Sorgen in diese richtungsweisende Woche: Nicht nur, dass Kapitän und Abwehrchef Marc Stein nach der fünften gelben Karte gesperrt ist. Mit Tim Kruse und Daniel Stanese fallen weiterhin die beiden etatmäßigen Akteure fürs defensive Mittelfeld aus. Energie fehlt damit viel Kopfballstärke. Das ist gegen Zwickau besonders ärgerlich, weil die Westsachsen mit ihrem wuchtigen Stoßstürmer Ronny König (43 Zweitliga- und 27 Drittliga-Tore) vor allem in der Luft gefährlich sind.

Für Trainer Wollitz geht es nun darum, diese Gefahr zu bannen. Er beschreibt: „Bei uns sitzt die geballte Erfahrung auf der Tribüne – die Unbekümmertheit steht auf dem Platz.“ Es ist denkbar, dass er in der Abwehr auf Philipp Knechtel setzt. Auf das FCE-Eigengewächs hält Wollitz große Stücke. Doch nach zwei Kreuzbandrissen fehlt dem 22-Jährigen die Spielpraxis. Der Trainer sagt aber: „Philipp hat die Ruhe und eine Top-Spieleröffnung.“

Entscheidend wird aber auch sein, dass Energie endlich wieder Tore schießt. Vier Drittliga-Spiele lang blieben die Cottbuser torlos. Trainer Wollitz setzt auf Ruhe und die Wahrscheinlichkeitsrechnung: „Je länger so eine Serie dauert, desto größer ist die Chance, dass sie endet.“ Für ihn ist die aktuelle Situation eine Bewährungsprobe. Wollitz betont: „Nach zweieinhalb erfolgreichen Jahren darf es auch mal schwierige Momente geben. Wir werden jetzt auf die Probe gestellt.“

Diese Probe mit meistern kann auch Streli Mamba – als frischgebackener Vater. Am Freitagabend erblickte in Cottbus sein Sohn Lyonel das Licht der Welt und somit steht einem Einsatz des Angreifers nichts mehr entgegen. Vielleicht setzen die Glücksgefühle ja bei ihm zusätzliche Kräfte frei. Energie könnte sie in dieser Woche gut gebrauchen.

Aufstellung FCE – FSC Zwickau
Aufstellung FCE – FSC Zwickau FOTO: LR / Katrin Janetzko