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| 17:27 Uhr

Cottbus und das wichtige Heimspiel gegen Aalen
Die Energie-Rechnung für den Klassenerhalt

 Noch einmal richtig durchziehen: Mit einem Heimsieg gegen Absteiger Aalen könnte Energie Cottbus am Samstag schon (fast) alles klar machen.
Noch einmal richtig durchziehen: Mit einem Heimsieg gegen Absteiger Aalen könnte Energie Cottbus am Samstag schon (fast) alles klar machen. FOTO: fotostand / Fotostand / Weiland
Cottbus. Es spricht viel dafür, dass Energie Cottbus nun tatsächlich den Klassenerhalt in der 3. Liga schaffen kann. Dafür ist aber am Samstag ein Heimsieg gegen Absteiger Aalen Pflicht. Sonst wird es kompliziert - die RUNDSCHAU hat durchgerechnet. Von Jan Lehmann

Köln ohne Fortuna – nach dem unglücklichen Auftritt des Cottbuser Rivalen im Drittliga-Abstiegskampf am Montagabend beim 1:1 gegen den SV Meppen liegen alle Karten auf dem Tisch: Vor den beiden verbleibenden Spieltagen in der 3. Fußball-Liga stecken mit Energie Cottbus und eben jener Fortuna aus Köln, die gegen Meppen im Heimspiel unglaublich viele Chancen versiebte, noch acht Teams im Abstiegskampf. Der kommende Energie-Gegner VfR Aalen (13.30 Uhr/LR-Liveticker) als neuntes Team im Tabellenkeller ist derweil bereits abgestiegen.

Und ligaweit werden in diesen Tagen vermutlich alle möglichen Konstellationen für diesen engen Abstiegskampf durchgerechnet. Doch egal, ob man dabei mit Zufallsgenerator, Wahrscheinlichkeitsrechnung, Mondkalender, Cottbus-Brille oder Worst-Case-Szenario zu Werke geht, es bleibt kompliziert. Das einzig feststehende Ergebnis hat Energie-Trainer Claus-Dieter Wollitz bereits nach dem 2:1-Sieg des FCE gegen den KFC Uerdingen verlauten lassen: „Es wird am Ende der Spielzeit vier Absteiger geben.“ So weit, so richtig – und unglaublich spannend.

Die Sitzplätze werden schon knapp

Mit einem Heimsieg am Samstag gegen Aalen könnte der FCE im besten Fall sogar schon den Klassenerhalt klar machen. Wenn die Konkurrenz mitspielt, würde es so genau 350 Tage nach der großen Aufstiegsfeier wieder eine große Jubel-Party im Stadion der Freundschaft geben.Vor einem Jahr hätte der FCE für das ausverkaufte Aufstiegsspiel gegen Weiche Flensburg mehr als 30 000 Tickets an den Mann bringen können. Der ganz große Ansturm bleibt derzeit jedoch noch aus. Immerhin: Laut FCE-Sprecher Stefan Scharfenberg-Hecht hat Energie bis Dienstag knapp 6000 Karten verkauft und die Sitzplätze auf der Westtribüne werden langsam knapp.

Wie lange es die Zuschauer dort auf den Sitzen halten wird, wird man sehen. FCE-Profi Kevin Weidlich kündigt eine Energie-Leistung an und sagt: „Wir sind auch mal dran, dass wir zu Hause wieder einen Dreier holen.“ Nur zwei von acht Heimspielen hat Energie in diesem Jahr gewonnen – der dritte Dreier könnte Gold wert sein. Der FCE ist auf der Zielgeraden zum Klassenerhalt, doch Trainer Wollitz warnt: „Wenn wir meinen, es geht einfach so, dann bin ich mir sicher, dass es nicht so gehen wird. Alle erwarten einen Sieg, wir erhoffen das natürlich auch. Aber auch diesem Gegner muss man mit Respekt begegnen und alles dafür investieren, um erfolgreich sein zu dürfen.“

 Trainer Wollitz warnt: „Wir müssen gegen Aalen alles investieren, um erfolgreich sein zu dürfen.“
Trainer Wollitz warnt: „Wir müssen gegen Aalen alles investieren, um erfolgreich sein zu dürfen.“ FOTO: Steffen Beyer

Die Vorzeichen sind gut: Am Dienstag vermeldete der FCE, dass Marcelo Junior de Freitas geboren wurde. Sein Papa Marcelo geht also mit besonderen Glücksgefühlen in das Spiel. Und mit der Rückkehr von Streli Mamba hat der FCE in der Offensive ohnehin wieder mehr Optionen. Jetzt bedarf es für den Klassenerhalt eigentlich nur noch einer seriösen Leistung im Stadion der Freundschaft – und bei den Ergebnissen auf den anderen Plätzen noch etwas Fortune für Cottbus.

Drei Wege zum Glück für Energie Cottbus

Die Jubel-Variante: FCE-Klassenerhalt gegen Aalen

Es könnte alles so einfach sein: Wenn Energie Cottbus am Samstag das Heimspiel gegen den VfR Aalen gewinnt, ist sogar der vorzeitige Klassenerhalt und damit die große Jubel-Party im Stadion der Freundschaft möglich. Mindestens drei Ergebnisse der Konkurrenz müssen dann aber für Energie passen. Großaspach dürfte gegen Zwickau höchstens einen Punkt holen, genau wie Fortuna Köln bei 1860 München. Zudem müsste Jena in Meppen oder Lotte in Unterhaching verlieren.

Die Zitter-Variante: FCE-Endspiel in Braunschweig

Es könnte aber auch alles total dramatisch werden: Wenn Energie Cottbus am Samstag gegen Aalen verliert, droht im schlechtesten Fall sogar der Absturz bis auf den vorletzten Tabellenrang. Der FCE würde wieder tief in den Abstiegsstrudel rutschen und müsste am letzten Spieltag zittern. Das Auswärtsspiel in Braunschweig könnte doppelt brisant sein, weil die Eintracht möglicherweise auch noch um den Klassenerhalt bangen muss. Am Ende könnte es sogar um das Torverhältnis gehen.

Die Hintertür-Variante: FCE-Hoffnung auf Lizenzentzug

Sollte Energie trotz der guten Ausgangsposition sportlich den Klassenerhalt verpassen, bleibt nur noch die Hoffnung darauf, dass ein anderer Club keine Lizenz für die kommende Drittliga-Saison erhält. Dann würde beispielsweise der vermeintliche Absteiger auf Position 17 weiter in der Liga bleiben dürfen. Dem Vernehmen nach ist beispielsweise der potenzielle Zweitliga-Absteiger MSV Duisburg arg gefährdet. 2017 war so der SC Paderborn dringeblieben, weil 1860 München keine ­Lizenz bekommen hatte.

 Das Restprogramm im Drittliga-Abstiegskampf.
Das Restprogramm im Drittliga-Abstiegskampf. FOTO: LR / Elisabeth Wrobel