| 02:39 Uhr

Eine Pyro-Strafe = eine Woche Rasenheizung

Energie trainiert derzeit auf dem Kunstrasenplatz am Priorgraben.
Energie trainiert derzeit auf dem Kunstrasenplatz am Priorgraben. FOTO: Michael Helbig
Cottbus. Kunstrasen statt teurer Heizung: Energie Cottbus muss bei der Vorbereitung auf die Rückrunde sparen. Hängen diese erschwerten Bedingungen auch mit den jüngsten Strafen zusammen? Frank Noack

Der RUNDSCHAU Bericht über die eiskalten Sparmaßnahmen von Energie Cottbus bei der Vorbereitung auf die Rückrunde in der Fußball-Regionalliga sorgt wie erwartet für heiße Diskussionen. Und immer wird dabei die Frage aufgeworfen: Fehlt dem Verein das Geld für die Betreibung der Rasenheizung auch deshalb, weil er zuletzt wiederholt Strafen für das Fehlverhalten einiger Fans zahlen musste? Erst in der vergangenen Woche wurde der FCE durch das Sportgericht des Nordostdeutschen Fußballverbandes (NOFV) zu einer Geldstrafe in Höhe von 7000 Euro verurteilt. Der Verband ahndete das Abbrennen von Pyrotechnik sowie rechte Parolen und Beleidigungen in den Viertliga-Partien bei Hertha BSC II, Wacker Nord hausen und besonders zu Hause gegen den SV Babelsberg 03.

"Keine Rasenheizung in den ersten Trainingstagen ist wohl die Reaktion auf die 7000-Euro- Strafe für die Aktionen der den FC Energie schadenden Zuschauer! Schade, so wird die Vorbereitung schon ein Stück weit gestört!", schreibt ein Leser auf der Internetseite der RUNDSCHAU. Ein anderer User, der sich auf der Facebook-Seite der Sportredaktion zu Wort meldet, findet: "Vielleicht könnten die Kollegen mit den Pyros diese mal sinnvoll einsetzen und damit den Rasen auftauen..." Dahinter hat der User den augenzwinkernden Smiley gesetzt - ganz ernst ist der Vorschlag also offenbar nicht gemeint.

Und doch ist es eine ernste Rechnung, die der Verein für die Rasenheizung aufmachen muss. Unter Schneelast kostet der Betrieb der Rasenheizung mindestens 1000 Euro pro Tag. Zu teuer! Die Rasenheizungen im Stadion der Freundschaft und auch auf dem Trainingsplatz im Eliaspark bleiben deshalb aus. "Rasenheizung ist für die Regionalliga absoluter Luxus. Und Luxus können wir uns momentan nicht leisten", hatte Präsident Michael Wahlich bereits beim Trainingsauftakt am Montag auf dem Kunstrasenplatz am Priorgraben erklärt. Zum rechnerischen Zusammenhang zwischen der kürzlichen NOFV-Strafe und den Kosten für die Betreibung der Rasenheizung erklärt der Vereinschef klipp und klar: "7000 Euro Strafe = eine Woche Schneeheizung."

Ob die Rasenheizung in diesem Winter überhaupt zum Einsatz kommt, ist derzeit völlig offen. Die Übungseinheiten werden vorerst auf dem Kunstrasenplatz stattfinden. Die vom Schnee befreite Spielfläche am Cottbuser Priorgraben müssen sich die Profis allerdings mit dem Nachwuchs teilen.

Trainer Claus-Dieter Wollitz hatte das Training unter den erschwerten Bedingungen als Signal an die Sponsoren und die Fans bezeichnet, die dem FCE auch nach dem Abstieg die Treue halten. Wollitz: "Im Moment halte ich es für den falschen Weg, die Rasenheizung anzumachen."

Fest steht derzeit lediglich, dass die Testpartie gegen Drittliga-Vertreter 1. FC Magdeburg am 21. Januar um 14 Uhr definitiv stattfinden wird - und zwar im Stadion der Freundschaft. Notfalls auch mit Rasenheizung. Hoffentlich aber ohne Pyro.