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| 08:28 Uhr

Fußball
Eine Rakete und zwei Rucksackträger

Alexander Siebeck überzeugt den Trainer vor allem mit seiner Laufstärke.
Alexander Siebeck überzeugt den Trainer vor allem mit seiner Laufstärke. FOTO: Steffen Beyer
Cottbus. Das erste Zwischenfazit für die drei neuen Feldspieler bei Energie Cottbus fällt unterschiedlich aus. Während Alexander Siebeck als Winterneuzugang schon durchstartet, haben Kevin Scheidhauer und Fabian Graudenz mehr Anpassungsprobleme. Trainer Wollitz weiß, wo er den Hebel ansetzen muss.

Die Absage des Regionalliga-Spiels von Energie Cottbus beim ZFC Meuselwitz am vergangenen Wochenende dürfte Kevin Scheidhauer und Fabian Graudenz ganz gut in den Kram gepasst haben. Jedenfalls haben die beiden Neuzugänge dadurch mehr Trainingszeit gewonnen – die sie auch  brauchen, um eine echte Verstärkung zu sein. Trainer Claus-Dieter Wollitz gibt in einem ersten Fazit nach der Winterpause zu: „Die beiden hätte ich gern schon etwas weiter, aber das ist nicht nur ein körperliches Problem. Die muss ich locker machen.“ Der Coach glaubt, dass die beiden Spieler sich zu sehr unter Druck setzen.

Das wäre wenig verwunderlich, schließlich geht es für Scheidhauer wie auch für Graudenz darum, nach einer Durststrecke wieder in den Profi-Fußball zurückzukehren. Der ehemalige U17-Europameister Scheidhauer war nach einer komplizierten Knöchelverletzung mehr als ein Jahr lang außer Gefecht. Und Graudenz stand nach dem Abstieg des FSV Frankfurt ohne Verein da, musste sich ein halbes Jahr alleine fit halten. Wollitz berichtet: „Nun wollen sie unbedingt liefern und spielen deshalb so, als ob sie einen Rucksack mit sich herumschleppen.“

Für Wollitz und sein Trainerteam bedeutet das jede Menge Arbeit. Der Coach will die beiden Spieler bis zu den möglichen Aufstiegsspielen Ende Mai bei einhundert Prozent haben. Für Angreifer Scheidhauer hat er eine ähnliche Rolle vorgesehen, wie sie einst Emil Jula in Cottbus unter Wollitz spielte. Der 26-Jährige soll mit seiner Wucht die Bälle im Sturmzentrum sichern und dann auf die Torjäger Streli Mamba oder Benjamin Förster ablegen. „Das würde mit beiden funktionieren, da bin ich mir sicher“, so Wollitz.

Und Graudenz, ebenfalls 26 Jahre alt, ist für ihn eine wichtige Alternative im Mittelfeld. Der Trainer hat beobachtet: „Man sieht im Training, dass er ein Top-Fußballer ist. Aber sein Selbstbewusstsein ist im Keller, außerdem fehlt ihm derzeit die körperliche Stabilität.“ Wollitz weiß, dass er beiden Akteuren viel Vertrauen und auch einiges an Spielzeit geben muss – angesichts des neuen Konkurrenzkampfes im Kader eine schwierige Angelegenheit.

Der Trainer betont: „Die Spieler, die schon länger bei uns sind, haben sich eine gewisse Stellung erarbeitet. Ich kann ihnen deshalb nicht einfach neue Spieler vor die Nase setzen.“ Der Coach vertraut auf den besonderen Teamgeist und geht damit offen um: „Ich habe in der Kabine gesagt, dass ich jetzt die Mannschaft brauche, um die neuen Spieler zu integrieren.“

Mit besonderem Tempo scheint das bei Alexander Siebeck zu gelingen. Gleich bei seinem ersten Einsatz überzeugte er mit seiner Laufstärke. Trainer Wollitz lobt: „Das ist eine Rakete. Selbst im Training kommt er auf weit über zehn Kilometer.“ Mit ihm will er im technischen Bereich weiter arbeiten. „Im ersten Ballkontakt kann er sich noch verbessern. Aber er läuft sehr gut an und weiß auch, wie man ein Spiel lenken muss.“ Der 24-Jährige könnte langfristig ein wichtiger Faktor werden – auch wenn er derzeit nur vom Karlsruher SC ausgeliehen ist (siehe Hintergrund „Info“).

Der vierte Cottbuser Neuzugang im Winter war Kevin Rauhut (28). Er kam von Wacker Nordhausen und soll den Konkurrenzkampf im Tor erhöhen. Wollitz ist zufrieden: „Das entwickelt sich so, wie wir das gehofft hatten. Kevin positioniert sich gut als Herausforderer.“ Dennoch sei Avdo Spahic (21) die unumstrittene Nummer eins – auch für das Heimspiel am Samstag gegen Germania Halberstadt (13.30 Uhr). Wollitz: „Wir sehen in Spahic  ein ­außergewöhnliches Talent.“

Kevin Scheidhauer war lange verletzt.
Kevin Scheidhauer war lange verletzt. FOTO: Energie Cottbus
Fabian Graudenz war lange ohne Verein.
Fabian Graudenz war lange ohne Verein. FOTO: Energie Cottbus