ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
| 13:05 Uhr

Fußball
Ziegenbein: Barcelona oder Madrid?

Mit viel Schwung und einem starken Abschluss hatte Björn Ziegenbein den FCE nach dem Abstieg in der Regionalliga verstärkt. Nun muss der 32-Jährige aber seiner schweren Knie-Verletzung Tribut zollen.
Mit viel Schwung und einem starken Abschluss hatte Björn Ziegenbein den FCE nach dem Abstieg in der Regionalliga verstärkt. Nun muss der 32-Jährige aber seiner schweren Knie-Verletzung Tribut zollen. FOTO: O.Behrendt
Cottbus. Der einstige Mittelfeldspieler von Energie Cottbus hat sich entschieden und kündigt sein Karriere-Ende an. Ihn zieht es mit einem konkreten Plan nach Spanien. Von Jan Lehmann

Eigentlich hätte Björn Ziegenbein bei diesem Spiel liebend gern auf dem Rasen gestanden: Cottbus gegen Halle, die Clubs seiner beiden letzten Fußballstationen lieferten sich im Stadion der Freundschaft am Mittwochabend vor Ziegenbeins Augen ein packendes Duell.

Doch der 32-Jährige musste zuschauen, wie schon so lange. Seit elf Monaten ist der Mittelfeldspieler wegen eines Knorpelschadens im Knie außer Gefecht – und so wie es aussieht werden Halle und Cottbus tatsächlich auch seine letzten Stationen im Profi-Fußball gewesen sein. Ziegenbein offenbarte gegenüber der RUNDSCHAU: „Es ist wohl so, dass ich meine Karriere beenden muss. Ich war noch einmal bei einer Kontrolle beim Arzt und die Wahrscheinlichkeit, dass bei mir ein Invaliditätsverfahren gestartet werden muss, ist sehr hoch. Jetzt muss ich mit der Berufsgenossenschaft sprechen, aber ich glaube, dass ich aufhören muss.“

Noch läuft sein Vertrag bei Energie, doch in Cottbus wird mit Ziegenbein nicht mehr geplant. Für die diesjährige Drittliga-Saison haben die Lausitzer für den gebürtigen Bayern nicht einmal mehr eine Rückennummer bereitgehalten. Das ist aber intern auch so besprochen – das Verhältnis zwischen Club und (Ex-)Spieler ist gut. Ziegenbein fieberte am Mittwoch mit dem FCE mit und betonte: „Die Jungs dürfen sich nicht verrückt machen. Sie sind nunmal Aufsteiger. In der 3. Liga muss man immer 100 Prozent bringen, sonst gewinnt man die Spiele nicht. Aber ich denke trotzdem, dass Energie nichts mit dem Abstieg zu tun haben wird.“

Dass er bei solchen packenden Duellen künftig nur noch zuschauen kann, schmerzt Ziegenbein sehr. Er gibt zu: „Mein Fußballerherz blutet, keine Frage.“ 49 Pflichtspiele hat der ehemalige Junioren-Nationalspieler für Energie bestritten, dabei zehn Tore erzielt und 15 vorbereitet. Neben Cottbus und Halle war er auch noch für Hansa Rostock, Wehen Wiesbaden und seinen Ausbildungsverein 1860 München im Einsatz. Doch das Kapitel als Profi ist für Ziegenbein schon abgehakt. Das ist nachvollziehbar, denn der Körper spielt nicht mehr mit. Ziegenbein sieht zwar fit wie eh und je aus, an sieben Tagen in der Woche macht er Reha. Doch das Knie ist kaputt: „Ich kann immer noch nicht joggen“, so der 32-Jährige. Deshalb ist mit dem Fußball Schluss. Ziegenbein betont: „Ich blicke nach vorn und habe einen Plan für die Zukunft.“

Der Mittelfeldspieler hat sich entschieden und will sich selbstständig machen. Er hat ein Studium als Personal Coach abgeschlossen, will zudem als Ernährungsberater arbeiten. Er berichtet: „Ich lerne nebenher noch Spanisch, weil ich auch noch eine zweite Fremdsprache beherrschen möchte neben Englisch. Ich denke, dass ich dadurch mehr Optionen bekommen werde.“

Ziegenbein will für mindestens zwei Jahre nach Spanien gehen. Bei der Frage, ob Madrid oder Barcelona, legt er sich schon fest: „Madrid oder Mallorca werden für mich die ersten Anlaufstationen sein. Barcelona ist schwierig – dort wird Katalanisch gesprochen. Das ist noch schwieriger als Bayrisch im Deutschen.“

Der Mittelfeldspieler, dessen Freistoßtreffer beim 3:1-Sieg gegen Jena vor 13 290-Regionalliga-Zuschauern sicherlich ein Höhepunkt war, sagt: „Direkt nach meiner Verletzung war mir klar, dass ich mich jetzt um meine weitere berufliche Laufbahn kümmern muss. Ich bin in einem Alter, in dem man das auch schneller kapiert. Ich habe mir einen konkreten Business-Plan aufgeschrieben und bin guter Dinge, dass er auch funktioniert.“