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| 19:18 Uhr

Fußball
Eisiger Testspiel-Auftakt für Energie

Claus-Dieter Wollitz kritisiert die hohe Erwartungshaltung.
Claus-Dieter Wollitz kritisiert die hohe Erwartungshaltung. FOTO: Michael Hundt / Matthias Koch / Matthias Koch
Cottbus. Die 0:4-Niederlage von Energie Cottbus gegen den Halleschen FC ist ein kleiner Warnschuss. Die deftige Kritik einiger Fans kommt jedoch überraschend.

So fühlen sich also Niederlagen an. Diese fast vergessene Gefühl, das Energie Cottbus zum letzten Mal am 22. Juli des vergangenen Jahres im Testspiel gegen Slovan Liberec (0:1) verspürt hatte, begegnete den Cottbusern am Mittwoch mal wieder im Stadion der Freundschaft. Und dieses Gefühl kam gleich mit einer Ladung eisigem Januar-Wind: Das 0:4 (0:2) gegen den Drittligisten Hallescher FC ist zumindest ein kleiner Warnschuss für den monatelang von Sieg zu Sieg eilenden FCE.

Der Ex-Cottbuser Mathias Fetsch hatte mit zwei frühen Kopfballtoren (4./13.) für Halle die Weichen auf Sieg gestellt. In der 74. Minute erhöhte Martin Ludwig auf 3:0 für den HFC. Hilal El-Helwe traf in der 87. Minute per Freistoß zum 4:0-Endstand.

Dieser Sieg der Hallenser, die in zehn Tagen wieder in die 3. Liga starten, fiel etwas zu hoch aus. Energie-Trainer Claus-Dieter Wollitz erklärte: „Ab der 10. Minute hätten wir das Spiel sogar drehen können. Aber wir haben unsere Tore nicht gemacht.“ Energie blieb trotz der guten Chancen von Gabriel Boakye (9./77.), Maximilian Zimmer (32.) oder U19-Stürmer Moritz Broschinski (62.) ohne Tore  – und musste so zum Start ins Fußballjahr diese deutliche Heimniederlage hinnehmen.

Doppelte Manndeckung: Gabriel Boakye (M.) muss sich in dieser Szene gegen die Hallenser Braydon Marvin Manou (l.) und Niklas Landgraf durchsetzen.
Doppelte Manndeckung: Gabriel Boakye (M.) muss sich in dieser Szene gegen die Hallenser Braydon Marvin Manou (l.) und Niklas Landgraf durchsetzen. FOTO: Steffen Beyer

FCE-Verteidiger José Junior Matuwila erklärte: „So eine Niederlage passiert eben mal – aber soll sich nicht wiederholen. Das ist kein schönes Gefühl, das geht jedem so. Und daran wollen wir uns auch gar nicht gewöhnen.“ Matuwila war nach der Pause ins Spiel gekommen, Trainer Wollitz gewährte allen einsatzfähigen Feldspielern Einsatzzeit. Kapitän Marc Stein bemerkte allerdings: „Halle ist mit nahezu voller Kapelle hier angetreten, bei uns fehlen acht Spieler. In einem richtigen Liga-Spiel wäre der Unterschied nicht so groß gewesen.“

Tatsächlich war die Reihe der angeschlagenen Energie-Spieler auf der Tribüne länger als die Cottbuser Ersatzbank. Mit Avdo Spahic sowie Tim Kruse, Philipp Knechtel, Fabio Viteritti, Max Grundmann, Kevin Scheidhauer. Benjamin Förster und Felix Geisler schauten dort etliche potenzielle Stammspieler wegen unterschiedlicher Blessuren nur zu. Björn Ziegenbein fällt zudem nach seiner Knieoperation noch die komplette Rückrunde aus.

Für Energie steht bereits am Sonntag der nächste harte Test gegen den Drittliga-Spitzenreiter 1. FC Magdeburg (15 Uhr/Stadion der Freundschaft) an. Die Cottbuser müssen dann wohl auch wieder ein bisschen gegen die Erwartungshaltung unter den FCE-Fans ankämpfen. Denn am Mittwoch fegte nicht nur der Januar-Wind eisig durchs Stadion. Dass einige Meckerköppe unter den 407 Zuschauern im Stadion immer wieder lautstark die eigene Mannschaft kritisierten, kam etwas überraschend. Eigentlich sollte man nach dem überragenden Fußballjahr 2017 annehmen, dass sich die Mannschaft einen Kredit bei den Fans erspielt hat. Auch Trainer Wollitz waren die deftigen Bemerkungen von der Tribüne nicht entgangen. Direkt am Spielfeldrand schimpfte er sich den Ärger von der Seele und erklärte später diplomatisch: „Das ist ein Klassiker für Cottbus. Dieses: ,Spielt nach vorne! Spielt offensiv!‘ Die Erwartungshaltung ist bei einigen viel zu hoch.“

Der Coach verwies darauf, dass Energie mit Leon Schneider (17 Jahre), Moritz Broschinski (17), Matti Kamenz (19), Malte Karbstein (19), Gabriel Boakye (19) oder Jonas Zickert (20) wie gewohnt sehr viele junge Spieler im Team hatte. Wollitz betonte: „Gerade für diese Jungs sind solche Spiele sehr wichtig.“ Eben auch dann, wenn sie mit nicht so schönen Gefühlen enden.