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9. Spieltag
Energie baut seine Rekord-Serie aus

FCE-Mittelfeldspieler Björn Ziegenbein (l.) kam wegen der personellen Not gegen Hertha BSC II als Stürmer zum Einsatz und erzielte das 2:0.
FCE-Mittelfeldspieler Björn Ziegenbein (l.) kam wegen der personellen Not gegen Hertha BSC II als Stürmer zum Einsatz und erzielte das 2:0. FOTO: Contrast/ctr1
Cottbus. Die Siegesserie von Energie Cottbus wird immer rekordverdächtiger! Mit dem 2:0 (1:0) gegen Hertha BSC II gelang dem FCE am Freitagabend der neunte Erfolg im neunten Spiel. Die Lausitzer stellten damit die Bestmarke des Hamburger SV II ein, der 2014/15 ebenfalls neun Siege am Stück erkämpfte und damit bis jetzt den alleinigen Rekord aller fünf Regionalliga-Staffeln hielt. Frank Noack und Steven Wiesner

Vor 5218 Zuschauern im Stadion der Freundschaft gelang den trotz personeller Not sehr variabel auftretenden Gastgebern ein verdienter Heimsieg. Kevin Weidlich traf bereits nach sieben Minuten zur Cottbuser Führung. Kurz nach der Pause erhöhte Björn Ziegenbein auf 2:0 (50.). In der Tabelle liegt Energie weiterhin acht Punkte vor dem BFC Dynamo, der seine Auswärtsaufgabe beim VfB Auerbach ebenfalls souverän mit einem 3:1-Sieg meisterte.

Rekordverdächtig ist auch die personelle Situation beim FCE. Mit Streli Mamba (leichter Muskelfaserriss im Oberschenkel) und Benjamin Förster (Syndesmoseriss) müssen beide etatmäßige Stürmer momentan zuschauen. Während Mamba schon wieder in das Training eingestiegen ist, fällt Förster noch mehrere Monate aus. Marcel Baude (Kniescheibenfraktur), Philipp Knechtel (Kreuzbandriss) sind laut Trainer Claus-Dieter Wollitz zwar "voll im Plan, das sieht sehr, sehr gut aus". Wann sie in das Mannschaftstraining zurückkehren, ist jedoch genau so offen wie bei Jonas Zickert, der wegen muskulärer Problemen ebenfalls weiterhin in der Reha ist. Felix Geisler, der Schmerzen in beiden Knöcheln hat, kam am Freitagabend auf Krücken ins Stadion gehumpelt.

Trainer Wollitz macht aus der Not eine Tugend - und formierte erstmals in dieser Saison eine Startelf ganz ohne Stürmer. Der 19-jährige Gabriel Boakye, der am vergangenen Wochenende beim 1:0-Auswärtssieg beim Berliner AK sein Startelf-Debüt gefeiert hatte, saß zunächst auf der Bank. Der Wollitz-Plan: Mit Fabio Viteritti und Björn Ziegenbein kamen zwei Mittelfeldspieler ganz vorn zum Einsatz. Diesen Plan interpretierten die Gastgeber mit ihrem ohnehin schon sehr offensiven Mittelfeld überaus kreativ und erzielten damit sichtlich Wirkung bei Hertha. Bereits in der 7. Minute spielten sich Lasse Schlüter und Viteritti auf der linken Seite durch. Die präzise Flanke von Viteritti drückte Weidlich aus Nahdistanz über die Linie.

Energie Cottbus - Hertha BSC II FOTO:

Auch danach hatten die immer wieder von Marcelo angetriebenen Gastgeber mehr vom Spiel. Herthas einzige Chance in der ersten Halbzeit war ein Freistoß von Tahsin Cakmak nach 25. Minuten.

Genau wie Energie müssen auch die Gäste aus der Hauptstadt in personeller Hinsicht derzeit einiges wegstecken. Denn am Mittwoch absolvierte das Herthaner Reserveteam sein erstes Gruppenspiel des International Cups der Premier League und unterlag beim Nachwuchs von Leicester City mit 0:3. Nur zwei Tage später war das Team von Trainer Ante Covic schon wieder in Cottbus. Kein Wunder also, dass den Gästen sowohl Kraft als auch Konzentration fehlten, um den Zwei-Tore-Rückstand aufzuholen. Zumal Energie selbst nach der verletzungsbedingten Auswechslung von Mitelfeldabräumer Tim Kruse rekordverdächtig stabil auftrat und den Dreier sicherte.